Meine täglichen 15 Minuten Wutbürgerdasein

Heute morgen war ich direkt beim Erwachen gut drauf. Zum einen habe ich mich in langsamen Wellen darüber aufgeregt, dass die Bundesarbeitsagentur jetzt Drogentests an ALG2 Beziehern…einführen möchte. Testen möchte? Ja wie schreibt man das denn? Vor meinem geistigen Auge sitzen dann da also die ohnehin schon sehr gut ausgebildeten Mitarbeiter der ARGE und beurteilen, wer vielleicht ein Drogi ist oder nicht?

Finde ich prima. Quatsch. So ein Sacharbeiter ist ja auch genau der richtige für so was. Jahrelanges, fundiertes Wissen in Psychologie sowie Pharmakologie pflastern seinen Weg…..Määääp. Ich habe auf den Phantasie-Aus Button gedrückt.

Die bei der Arbeitsagentur sind ja nicht mal gut darin, den Leuten Arbeit zu beschaffen. Die sollen das beurteilen von Sucht oder nicht Sucht doch bitte anderen überlassen. Das geht mir ein bisschen zu weit. Außerdem: Persönlichkeitsrechte und so.

Richtig cool aufregen konnte ich mich dann darüber, dass eine verzweifelte Mutter im Kölner Nettwerk fragte, ob es „normal“ sei, dass ein Zettelchen mit „Fritz ist krank“ heute 5 Euro kostet. Leider Gottes ist es wohl normal, auch wenn ich es mehr als gesellschaftlich verwerflich finde. So ist es wohl wirklich. Die Kinderärzte dürfen das. Sollen das. Die Preise variieren zwischen 1 Euro und 5 Euro. Nun, also, Moment mal. Kinder, ich habe keine, aber ich weiß: Die sind öfter krank. Aber wo ist das Problem, mag man sich jetzt gerade frage? Warum der Adrenalinauswurf am frühen Tage? Also, ein großer Teil der Kölner Schulen ist wohl auf die Idee gekommen, dass Eltern jetzt nicht mehr selber entscheiden dürfen, ob das Kind krank ist oder nicht. Der geschriebene Zettel von Mama „Fritz erbricht seit 22 Uhr in regelmäßigen Abständen und kommt daher nicht zur Schule“ ist nichts mehr wert. Nun also das „Attest“. Und nun steht die Mama unter Zugzwang. Weil man ihr abspricht, ihr Kind einschätzen zu können, muss sie zum Arzt. Und im Ernstfall 5 Euro zahlen. Muuuuuuh. Machte es da in mir. Muuuuuuuh. Brodel, brodel.

Soziale Ungerechtigkeit. Habe das mal am Beispiel einer sehr guten Freundin mit ihren fünf wunderbaren Kindern hoch gerechnet. Kind Eins startet Samstag mit Brechdurchfall. Bis Freitag der Folgewoche waren alle Kids startbereit für eine Krankheitsbeteiligung. Kostet am Ende der Woche dann also gut 25 Euro. Sind am Montag darauf alle immer noch krank, neues Attest. Wieder 25 Euro. Und so weiter.  Da musste ich mich doch mal richtig ordentlich aufregen. So eine scheiße. Ihr Gesetzlichen Krankenkassen. Ich finde das eine sehr teure Belastung für die Familien.

Das ist ein meist von irgendeinem Hustensaftproduzenten vorgedrucktes Formular. Erst Fritzchens Namen drauf und dann kann man ein Kreuz machen. „Kann die Schule nicht besuchen“ oder „Kann nicht am Sport teilnehmen“. Zack, Stempel drauf. 5 Euro. Im Ernst jetzt? Find ich kacke. Jefällt mir nicht.

Ein sehr guter Text, der sich auch mit der Bevormundung und der Einschränkung der Rechte von ALG2 Empfängern auseinandersetzt, ist dieser hier. Erschienen beim Freitag.

„Den ganzen Tag versuchen wir hier Sie unmenschlich perfekt zu optimieren“.

Äh, Hallo? Hier die neuesten News aus der nichts bringenden Weiterbildung zur Online Redakteurin. Wo fangen wir denn an?

