Gier frisst Hirn!

Loveparade | Deathparade: Tanz auf den Toten – Duisburg fails!

Geschätzte 1,4 bis 2 Millionen Menschen versammelten sich um zu wummernden Bassgebummse mit Hilfe von lustigen Pillchen das Tanzbein zu schwingen. Alles lief nach Plan. Das Hirn war aus. Der Beat war an. Doch aus einem Fußgängerstau in einem Bahnhofstunnel wurde eine Massenpanik. Und die für mindestens 15 Menschen zum Todesurteil.Das alleine ist schon schlimm genug. Tragisch. Schrecklich. Unnötig.

Was diesem scheiß Unglück aber noch die Krone des schlechten Geschmacks ist die Tatsache, das die Party weiterging. Aus angeblicher Angst vor weiteren Panikschüben wurde stur das Programm durchgezogen. Bumm! Bumm! Bumm! Es wurden keine Informationen preisgegeben und nicht einmal die Musik leiser gemacht. Stoisches Ignorieren als Ersatz für einen nicht vorhanden Krisenplan.

Duisburg hätte sich ein Beispiel an Bochum nehmen sollen. Die haben aus Befürchtungen, nicht die Sicherheit gewährleisten zu können, die Ausrichtung der Parade abgelehnt. Aber Duisburg stellt ein Gelände das für 350.000 zur Ausrichtung bereit und ignoriert dabei geflissentlich, dass man mit mehr als einer Mio Partywütiger rechnen muss. Aber selbst bei wesentlich weniger Leuten ist die tatsache, dass es nur einen(!) fucking Zugang gibt ein organisatorisches Desaster. Aber das wurde in Kauf genommen.

Die Verantwortlichen beweisen fehlenden Weitblick, beziehungsweise stellen Konsumgeilheit über Sicherheit der Partycrowd. Same Difference. 6 Männer und 9 Frauen habt ihr auf den Gewissen. Und der Preis für die pietätloseste Partyorganisation ist euch alleine dafür sicher, dass die Party nicht nur weiterging, sondern noch weiter aufgedreht wurde. Duisburg you fail. Fail big time.

In Gedenken an die, die nun nicht mehr auf der Erde feiern können. Man kann für euch nur hoffen, dass Faithless mit den Titel Recht und ihr dort, wo ihr jetzt seit eine gute Party habt.

Faithless – God Is A DJ
Hochgeladen von djoik. – Entdecke weitere Musik Videos.

@Nicolas

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Time for Revolution. „Danke für die info und herzliche grüße am“.

Als hätten wir in die Glaskugel geschaut. GW und AM peitschen das Programm gegen die Schwachen einfach mal so durch.

Meine Güte. Da ist er also nun, der Sommer. Und bevor das große Sommerloch droht und nachdem die NRW-Wahl hinter diesem Land liegt, wird es bittere Wahrheit: Die Regierung, schick und voller Schande vertreten vom Angie AM Merkel und GW Guido Westerwelle. Ich könnte nun einen billigen Schwesterwelle Witz machen, aber auf dieses Niveau will nun auch ich nicht hinunter. Ich könnte an dieser Stelle auch kurz und knapp die Frage stellen: Wo ist die RAF, wenn man sie eigentlich mal braucht? Aber an anderer Stelle wird das dann immer heiß und fettig in Frage gestellt. Da kann man mit Polemik nicht so gut umgehen. Es ist schwierig und schwül in diesen Tagen. Keine Frage. Der Mann im Rollstuhl, Schäuble, der Mann der Geldscheine in Schreibtischschubladen hortete und nie wusste wann und warum es wohin verschwand oder besser gesagt: Wo es herkam, dirigiert nun den Singsang des Abgesangs des Sozialstaats. Das, wovor viele Menschen in diesem Land einfach Angst hatten, wird jetzt Realität. Es wird gekürzt. Es wird da gekürzt, wo sich niemand mehr wehren kann.

