Wir singen et mit L.S.E: Wir haben schon 1000 Mal gesagt: IHR SOLLTET SEIN LASSEN!

Lasst es doch mal sein, den Begriff „Volontariat“ als schale Worthülse für jedes x-beliebige Beschäftigungsverhältnis  herhalten zu lassen. Haben wir schon das ein oder andere mal hier thematisiert. Ein Volontariat braucht Richtlinien, an die sich gehalten werden muss.

Ich bin dafür, solche Richtlinien zu erarbeiten und mich dafür auch auf Bundesebene zu engagieren. Die Mindestlohndebatten werden schon lange geführt, aber an die Volontäre in jenen Beschäftigungsverhältnissen wird da nur sekundär gedacht. Auch die zuständigen Verbände innerhalb der PR und Medienbranche agieren wenig in diesem Bereich. Nur manche Agenturen halten sich an die ungeschriebene Regel und zahlen ein fast geregeltes Gehalt.  Hinzu kommen auch noch die nötigen Inhalte, die ein Volo erst zum Volo machen. Ausbildungsinhalte, Besuche von Akademien, Kursen. Zum Beispiel muss in einem klassischen Volo, bei der Zeitung, ein Wechsel durch alle Ressorts möglich sein. Das aber nur am Rande. Wie gesagt: Das Volo kommt aus dem klassischen Printbereich und wird von allen möglichen Playern in der Medienbranche als Kuh durch’s Dorf getrieben. Es gibt keine Regeln. Daher hält sich auch niemand daran. Damit muss Schluss sein.

Ich habe mich an das Arbeitsministerium gewandt und warte da auf Bescheid, wie man solch ein Unterfangen am besten angeht. Was man allerdings braucht, sind Menschen, die sich engagieren und die vernünftig ihre Interessen vertreten. Meldet euch und wir entwickeln eine Petition und reichen diese dann ein.

Das habe ich vor Wochen geschrieben, nachdem ich mich an verschiedene Stellen gewandt habe, um zu fragen, wie man mit einer solchen Absicht den am besten vorginge. Erst wurden meine E-Mails weiterleitet, dann kam irgendwann ein Brief, der mir sagte, meine Anliegen sei auch weitergeschickt worden. Leider sagte man mir nicht genau wohin. Mach’s gut, Anliegen! Schreib mir mal wieder und sag, wie lang dein Weg in die Mülltonne gedauert hat! Währenddessen haben Rose und ich wieder schon ANTI-Beispiele gefunden.

1. gesucht: Der Depp vom Dienst

Volontärin gesucht! – Schulabgänger aufgepasst!!! Wir suchen ab 01.11.2009 eine/n engagierte/n Volontär/-in der/die Lust hat, für ein Jahr in unserem Team mitzuarbeiten. Deine Aufgaben umfassen die allgemeine Assistenz im TV – und Musikbereich. Du unterstützt u.a. unsere TV-Abteilung bei der Organisation und Durchführung von TV-Shows, bei der Gästebetreuung, Einholung von Angeboten und Erstellung von Werbemitteln, internationale Korrespondenz, Reiseorganisation und -buchungen und hilfst bei der Organisation von Events und Auftritten unserer Künstler. Was du dafür mitbringen solltest sind Lust auf Musik und TV, gute Englischkenntnisse, Teamgeist, einen guten Umgang mit Word, Excel & Co. sowie eine selbständige Arbeitsweise.

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Mach alles und irgendwie nix, damit die Firma am laufen bleibt.

2. gesucht: Der Schritt zurück-Macher

Sie sind ausgebildeter (Verlags-)Kaufmann m/w.
Sie haben sehr gute PC-Kenntnisse.
Sie kennen sich mit Druckunterlagen bestens aus.
Sie haben buchhalterisches Verständnis.
Sie sind kommunikativ.
Sie arbeiten strukturiert und haben ein Gespür für die Optimierung von Prozessen.
Sie arbeiten gerne in einem jungen, engagierten Team.

Ihr Aufgabengebiet:
Office-Koordination
Vorbereitende Buchhaltung
Anzeigendisposition
Einholen und Prüfen von Druckunterlagen

Ihr Einsatzort:
Düsseldorf Medienhafen

Ihre Zukunftschancen:
Nach dem Volontariat ist eine Übernahme in eine Festanstellung möglich.