Gestern passierte etwas schier unglaubliches, aber das Leben – wenn es eines der echten ist, hat immer Überraschungen parat. Als ich mit einem unserer Hunde beim Tierarzt war,  zog der liebe Hund den Autoschlüssel aus Frauchens Tasche und drückte dabei hübsch „abschließen“. Während Frauchen dann den Hund aus dem Auto manövrierte, fiel die Wagentür zu und in dem Moment leuchtete das Schlüsselband schön Orange von unter dem Sitz. Im Auto. Super, dachte ich mir, der Tag ist gelaufen. Dann begann eine endlose Odysee, kein Telefon, keine Handtasche, kein Nix – weil alles im Auto – lief ich erstmal zu Fuß 4 Kilometer zum Autohändler. Dieser sorgte dann dafür das ich die 27 Kilometer nach Hause nach Hause kam um dort den Ersatzschlüssel zu suchen, um dann wieder zum 27 Kilometer entfernt geparkten Auto zu gelangen, um es mit dem Ersatzschlüssel zu öffnen. Denn, weder der Autohändler noch ich hatten richtig Lust drauf, den Wagen brutal vom ADAC knacken zu lassen.

Aufgrund dieser zickigen Umstände habe ich es dann irgendwie nicht in dieses sowieso sehr sinnlose Seminar geschafft, da ich bis zum späten Nachmittag mit meiner Auto Odysee beschäftigt war. Nun gut, man muss ja im Leben Prioritäten setzen. Ich fand ich irgendwie fiebrigen Hund zum Arzt bringen und dann zu sehen, dass Auto wieder auf zu bekommen irgendwie wichtiger, als zu einer Weiterbildung zu fahren, bei der ich nichts lerne, weil in der Realität in der ich vorher gearbeitet habe, sowieso alles „anders“ läuft.  Und ja, weil man mir da einfach nichts beibringt. Weil ich es alles schon mal on the Job gemacht habe. Egal.

Heute durfte ich, die Frau Jakobs, dann mal zum Dings, Leitung. Gespräch. Also, lange Rede, kurzer Sinn. Man legte mir zum einen Nahe, es sei besser gewesen, wenn ich das 40.000 Euro Auto hätte knacken lassen (Nachtigal ick hör Dir trapsen, der Leasinggeber hatte da echt kein Bock drauf und dem gehört das Auto ja nun mal und so weiter….) und ja, dann legte man mir nahe, dass mit meinen Haustieren mal zu überdenken. Und der Arbeit. Denn, jajajaja, Arbeitgeber werden das nicht gerne sehen. So Hunde. So Tiere. Da muss man sich ja drum kümmern, und kein Arbeitgeber sieht es gerne, wenn ein Hund 40 Fieber hat und zum Arzt muss. Das passt nicht. Das soll ich mir mal überlegen.

Momentchen, momentchen. Geht es jetzt schon so weit mit der Staatlichen Arbeitnehmer Optimierung das gnadenlos Hobbies, Leidenschaften, Kinder und Haustiere, private Probleme, Unglücksfälle, Krankheiten und anderes herausgestrichen werden? Wofür Leben wir eigentlich? Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben? Diese Leistungsgesellschaft die sich Mc Kinsey like durch jegliche Facette des privaten Daseins optimiert, die kann mich mal echt am Arsch lecken.

Ein Arbeitgeber, der nicht einsehen würde, das ein nicht fahrbares Auto eben nicht fahrbar ist und der kein Verständis dafür hat, dass man Tiere hat, die auch mal krank werden und so, der ist zum einen nicht mein Arbeitgeber und zum anderen schlichtweg ein unmenschliches Arschloch.

Womit wir auch schnell dem Ende zu galoppieren: Frau Jakobs, mit ihren privaten Blogs da, das ist nicht gut. So finden sie nie Arbeit.  Liebes Institut,  go and fuck yourself. Vielleicht mal vorher irgendwo eine Prise Realität einatmen und dann abdanken. Arbeitgeber die den Menschen  in die Tonne kloppen,  sind sicher einiges, aber eines auf gar keinen Fall: MEIN Arbeitgeber.

Menschen haben Familie, Kinder,  Eltern, Geschwister oder auch Hunde und Katzen. Da kann immer was passieren. Menschen sind Menschen und leben nicht nur um irgendwelchen Arbeitgebern zu gefallen. Germany, Du kotzt mich an.

Long time nothing here. Leistungskontrolle. Schönes deutsches Wort.

Sagen wir es so, dass Weiterbildungsseminar saugt mir meine Lebenskräfte raus.  Ähnlich wie die grauen Herren in Momo. Leider.