Lange war es still auf diesem Blog. Lag es doch daran, dass ich nun wieder in Arbeit bin und auch noch einen Umzug zu organisieren habe. Und während das persönliche Glück eintrifft, kippt die Stimmung im Lande. Oder sollte sie. Ich persönlich bin ja für Revolte, Steine werfen und anderes. Da aber das Steine werfen inzwischen von Funrowdies anektiert wurde, ist das auch nicht mehr so einfach. Man sollte vorsichtig mit seinen Wünschen sein.

Ich frage mich nun, wie sollen diese Menschen eigentlich mit dieser Mietpauschale zurecht kommen? Schon jetzt ist es so, dass nicht einfach alles bezahlt wird. Das ist bis heute in den Medien immer falsch kommuniziert worden. Nur 45 qm pro Person mal den Quadratmeterpreis für Sozialen Wohnungsbau der jeweiligen Stadt. Was real gesehen immer sehr wenig ist. Beispiel Köln: real 12 Euro, Phantasiequadratmeterpreis der ARGE: Irgendwas zwischen 5,70 und 6,00. Jetzt bekommen also alle nur noch eine Pauschale. Let’s built a ghetto. Ist denen „da oben“ in ihren verqueren, von Klimanlagen verbrästen Gehirnen, eigentlich klar was sie sich für eine Quatsch zusammenreimen? Phantasieeinahmen aus Atomstromsteuern und so einem Blödsinn. I like to puke.

Wieso nimmt man ihnen diesen kleinen Betrag der Rentenversicherung weg? Es hieß immer, in früheren Tagen: „Aber meld Dich bloß arbeitslos, wegen der Rente, damit Du da nicht rausfliegst“. Nun ist das auch Schmu von gestern. Auch interessant: Maßnahmen (I HATE THAT WORT!!!!) werden nun „individuell“ entschieden. Noch individueller und noch schwachsinniger als bisher? Also, noch weniger Chancen für Menschen mit Willen zum Wiedereinstieg in die ach so geile Arbeitswelt mit Niedriglöhnen? Ich könnte wirklich ein bisserl in Regenbogenfarben kotzen. Da tänzelt also die Übermutter aus der Hölle, auch bekannt als fancy Zensursula, hinter dem Mikrophon herum und rechtfertigt die Einschnitte bei den „Hartzlern“ mit Schaumschlägerargumenten. Alles was recht ist, liebe Ursi, aber das ist die größte Schande seit …. ach ich weiß es einfach nicht mehr. Seit Kohl ist es ja sowieso sexy, Sparpakete als „Historisch“ darzustellen. Historische Scheiße ist das, mehr kann ich dazu nicht sagen.

Guido, König von Westerwelle, steht nun also neben der säuerlich drein schauenenden Angie AM Merkel. „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, damit muss nun Schluss sein“. Alles klar, Angie, wenn das nächste mal dein Kumpel Ackermann eine fette Party mit der Deutschen Wirtschaft auf Deinem Bürotisch feiert, dann hoffe ich, dass wenigstens der eine oder andere, der die Nase voll hat von diesem Dreck, den Mut hat, eine leere Coladose gegen das Tor des Kanzleramtes zu kicken. So ein Minihauch von Protest. Ich wäre ja auch für große Wellen für Protest, aber bisher sieht es leider nicht danach aus, als wenn jemand mal mitmacht.

„Danke für die info und herzliche grüße am„.

©Rose

Gläsernere Angstquallen gegen Blumen

Immer mitten in die Fresse rein. Cyberbashing von Duckmäusern und Netzschissern..

Kinners, was geht denn hier (und bei jetzt.de) ab? Kollektiver Prügelgangbang?

Und warum? Nur weil meine Blogkollegin etwas gesagt hat, was die Mehrheit äußert ungerne konsumiert: Die Wahrheit!!