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Sie sind ausgelernt? Na, dann fangen Sie doch wieder unten an! Am besten bei uns für ein schmales Geld. Willkommen!

Auf eine Neues. Wieder einsteigen, wieder mit dabei sein. Versuchen wir es nochmal. Lassen wir diesmal Rose ihr Glück versuchen. Vielleicht bekommt sie ja eine Antwort???!

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Hier bitte nicht bewerben. Aber wer macht dat schon. Frechheit ist das trotzdem!

Einmal laut und herzlich gelacht. Wieder wird ein stupider Hiwi-Büro-Job als Volo verkauft. Nee, als Trainee, nee als PR-Assistenz. Wie jetzt? Danach kann und ist man alles?! Dann bewerbe ich mich vielleicht doch da:

Stellenbezeichnung Volontär/Student als PR-Assistent

Männlich

Grundvoraussetzung:
– pünktlich
– zuverlässig
– Integer
– flexibel
– sicheres und möglichst sehr gutes Deutsch

Tätigkeiten:
– Schreiben von Korrespondenz und Texten nach Diktat, Vorlage oder
selbständig nach Kurzvorgaben
– Verwalten der Adressdatei (access), Drucken von Listen, Etiketten etc.
– Allgemeine Büroarbeiten (Kopieren, Faxen, Kuvertieren, Versenden etc.)
– Evtl. Transport/Ausgabe von Heften der jeweils neuen Ausgabe eines Journals

PC-Kenntnisse:
– Office (word, excel, powerpoint und access)
– Browser (wikipedia, google, xing etc.)
– Bearbeitung von Bildern (z.B. mit Picture Manager)
– Dateiverwaltung (Ablage, Organisation, Suche, Packen etc.)
– Outlook (e-mails abfragen, senden, Anhänge schicken und abspeichern)
– PDFs erstellen
– Umgang mit Druckern, Netzwerk, Telefonanlage

Sonstiges:
– Führerschein

Zeitlicher Umfang:
– Täglich oder nach Absprache / Bedarf
– Teilzeit (15-30 Std./Woche)

Bezahlung:
– 11 EUR/Std. zzgl USt. nach Rechnungsvorlage
– Benzingeld nach Einsatz des Kfz

Hinweise:
– Ruhiger Arbeitsplatz
– Parkmöglichkeit vor dem Büro

Angebotene Beschäftigungsdauer unbefristet, auf Dauer
Wochenarbeitszeit 15 bis 30 Wochenstunden
Der Job ist als Nebenjob geeignet als Student, Werkstudent

Erforderlicher Bildungsabschluss Abitur

Sprachkenntnisse Deutsch (Fliessend/Verhandlungssicher)
Der Job ist für Berufseinsteiger geeignet Volontariat
als Trainee

Allein diese Aufgaben, da schlecke ich mir die Finger nach. Kopieren, Kuvertieren (hochgestochen für in Umschlag stecken, genial) und die ganze Geschichte auch noch selber verteilen. Krass! Aber dafür sitzt man irgendwo in der Pampa („ruhiger Arbeitsplatz“) und darf den Drucker bedienen. Ja, das will ich, das will ich. Oh, ich darf ja gar nicht. Da steht doch tatsächlich so ein nicht näher erklärtes „Männlich“ in der Anzeige. Dann kann es gar nicht heißen „Frau S. bitte zum Diktat“? Schade.

Immerhin ist der „Nebenjob als Student geeignet“. Der Job hat’s also echt drauf. Mehr als der Mensch, der diese Anzeige verbrochen hat.

Ich hau mich weg. So ein schönes Stellenangebot.

© Simone

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Am härtesten ist Allerdings, dass hier eine Selbstständige Tätigkeit als Bürohilfe als Volo verkauft wird. Das ist ja eine Frechheit. Hinzu kommt sogar noch die Tatsache, dass man den Studenten nicht mal Sozialversichern möchte. Aber dann das ganze Volo nennen. Scheinselbstständigkeit wird indirekt auch noch gefördert. Was für eine becknackte Firma steckt da bloß hinter?

Wenn ich morgen gute Laune habe, rufe ich da mal an und frage nach, ob die wissen, was ein Volo ist.