Es ist einfach so, dass ich wirklich so langsam körperliche Schmerzen habe. Warum? Darum: Neun Stunden lang in einem Raum zu sitzen, und Dinge zu lernen, die man schon in den Neunzigern gerlernt hatte, die jetzt schon wieder Schnee von gestern sind, weil halt nicht up to Date, das zerrt an den Nerven. Manchmal, da springe ich unverhofft von meinem Sitzplatz auf. Mein Körper kann dann nicht mehr sitzen, er kann und will nicht mehr. Und dann sind sie da, die körperlichen Schmerzen. Es ist wie Infarkt. Aber wir haben ja inzwischen gelernt, dass meine Ansprüche zu hoch sind und öhm die Realität so ist, wie im Institut gepredigt. Außerdem ist inzwischen das Arbeitsamt der Hauptschuldige, das lasse ich ja sogar noch irgendwie gelten. Das Arbeitsamt habe sich dazu entschlossen, innerhalb der Weiterbildung  Leistungskontrollen durchzuführen. Das ist doch richtig menschlich. Ja, das menschelt so, dass ich Schnappatmung bekomme.

Eine der „Leistungskontrollen“, eine so called Klausur, zielte auf kreatives und journalistisches Schreiben ab. Nun, ich habe „nur eine zwei“ bekommen. Ja, nur eine zwei. Und seitdem bin ich noch saurer auf diesen Saftladen hier, als ich es ohnehin schon war. Das Thema wurde mir vorgegeben, aussuchen konnte ich mir da nicht viel. Zur Auswahl standen Porträits und eine Glosse. Klaro, habe ich letzteres genommen.

Mit der Benotung bin ich sowas von nicht zufrieden, dass ich eigentlich den heimlichen Plan schmiede, einen der mit Bekannten Publizisten und Verleger zu bestechen, dass dieser „nicht so gute Text, weil zu viel Passiv“ gedruckt wird. Einfach nur, um alle total zu ärgern.  Natürlich habe ich auch noch ein paar andere Noten zurück: Jura, sehr gut. Konnte mich aber nicht beruhigen, in Sachen Wut auf die Note im kreativen Schreiben. Sowieso, Kreativität mit Schulnotensystem zu bewerten, in einer Humpty Dumpty Weiterbildung, isch dräh dorsch! Naja, vielleicht überwinde ich ja wengistens mal meinen inneren Schweinehund und mache mal was aus meinem Talent. Rappeldibappel.

Ach ja, in der Photoshopklausur hatte ich „nur eine drei“. (O-Ton Mitschülerin, „Wie, nur eine drei? Wieviel hattest Du denn da falsch?). Gar nix hatte ich da falsch, ich hatte bei sieben Fragen keine Lust die zu beantworten, weil die PC Spezifisch gestellt waren, ich aber einen Mac benutze, seit Jahren. Also habe ich die Fragen kommentiert. In etwa so „Das beleidigt meine Intelligenz“, „Geht auf dem Mac sowieso anders“ und so weiter. Frechheit wird immer noch nicht belohnt. Mein Erzeuger meinte daraufhin nur am Telefon, die Kommentare in „Klausuren“ seien schon immer mein Problem gewesen. Aber irgendwie sei das auch süß, ich würde immer an Marvin, den Roboter, aus Per Anhalter durch die Galaxis erinnern, mit diesen Kommentaren. „Ein Gehirn so groß wie ein Planet“. Ja, genau so ist es, und daher rührt auch meine Wut und Ungeduld mit allem und jedem.

Nun aber Vorhang aus für die „nur gut“ Glosse.

 

TV-Shows: Esst (mehr) Fernsehköche.

Die Fernsehlandschaft ertrinkt in Kochsendungen. Kein Kanal, auf dem nicht gekocht wird. Von der einfachen „Wie macht man das?“ Sendung, bis hin zur Optimierungsposse mit den Profi Köchen. Von allem ist etwas dabei, um den Verstand vollends zu verlieren.  

So, und jetzt frittieren wir eine Gartenhecke. Sätze, von denen man anfängt zu phantasieren, wenn man sich durch die Landschaft der deutschen Kochsendungen zappt. Es wird gekocht, als wäre das Ende nahe. Es kocht sich so durch den Tag, morgens im ARD Mittagsmagazin geht es los, nachmittags im Rentnerchannel ZDF kloppen sich Lafer und Lichter mit einem paar Semi-Promis durch den schnöden Tag und am Abend, am Abend geht es richtig rund.