Boah, ey Scheiße. Schnell weg. Damit will ich nichts zun tun haben. Husch. Husch. Geh weg da.

Ihr krakelt rum, wie Kleinkinder, weil Rose den Finger mit Anlauf und Arschbomde genau darein gehämmert hat, wo es euch scheinbar am meisten weh tut. Eure heilige Anonymität im Netz. Ja, lasst uns alle über den gläsernen Bürger aufregen.

Ey, wenn ihr alle so viel Schiss vor (Aus)Wirkungen in der Realität habt, dann fucked doch einfach nicht so viel im Netz rum. Selbstdarstellungsdrang versus Existenzangst? Jetzt die neue web-gameshow!!!!

Nichts ist in der Virtualität unsichtbar. Und nichts wird im Netz vergessen. Ich könnte noch mehrere Poesie-Alben darüber füllen, was für eine Idiotie das ist, sich hinter der vermeintlichen Anonymität im Netz zu verstecken, denn sie existiert nicht, aber Poetry Slam-Virtuose Andy Strauß hat es wunderbar zusammengefasst und sagt  es so, wie es ist.

Aber eine Warnung an alle Netzschisser und Wahrheitsphobiker: Big Borther IS watching you. Really. Und Big Sister tratscht es everybody weiter.

Und hier jetzt der Auftritt von Andy:

Nicolas

Massenpanik. Nach langer Pause mal wieder ein Text. Thema: Datenschutz und böses Internet. Der Teufel in blau. Facebook.

Wie die Lemminge stürzten einige User der Jugendseite der Süddeutschen sich und ihre Texte in das Ende des Nichts des Internets. Warum? Schuld war die kurze Einführung eines Facebookbuttons. I like killed the community.

Ha, da melde ich mich mal kurz aus der Versenkung. Es geht mal kurz nicht um Jobs. Es geht nur indirekt um Jobs und reale Leben. Bei jetzt.de unterhalte ich ja nun schon im neunten Jahre eine Sammlung von Kurzgeschichten. Nun hatte ich mich auch dort etwas rar gemacht, weil ich es leid war mit Leuten zu debattieren die überstudiert in langweiligen Bürojobs hängen und sich in endlosen Debatten im sogenannten Tagesticker am allerliebsten darüber unterhalten ob man den Staat abschafft oder ob man gerne ein Mädchen ist oder lieber gerne im Stehen pinkeln mag. Viele der User, mit denen ich dort Anfangs zusammen „bloggte“ sind inzwischen sowieso nicht mehr dort, sind echte Freunde geworden  – man sieht sich also in „Echt“. Natürlich sind dort immer noch ein paar nette Leute, aber eine gewisse Tonart beherrscht dort das Tagegeschäft, die mir nicht mehr gefällt. Das war früher anders. So, ich bin also nicht mehr so oft dort. Nun aber trug es sich wie folgt zu: Das Böse zog auf. Die Redaktion implementierte einen i-Frame Button zu Facebook. Das „i like“ Monster der Gegenwart. Nun ging es hot hot hot hot her da bei jetzt.de. Etliche User sahen ihre Anonymität davon schwimmen. So denkt man bis jetzt noch, das durch die Empfehlung über i like eine Zusammenführung der anonymen jetzt.de Profile mit den Facebookprofilen direkt und sofort möglich gewesen sei. In verschiedenen Threads kann man sehen wie derbe die Debatte brannte. Jetzt bekomm ich sicher dick Haue von den Kindern dort bei jetzt.de weil ich einfach von diesem Blog im freien Internet in den in sich geschlossenen Raum jetzt.de verlinke. Die Debatten dort haben für mich eines gezeigt: Man wiegt sich dort in der feinen Illusion im Internet könnte man wahrhaft persönliche und intime Geschichten veröffentlichen und dabei zu 100% immer anonym bleiben. Ich weiß nach zehn Jahren bloggen und der Arbeit mit und im Internet: Das ist nur schwer möglich. Will man das wirklich, sollte man einfach nichts im Internet veröffentlichen. Es geht in etwa in die Richtung mit den Sauffotos auf Facebook und der Chef findet diese. Wer so unvorsichtig ist und solche Bilder veröffentlicht und nicht in der Lage ist, die Sicherheitseinstellungen richtig zu machen  – wie soll da noch geholfen werden?