®Rose

Bald Doktortitel für Reinigungskräfte nötig

Ein Text über die Ausmergelung des Begriffes „Volontariat“. Mit einem kleinen Exkurs zum Thema überqualifizierte Leute für Aushilfsarbeiten gesucht. Ergo: I have got a billige Anstellung to offer.

Kurz der epilogische-Super-Exkurs: Ich erinnere mich daran, dass ich vor ein paar Wochen mal bei einer Agentur anrief, die laut Anzeige eine Halbtagskraft am Empfang suchte. Aufgabe: ans Telefon gehen. Etwas Kaffee kochen hier, mal ein Meeting vorbereiten da. Nicht mehr.  „Aushilfe für Telefon und Empfang gesucht.“ Ich also angerufen, kam mir gerade recht. Aber als ich dort anrief, wurde ich abgeschmettert. Die „Aushilfe“ sollte mindestens ein abgeschlossenes Studium (am besten was mit Kommunikation oder Medien….ahhhhh….) haben, sowie am besten noch eine Ausbildung zur Bürokauffrau und noch ein paar Jahre Berufserfahrung in einer Agentur. Für ans Telefon gehen. Halbtags. Ich legte auf und startete im Gehirn den Countdown für den Tag, an dem in Deutschland Reinigungskräfte nur noch mit Doktortitel ran ans Klo dürfen. Für 6,50 Euro die Stunde.  Prost Mahlzeit.

Jetzt zum Thema. Volontariat. Zauberwort. Türöffner. Mogelpackung. Was es mal war, ist es nur nur selten.  Die ehemals sogenannte „Journalistische Grundausbildung“ ist zum Wischi-Waschi-Job verkommen. Nennen wir es im Ernstfall nur noch: Besseres Praktikum. Die alten Regeln des Volos sind in der Landschaft der zigtausend Agenturen längst ad acta gelegt. Verloren auf dem Weg zur richtigen Ausbildung.

Simone fand an diesem Wochenende eines der Stellenangebote, in dem wieder eines der vielumjubelten Volontariate angeboten wird. Wir sind seit eh und je unzufrieden mit der Art und Weise wie manch eine Agentur ein Volo anbietet. Diese Stellenanzeige ist erneut der Beweis dafür, welch Schindluder mit dem „Volontariat“ getrieben wird. Was heute alles ein Volo ist…

Sehr verehrte Damen und Herren, hier die Stellenanzeige  zum mitlesen:

Zum 1. Oktober 2009 suchen wir eine/n
Volontär/in für das Büro der Geschäftsführung

Sie erledigen zusammen mit der Sekretärin im Vorzimmer der
Geschäftsführung alle anfallenden Assistenz- und Organisationsaufgaben eines modernen Büros. Neben der Terminkoordination und -überwachung bearbeiten sie die Korrespondenz und übernehmen die Reiseplanung und
–buchung. Das Verwalten des Büromaterials und die Datenbankpflege gehören ebenfalls zu Ihrem Aufgabenbereich.

Ihre Qualifikation:

* Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung
* Sicherer Umgang mit MS Office und Internet
* Sehr gute Englischkenntnisse, idealerweise Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache
* Sorgfältige Arbeitsweise und Organisationsgeschick

Das Volontariat ist auf ein Jahr begrenzt; eine spätere Übernahme ist nicht möglich.

Wir bieten eigenverantwortliches Arbeiten in einem dynamischen Team, einenArbeitsvertrag in einem Unternehmen in öffentlicher Trägerschaft sowie
einen attraktiven Arbeitsplatz im Zentrum von Stuttgart.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Finden Sie sich in unserem
Anforderungsprofil wieder? Dann freuen wir uns auf Ihre vollständige
Bewerbung mit Nennung des Mediums, durch welches Sie auf unsere Stellenanzeige aufmerksam wurden. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen unter Angabe der Stelle und des möglichen Eintrittstermins an:

Kurzum: Dies ist eigentlich kein Volontariat. Hier braucht jemand eine zweite Tippse für wenig Geld. Es geht nur ein Jahr. Gewisse Voraussetzungen sind nicht erfüllt.  Ein Volontariat im ursprünglichen Sinne geht zum Beispiel zwei Jahre. Ein journalistisches Volontariat garantiert das Durchlaufen von mindestens drei Ressorts. Dies sind nur zwei von etlichen Eckpunkten, die zumindest im Rahmen eines journalistischen Volos „eingehalten“ werden müssen.