 

Das perfekte Dinner flimmert in Millionen Haushalten über den Bildschirm. Während dort zu kalte Lachsfilets auf den Teller kommen und die Gäste pikiert sagen „Also so etwas hatte ich ja nicht erwartet, da gebe ich nur vier Punkte“ schlabbert die Nation ihre Pizza aus dem Ofen. Deutschland hat den Kochwahn. Ganz vorne unser Dickerchen Reiner Calmund. Wenn man Calmund sieht, muss man immer direkt an Frittieren denken. Der frittiert alles. Autos. Spielerfrauen. Gartenhecken. Mmmmmh, lecker.

 

Harmloser Mister Toast Hawaii in den Sechzigern

 

Es fing mal irgendwann alles ganz harmlos an, da in den Sechzigern, mit dem ersten Fernsehkoch der Stunde. Clemens Wilmenrod. Mister Toast Hawaii. Allerdings hat das deutsche Fernsehen das Originalportrait eben jenes Mannes mit dem Konterfei von Jan Josef Liefers überschrieben, eben jener durfte nämlich den Erfinder des großartigen Toast Hawaiis erst kürzlich in einer pompösen ARD Verfilmung spielen. Kochen, bis die Welt untergeht. Wenn man sich so durch die Kochsendungen zappt, fragt man sich, hatten die Deutschen bis vor kurzem nichts zu essen? Was war zwischen Krieg, Mehlschwitze und Johann Lafer? Was war denn in den Jahren vorher? Gab es da nichts zu essen? Konnte da keiner kochen?

 

Nein, das ist es nicht. Es ist das Monster der Schleichwerbung. Überall durchkreucht sie, das Monster, diese Ansammlung von Kochsendungen. Am tollsten macht es uns Alfons Schuhbeck, der alles was er hat, mit seinen total tollen „selbstgemachten“ Gewürzen würzt. Kosta Quanta in la Supermarkt: Super süße sechs Euro. Das kann man mal ausgeben für ein Gewürz made bei Kochgott. Aber es ist wie immer nur das schnöde mehr Schein als Sein. In Deutschland gibt es sowieso nur zwei große Player im Gewürzgeschäft, die kennt auch jeder, denn jeder Supermarkt hat eben jene zwei Anbieter im CD/CI gebrandeten Regal neben der Fleischtheke stehen. Und die mischen auch dem Schuhbeck seine Gewürze. Nur halt drei Mal so teuer am Ende. Was solls. Hauptsache es schmeckt, und was teuer ist, schmeckt ja angeblich besonders gut.

 

Bei Lanz kocht, kocht sich nur das Kleinhirn

 

Die Krönung zwischen all den Restauranttestern und Lokalitätenoptimierern ist allerdings „Lanz kocht!“. Was aber wohl an Lanz liegt, Lanz setzt momentan allem die Krone der Langweile auf. Vorher noch „Kerner kocht“, gute Sendung zum gediegen Einschlafen am späten Freitagabend, sprengt Lanz mit seinen dummen Fragen jegliche Gehirnzelle eines menschliches Hirnes. Da ist nix mit entspannt entschlummern zu Kochsounds. Nein. Und jetzt, am Ende, alle gegen Steffen Henssler. Das ist der, gegen den Tim Mälzer mal getauscht wurde. Mälzer hatte sich ja bei Vox bekanntlich bis zum Burn out gekocht, um dann mit seinen speziellen Eigenschaften bei der ARD wieder wie der Phoenix aus der Asche zu steigen. Mälzers absolute Spezialität ist es, kurz vor Beendigung der Kochorgie eine Zutat in das Gericht zu klatschen, was bei 80% der Zuschauer ein reflexartiges „Iiiiiiiih“ hervorruft.

 

 

Immer Kritik mit Lob verbinden und den Gegner mit Kopfblubbern ins Off hauen. Managerseminar, dritter Teil

Lose Gedankensammlung meines Hirnes. Eines Vorweg: Heute war der Tag inhaltlich gut. Der Dozent, Jurist, konnte das Thema gut rüberbringen. Sehr schön juristisch verschroben. Das hat mir dann gefallen. Da hatte ich nix zu … meckern. Ja, ja, diese Meckerei. Lange habe ich heute gegrübelt, ob ich „aufgebe“ oder ob ich „weiter mache“.