Das Internet ist nicht Schuld an der Datensammelwut von Google oder Facebook. Irgendwer hat ja mal angefangen, seine persönlichen Daten irgendwohin zu stellen. Der Inhaber der Daten der sie veröffentlicht ist also der Anfang allen Übels.

Auch die SZ zeigt in einer Bildereihe, komischerweise zeitgleich zum Hasserfülltenstreit bei jetzt.de, wie man sein FB Profil um einiges sicherer machen kann. Alles in allem hat mich das nur am Ende dazu gebracht, einen Text zu schreiben. Über mich und das Internet. Aber wie ich mir sagen lassen musste: Mich betrifft das ja alles nicht. Ich schreibe ja sowieso unter Klarnamen meine Meinung überall in dieses Internet rein. Schön und gut liebe Leute, aber sollte ich dann nicht noch viel viel viel mehr Angst haben als all die Leute ohne Klarnamen auf ihren Profilen? Die mit am lautetsten gegen den Facebookbutton und die angebliche „Profilaufdeckfunktion“ wetterten, haben nicht mal einen eigenen FB Account. Gähn, wie langweilig. Nun kreisen die ach so Anonymitätsgeilen Schreiber, die stets bei jetzt.de heiße Stories veröffentlichen, um den in der FAZ erschienen Artikel zum Thema. Amüsant ist mancher Thread in dem sich mancher User, der so heiß auf Anonymität ist, damit brüstet, jenes oder welches Zitat im Text bei der FAZ sei aber von ihm.

Es ist nichts Neues, dass man sich im Internet in der Öffentlichkeit bewegt. Jeder, der einen Internetzugang hat ist potzeniell dazu in der Lage Informationen über einen zu finden. Seien es persönliche Daten, Texte oder Bilder. Schuld ist immer nur der, der die Informationen veröffentlicht hat.

Meine Meinung dazu kann auch noch in meiner Glosse „Das böse, böse Internet. Wie das Internet in mich kam und ich in das Internet. Eine Operation bei vollem Bewusstsein“ nachlesen. Hier ein kleiner Auszug:

Es ist recht interessant. Da gibt es also Leute, denen fällt eines Tages auf, dass sie im Internet sind. Warum? Ein böser Facebookbutton zeigte sich am Web 2.0 Horizont und die Damen und Herren im feinen Zwirn hatten plötzlich Angst, der Chef könnte rausbekommen, was man während der Arbeitszeit so wirklich treibt. Oder Tante Augusta ihr Sohn Fritz würde schnell rausbekommen, dass man während des Erasmusprogramms eine Probephase mit Französischen Frauen durchzog. Ja, ja. Das böse, böse Internet.

Das Internet und ich, wir kennen uns seit 1996. Da war es fürchterlich neu und langsam. Ich kann mich noch an die erste Aktion in Sachen Internet erinnern: In einer Zeitschrift war eine AOL CD-ROM. Und wir Kids wollten unbedingt rein in dieses Internet. Wir nahmen das ganze Büro eines befreundeten Architektenvaters auseinander und versuchten das Telefon in den Computer zu stecken. Erst als das Büro in Schutt und Asche lag, stellten wir fest: Dazu braucht man ein Modem. Modem ist heute so wie früher Video 2000, wenn man heute eine DVD daneben legt. Mit den ersten Modems konnte man Menschen erschlagen. Schon damals war das Internet also eine an sich sehr gefährliche Sache.