Es gibt noch etliche andere Eckdaten, der DJV hat sogar eine Checkliste veröffentlicht, speziell für journalistische Volos. Außerdem sei hier auch noch kurz angemerkt: Früher, vor dem Wahnsinnsanfall der deutschen Wirtschaft, der deutschen Medienszene, machte man das Volontariat VOR dem Studium. Ohne einen Tag Berufserfahrung. Weiterlesen bitte hier:  http://www.djv.de/Checkliste-Volontariat.1708.0.html

Und auch bitte hier: http://www.djv.de/Volontariat.2544.0.html

Erklärungen „Was ist ein Volo?“ bis zu „Wie komme ich an ein Volo“. Auch auf der Seite des DJV.

Ergo: Das klassische Volontariat ist eine Seltenheit geworden. Vor allem im Bereich der „Schreibenden Zunft“. Sei es nun im Journalismus oder halt in der PR. Das ist wirklich schade. Vor allem die Tatsache, dass man heute stellenweise bis zu drei Jahre vorher gearbeitet haben soll – das führt den ursprünglichen Zweck des Volos in die Irre.  Das Volo war sogar mal ein Weg für Seiteneinsteiger. Jetzt, nach Anbeginn des Wahns, ist auch das unheimlich selten und schwierig geworden. Aber: Es gibt sie noch. Nur mal so am Rande.  Weiter im Thema.

Anders sieht es bei wissenschaftlichen Volontariaten aus. Jeder Kunsthistoriker wird jetzt ganz heftig mit dem Kopf nicken und sich ärgern, dass er (noch) nicht promoviert hat. Denn: hier wird der Doktortitel fast schon voraus gesetzt. Allerdings gibt es hier noch so etwas wie einen Ausbildungsfahrplan und auch Gehaltsvereinbarungen. Hier ist noch Sinn und Zweck eines Volontariates nachvollziehbar. Näheres dazu unter:

http://www.museumsbund.de/de/fachgruppen_arbeitskreise/volontariat_ak/themen/das_volontariat/

Der Begriff verkommt dennoch zu Spott und Schande. Das kann so nicht weitergehen. Der Ausdruck „Volontariat“  ist ein bloße Worthülse geworden, seine Inhalte ausgezehrt. Gerade die „Irgendwas mit Medien“-Branche hat ihn kaputt getrampelt.

Zum Weiterlesen:

  • Artikel des Wissenschaftsladen Bonn

http://www.wilabonn.de/2005-30-biku.pdf

  • Was sagt ver.di?

http://dju.verdi.de/junge_journalisten/volontariat

  • Leitfaden vom Fachverband der Technischen Redakteure

http://www.tecteam.de/grafix/bi_pdf/leitfaden_volontariat_080829.pdf

Welche Erfahrungen habt Ihr in Sachen Volontariat? Gibt es eine(n) der wenigen Glücklichen, der/die eine Volo-Ausbildung mit einem ordentlichen Vologehalt machen durfte?  Oder das Gegenteil: Wer hat ein Volo gemacht, welches leider keines war?

© Rose & Simone

Fundstück der Woche

Habe mal wieder eine schöne Stellenanzeige für einen zukünftigen global player gefunden. Gebe sie mal (gekürzt) wieder. Für eine online-Redaktion wird ein Volontär (m/w) gesucht:

Für die Entwicklung unserer Webseite suchen wir ab sofort einen Voluntär für den Bereich Redaktion / Contentmanagement. Wenn Sie Interesse daran haben, ein junges Unternehmen von Beginn an mit aufzubauen und den Aufbau und den Inhalt der Webseiten entscheidend zu prägen, finden Sie bei uns die passende Herausforderun
Die Plattform ### ist ein junges Internetportal . Jedes Thema wird dabei von ausgesuchten, kompetenten und geprüften Fachleuten betreut und Inhalte werden in Form von Audio, Video, Text und Foto für den User leicht verständlich dargestellt.