Vergleicht man doch die damals pixeligen Dinger, die nackte Frauen seien sollte mit den heutigen High End Videos, die auch noch total gratis im World Wide Web anschaubar sind, betet man freiwillig drei Ave Maria rückwärts. Man will ja den Glauben an die Welt nicht in 60 Sekunden verlieren. Wenn schon, dann besser so als Pixelkacke. Ja, doch marschiere ich die Geschichte des Internets und mir rückwärts ab, ist das eine Geschichte voller Irrungen und Wirrungen. Eine Geschichte von falschen und richtigen Suchanfragen.

Nachdem das damals mit dem Internet und mir auf den ersten Blick nicht geklappt hatte, und wir das Büro wieder hergestellt hatten, fand ich das Internet im Hinterzimmer eines Musikladens in meiner Sauerländischen Heimatstadt wieder. Im Laden mit dem klangvollen Namen „Musik und Elektronik“ rauschte ich mit entenlahmer Geschwindigkeit mit Debbie durch das Internet. Viel gab es damals noch nicht zu sehen. War ja auch neu. Weil es nicht so viel zu sehen gab, beschäftigte ich mich dann zwei Jahre mit einer Video8 Kamera und nahm imitierte Dealertelefonate in gelben Telefonzellen auf und filmte mich selber dabei, wie ich „Gott ist tot“ in blau an die Pfarrkirche einer beliebigen Stadt sprühte.

Das Internet und ich kamen dann so richtig in Fahrt, als ich im Sommer 1998 beim Fraunhofer Institut anfing zu arbeiten. Das war super. Da gehörte Internet zur Arbeit. Den ganzen Tag war man drin. Und es gab auch drinnen endlich was. Ich legte mir mit feuchten Augen meinen ersten E-Mail Account an. Bei gmx. Ich kannte nur leider niemand anderen, der Internet hatte. War noch zu teuer. Das Fraunhofer machte mich gleich richtig abhängig. Es gab eine Glasfaserstandleitung. I was fixed. Die teilten wir mit der TU Darmstadt und ja, wir hingen nur in diesem Internet. Die Mädels aus der Grafikabteilung und ich hatten ein super Hobby: Mit gefakten Namen im Pralinechat abhängen. Wenn es um Sex ging, war das Internet schon immer am schnellsten. Dieses böse, böse Internet. Was wir da gemacht haben? Keine Ahnung mehr. Wenn wir nicht gerade irgendwelche Jahresberichte mit 3-D Grafiken drin erstellten, dann hingen wir halt da rum. In diesem Internet.

Weiter geht die ganze Geschichte dann natürlich hier.

Sicherlich, ich kann die Bedenken in Sachen Datenschutz teilen. Sicherlich, ich verstehe auch die Angst einiger Leute, dort „enttarnt“ zu werden. Persönlich finde ich es aber seltsam, dass die Angst enttarnt zu werden erst jetzt mit dem Buttonkrieg so massiv wurde. Oder so deutlich. Diese Gefahr war schon immer da. Wer solche Angst hat, entdeckt zu werden, der sollte einfach nichts im Internet veröffentlichen. Zuletzt ist es meine ganz persönliche Meinung, das ich solches Verhalten auch etwas feige finde. Wer schon dahergeht und große Debatten führt, wer dahergeht und Texte ins Internet stellt, der sollte zumindest dazu stehen. Finde ich.

Anscheinend unterscheide ich mich sehr von den anderen Usern: Als angeblich einzige schreibe ich bewusst Texte für eine Öffentlichkeit. Das, so kommt es rüber, finden viele dort bei jetzt.de, überhaupt nicht gut. Viel Schelte bekomme ich aus diesem Grund. Egozentrisch sei ich und aufmerksamkeitshaschend. Zumindest mache ich mir nichts vor. Ich mache mir nicht vor, ich veröffentliche etwas „nur für mich“ im Internet. Wenn man etwas veröffentlicht, dann will man immer wissen was damit passiert. Es führt den Sinn des „Veröffentlichens“ ad absurdum, wenn man nicht möchte, das es nicht gelesen, entdeckt oder was auch immer wird.

Für mich, als Autorin ist es sicherlich das normalste auf der Welt, Texte zu veröffentlichen. Aber andere sehen es als ganz schlimme Sache. Blöd finden sie es. Meine Texte total doof. Da bleibt mir als letztes zu sagen: Das hier ist das Internet. Jeder ruft eine Seite freiwillig auf. Wer meine Texte, meinen Stil und meine Meinung nicht mag, der sollte einfach nicht hinklicken.

Das ist eine ganz einfach Sache.

Alles neu macht der ähm März.

Relaunsch bei uns hier. In Reinform. Der eine geht, der eine kommt. Wir machen aus uns jetzt ein Magazin.

Simone Sass hat den Blog verlassen. Lange haben wir überlegt: Wie teilen wir der Welt die ganze Sache mit? In welcher Form? Nachdem wir dann einige unschöne Dinge im Netz gefunden haben, fehlte uns kurz der Verstand. Aber wir wollen vernünftig bleiben. Simone ist bereits seit Ende Januar kein Teil mehr dieses Blogs. Sie hat sich mit den Inhalten nicht weiterhin „anfreunden“ können und somit wurde beschlossen: Es wird sich getrennt.

Nach langem hin und her dann auch die Entscheidung: Simones Texte müssen gelöscht werden. Dies geschieht in genau zwei Wochen. Das Löschen ihrer Texte ist keine Böswilligkeit unsererseits sondern – wie wir es per Zufall aus verschiedenen Foren erfahren haben – ihr Wille. Ihr Wille geschehe. Amen. Getreu dem Motto „Geh mit Gott, aber geh!“ ist Simone nun Geschichte, Nicolas die Gegenwart und der Blog ein Magazin. Immer noch mit dem Schwerpunkt Arbeit und Soziales aber wir erlauben uns dann und wann auch mal andere Themen. Und jetzt wird gerelauncht. Alles neu macht der Mai. Und das sogar schon im März.

Nun verhält es sich aber gerade halt so, das Thementechnisch ein Freeze herrscht. Die Medien kloppen sich immer noch wegen HartzIV und wir haben hier inzwischen eingesehen, dass noch eine Glosse mit Seitenhieben gegen Guido und Co. auch keine Lösung sind. Der neue Autor Nicolas ist zudem, zum Glück und Gott sei Dank direkt ins nächste Projekt berufen worden und mischt wieder Fernsehtechnisch mit rum.

Auch der andere, verbliebene Part, hängt jetzt auch nicht total faul zu Hause rum. Moi, Rose, renoviert gerade ein Haus in welches ich zum Sommer hin einziehen werde. Soviel sei verraten. Da der HartzIV Hölle ja bei mir gegen Mai ein Ende gemacht wird, steht mir ein neuer Abschnitt bevor. Mit Arbeit. Und mit Landleben. Etwa Neues also. Das erklärt vielleicht auch für einen Moment den kurzen Stillstand hier im Blog.

Wir haben ja auch noch voll das Leben, es ist ja nicht so, als drehe es sich alles nur um Arbeit, Arbeit, Arbeit bei uns. Wir sind im Übrigen immer noch auf der Suche nach sexy Geschichten aus der Welt der Arbeit. So viel soll gesagt sein. Bitte schickt uns doch weiterhin Kandidaten für die Absagenparade. Das würde uns sehr freuen.

Und wir werden hier weiter viele Geschichten auf die Bühne bringen. Über Arbeit. Über Politik und Soziales. Über alles halt, was das Leben so zu bieten hat. Mit einem besonders wachsamen Auge. Oder auch zweien. Oder vieren. Wie man es halt sieht.

Und nun noch eine kleines Hurra, denn der Nicolas hat heute seinen ersten Tag beim neuen Projekt.

Blick aus dem Fenster. Blogshowblick.