Aufgabenschwerpunkte:
Sie werden fester Teil unsres Teams und arbeiten maßgeblich am redaktionellen Ausbau des Informationsbereichs auf ### mit.

Planung und Durchführung von kurz- und langfristigen Projekten
Pflege und Aktualisierung der Internetseiteninhalte
Aufbau und redaktionelle Betreuung von verschiedenen Webangeboten
Verfassen von Inhalten für den Aufbau der Website
Planung, Erstellung und Verfassen von Newslettern
Verfassen von Online Specials
Verfassen von Pressemitteilungen Voraussetzungen

Gesuchte Studienfächer:
Medien- / Kommunikationswissenschaften
Germanistik
Vergleichbarer Studiengang

Anforderungen:
Sie studieren im Grund- oder Hauptstudium eines der oben genannten Fächer, sind motiviert, begeisterungfähig und engagiert.

Außerdem sollten Sie folgendes mitbringen:
mind. Vordiplom in einem der oben genannten Studienfächer
Sicherer Umgang mit MS Office
Umfangreiche Internetkenntnisse
Idealerweise Erfahrung in der Texterstellung für Internetseiten oder Printmedien
Sehr gute kommunikative Fähigkeiten
Sichere Rechtschreibung
Schnelle Auffassungsgabe und gute analytische Fähigkeiten
Perfektes Deutsch und sehr gute Englischkenntnisse
Gutes Abitur, gute Studienleistungen, unternehmerisches Denken und Internet Know-how werden vorausgesetzt. Zusätzlich erwarten wir eine selbständige Arbeitsweise, ein sicheres Auftreten, Teamfähigkeit sowie großes Engagement und Belastbarkeit.

Lohn 400

1. Die Rechtschreibfehler sind nicht von mir, sind so in der Anzeige. 2. Das Gehalt. 3. Die Anforderungen.

Was da nicht alles vorausgesetzt wird. Da hat der Bewerber auf jeden Fall mehr auf der Pfanne, als der Verfasser dieses Angebots.

Einfach schön. Comedy des Alltags.

© Simone

Nicht aufs falsche Pferd setzen

Nach vielen, vielen Versuchen, im umkämpften Medienbereich als Volontärin unter zu kommen, fallen einem schwarze Schafe und unseriöse Angebote schneller auf. Hier mal eine aktuelle Ausschreibung für ein Volontariat.
Eine PR-Agentur in Berlin mit journalistischem Ansatz sucht eine Volontärin/ einen Volontär.
Das ist schön. Aber:
* Bedingung ist ein dreimonatiges Praktikum (von Gehalt steht nichts dabei…wen wundert’s)
* steht in der Überschrift noch das Volontariat ausgeschrieben, heißt es zum Ende nur noch „Praktikant“
* eine Übernahme in ein Volontariat ist möglich (wer’s glaubt!!!)
* Agentur besteht aus einem großen Team (auf der website ist davon nichts zu merken, bemerkenswert dürftiger Auftritt)
* das große Netzwerk wird lobenswert erwähnt: also wird, wenn man ein größeres Projekt kommt, alles bemüht, was mal hin und wieder was auf freier Basis für die Agentur macht
* die Referenzliste ist nicht sehr aussagekräftig und es wird nicht erwähnt, welche Leistungen im konkreten Fall  erbracht wurde
* die Geschäftsführerin und ihre Vita werden allerdings ausführlicher beschrieben
heißt: 1-Mann-Betrieb und billige Arbeitskräfte durch Praktikanten. Das ist keine Chance, das ist eine Frechheit.
Wie kann man ein 3monatiges Praktikum verlangen, bei dem sich der Praktikant unsicher sein muss, ob er angemessen entlohnt und übernommen wird? Wozu gibt es die Probezeit? Dafür kann man nicht in eine andere Stadt ziehen. Die Stellenanzeige listet auch keinerlei geforderte Skills auf. Da wird jeder mit Kusshand genommen, der die Dinge in dieser Agentur auch nur im geringsten am laufen halten kann. Wie leid ich solche Praktiken von Agenturen bin, kann ich gar nicht sagen. Ich höre das von anderen auch immer wieder, diese absolute Ausbeutung, die hier vorangetrieben wird. Und: es funktioniert! Irgendein Depp findet sich immer. Das ist so traurig und so frustrierend!

© Simone