Politik und Wahnsinn gehen ja miteinander gerne auf der falschen Straßenseite.

Eigentlich wollte ich schreiben, gemeinsam mit ein oder zusammen ein her. Aber ich hatte dann lust auf den sinnlosen Quatsch mit der anderen Straßenseite. Wie meinen? Ist das Kunst, oder kann das weg? Keine Ahnung, ich wollte nur gerade ein paar Sätze vollbekommen, um die neueste Folge der Blogshow anzukündigen. Tusch, Applaus, hier sind wir.

Ich habe beim rumsurfen im Internet, wo auch sonst, mal wieder ein nettes Ding bei rebelart.net gefunden. Und zwar einen hübschen Text zu der von Xtra3 gefakten FDP-Pressekonferenz in Berlin. Hach, da schlägt mein Herzchen höher. Ich hatte in der letzten Zeit vor lauter Themensuche und Kurgeschichten geschreibe den Blick auf die Politik verloren. Nee, eher kurz abgewendet. Montags hatte ich beide Augen auf den Bildschrim gerichtet, als Beckmann über den Bildschirm flatterte. Es war aber kaum zu ertragen. Denn ich kann Beckmann nicht leiden und dann war der doofe Rösler auch noch da. Ich finde ja, jemand der noch Flaum über der Oberlippe trägt, sich also keinen richtigen Bart leisten kann, ergo, kein Mann ist, ist auch nicht gerüstet für gute Politik. Irgendwie fehlt es mir bei dem Mann an Kompetenz. Wer Lust hat auf einen schicken Bericht über ausgedachte Pressekonferenzen, welche für viel Wut in der Hauptstadt sorgte  und viele Falten bei der kirren FDP, der klickt sich artig rüber.

©Rose

Unser Gast Autor Freddy Krüger ist back und schlägt zu. Denn, here we go again mit der sexy Rubrik der Gastautoren.

Jobs klingeln nicht auf dem Fahrrad – Sie haben keinen Daumen. Wenn der Arsch an der Couch festgetackert ist, bewegt sich auch nix. Shake your Booty to the Beat of the Geldmaschinerie

Finanzkrise! Finanzkrise! Trallala und Hoppsassa! Ja ja, das Leben ist schlimm, gemein, fies und natürlich total ungerecht. Besonders zu denen die es gleich dreimal nicht verdienen- zumindest, wenn es nach ihnen geht. Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer. Und die Young Professionals immer älter. Young Professionals? Was soll das eigentlich sein? Quotes aus dem „world wide wahnsinn“:

Schön geredet:
„Als Young Professional haben Sie den Einstieg ins Berufsleben bereits erfolgreich gemeistert. Sie haben einige Jahre Erfahrung in Ihrem Beruf gesammelt und sind fit in Ihrem individuellen Aufgabengebiet.“

Kurz gehalten:
“SAP versteht darunter z.B. ein abgeschlossenes Hochschulstudium und 2-5 Jahre relevanter Berufserfahrung“

Auf den Punkt gebracht:
„Viel Theorie und wenig Praxis. Können viel erzählen, aber mit der Umsetzung fehlt es.“

Jetzt mal so unter uns Gebetsschwestern. „Young Professional“ ist doch schon ein Paradoxon an sich. Entweder Young oder Professional. Beides is’ nicht. Das ist doch wieder eine dieser hanebüchenen und unnützen Wortkonstrukte. Einerseits können die Unternehmen, entsprechende Aspiranten durch das Attribut „Young“ klein und billig halten. Andererseits können hochschulabsolvierte Arbeitslose sich einen auf die Titulierung runterholen, ohne jemals dafür die Arbeitswelt von innen gesehen zu haben. Und mal Tellertaxi spielen während des Studiums zählt da grade mal so überhaupt nicht. Ich meine richtige Arbeit. Mit Abhängig davon sein und deswegen den Stolz mehr als einmal schlucken und allem unschönen Chichi, das dazu gehört.

Aber dafür sind sich die durch und durch idealisierten Damen und Herren in ihrer Weltfremdheit viel zu fein. Man ist ja schließlich Young Professional. Keine Haare am Sack, aber Oben gut gekämmt. Also sortiert man erstmal fröhlich jeden Job aus, der unter dem gefühlten Niveau ist. Was übrig bleibt sind Jobs bei denen die Personaler Tränen in den Augen haben, wenn die Bewerbungen (schön nach Lehrbuch und ohne Seele, geschweige denn Eigenständigkeit) rein flattern. Tears of Joy. Tears of Sorrow.

Da ist die Heul-Arie operngleich, wenn man wieder mal eine Absage bekommen hat. Man selbst fühlte sich doch so dermaßen prädestiniert für diesen Job. Böse Welt aber auch. Geht ja gar nicht. Da kippt man sich doch sofort das nächste pseudosozialkritisierende Buch hinter die Augen und fühlt sich bestätigt: Es liegt nicht an mir, es liegt am System. Ich bin besser als das System, deswegen verstößt es mich. Steht so auch im Buch.

Und weil es ja so ist, muss man glücklicherweise auch nicht auf die Idee kommen an der eigenen Einstellung zu schrauben. Nein, nein. Da meckert man doch lieber über die böse, böse Welt. Stilisiert sich selbst immer mehr zum Opfer und Märtyrer der Finanzkrise hoch und kommt mit seinem fetten Arsch nicht mehr von der Couch hoch. Hurrah, lethargisches Jammern als intellektueller Volkssport. Und das for Everyone. Na ja, zumindest for the Young Professionals. Immer schön in der Wunde pulen, damit sie auch ja immer brav am bluten bleibt. I did it all und auch noch my Way – warum will mich also keiner haben? Warum nur? Genau deswegen.

Schon Großmutter sagte immer: Von Nix, kommt Nix! Recht hat sie, die alte Rübenkocherin. Jobs klingeln nicht auf dem Fahrrad – Sie haben keinen Daumen. Also sollte man nicht darauf warten, dass sie sich bemerkbar machen. Man muss sie suchen. Es gibt sie. Sie sind da draußen. Irgendwo. Man muss sie nur sehen können. Doch dazu sollte man von Zeit zu Zeit die Brillengläser putzen, damit der Staub der eigenen Überheblichkeit mal weggewischt wird. Nur weil man studiert hat, vielleicht sogar noch ein Praktikum daran geheftet hat, ist man noch lange nicht prädestiniert bei Microsoft der neue CEO zu werden.

Sorry Kinners, so läuft das nicht. Man kann nicht einerseits die Finanzkrise als Dreh- und Angelpunkt der eigenen Krise nutzen, ohne dabei die Realität auch daran anzupassen. Gerade in diesen Zeiten ist, muss man damit rechnen, dass der Apfel auch mal sauer ist und man trotzdem reinbeißen muss. Aber bedenke: an Apple a Day keeps the Doctor away. Und besser ’nen sauren Apfel in den man beißen muss, als gar nichts zu Fressen zu haben. Übertriebenen Stolz muss man sich leisten können. Heute teurer denn je.

Ich sage nicht, dass es klappt. Ich sage nicht, dass man kurz- oder mittelfristig einen Job bekommt. Ich sage auch nicht, dass das Leben in der heutigen Situation leicht ist. Aber auch wenn es gerade nicht rosarot ist, bringt Schwarzmalerei erst Recht keine Farbe ins Spiel. Colour your Life. Schmiert Senf an die Decke und fang an euch zu Bewegen. Es wird kein Anderer für euch tun.

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Dieser Text ist von unserem schnuckeligen Gastautor Freddy Krüger, und es war mir ein Fest, diesen Text zu veröffentlichen. Muss ja mal ein anderer Wind wehen. Zack Bumm.

Rose