Mit den Beschwerden.  Irgendwie musste ich dann viel an Kurt Tucholsky denken, als ich aus einem weiteren Gespräch mit der Institutsleitung, oder besser, den Betreuern unseres Kurses, raus kam. An Tucholsky musste ich denken, weil ich irgendwie ein zerfetztes Zitat im Kopfe herumschwirren hatte, der Deutsche, stets Berufsbeleidigt. Oder Berufsbetroffen. Ich bekomm es nicht mehr ganz auf die Kette. Zumindest war ich erstonished, was passiert war. Und in diesem Gedankengang musste ich mir kurz die Frage stellen, ob ich den Kurs doof finde, weil ich irgendwie vielleicht so „Berufsbeleidigt“ bin und daher immer was zu meckern habe..

Also, ich fasse mich kurz, man hat mir freundlich gesagt (jetzt wirklich freundlich, es war ein Gespräch unter Erwachsenen, irgendwie schon) dass ich mich mit meinen viel zu hohen Erwartungen doch bitte etwas zurücknehmen sollte. Great Expectations! Das war schon immer mein Problem! Ich neurotisches Dingen, Perfektion und Listenführung. Ätzend, aber drin in mir. Irgendwann werde ich in Mustern über gepflasterte Fußgängerzonen schreiten.

Also, meine Erwartungen sind zu hoch, meine Qualifikation natürlich Bestens, aber die der anderen nicht so, darum müssen die „das alles so machen“ Es ist wichtig, alle auf einem Level einzusammeln und auf einer Ebene wieder abzugeben. Ich habe auch diplomatisch eingelenkt und betont, nicht alles sei doof doof doof, aber schon so einiges. Das ist aber nun meine eigene Schuld, meine hohen Erwartungen. Und ich erschrecke damit die anderen und mache denen Angst. Angst vor der Arbeit.

Nun gut. Das habe ich jetzt mehrere Stunden durch meinen Kopf gehen lassen. Und ich bin damit unzufrieden. Vor allem die perfekt kombinierte Mischung aus Lob und Kritik. Ich bekam etwas weißes Rauschen und Gehirnbitzeln, weil mein ES wollte Che Guevara-like mit einer Prise Robin Williams „Club der toten Dichter“ auf den Schreibtisch springen, aber irgendwas, Ich ober Über-Ich waren irre vernünftig. Dieses neue Ich von mir saß da, sagte an den vorhergesehenen Stellen „Mmmmah, ja,mmmm ich kann das verstehen“. Ich war sehr einsichtig. Nicht. Keine Ahnung. Ich war irritiert. Also ja. Mein Argument, dass ich allerdings der Meinung bin, dass in meinem Kurs super krass qualifizierte Menschen sind, bei denen ich das absolut nicht verstehe, das die keiner will und das ich darum der Meinung bin, dass das Vorspielen von falschen Bedingungen halt falsch ist, weil das Problem (boah Bandwurmsatz) woanders liegt. Im verqueren Arbeitsmarkt. Ich habe gesagt, klipp und klar, ich glaube, das Problem liegt da  Draußen im System und mein Gefühl ist es, dass es Menschenunwürdig ist, wenn Leute die gebildet und erfahren sind, stellenweise behandelt werden wie Mündel. Natürlich ist das mein Subjektives Empfinden. Und das die Inhalte so unpassend sind, liegt nur an meinen subjektiv zu hohen Erwartungen.

Wenn mich zwei Dinge seit jeher in Gefahr gebracht haben, war es immer Aufstand gegen die Obrigkeit aus Prinzip und das Chaos was ich anzettle, wenn ich finde, jemand wird ungerecht behandelt. Ich kann das nicht leiden. Und als man mich heute mit Mitte 30 „zum Direktor“ zitierte, hatte ich ein Gefühl, als sei ich wieder mitten drin in der Pubertät und einfach nur dagegen.

Am Ende bleibt einfach nur die Sache, das es immer noch nicht angekommen ist, was ich denen sagen wollte. Das sie dieses Internet und diese Social Media Nummer etwas ernster nehmen sollten. Es wäre doch wirklich ein richtiger, wertvoller Benefit, würde man die Teilnehmer in diesen vier Monaten richtig „Hardcore“ in die digitale Medienwelt einführen. So lästige Übungen wie „Lesen sie 35 Minuten nach dem wach werden SPON Kommentare.  Versuchen sie nicht nur einen Kommentar zu schreiben, bewahren sie Ruhe!“. Das musste ich mühsam in 15 Jahren lernen. Früher war ich wirklich scharf auf übelste Kommentarschlachten. Heute wäre ich froh, ich hätte früher mein Goosfraba-Ich entdeckt. Das ist ja auch etwas Neues. Das ist nur eines von vielen Beispielen, „was man da machen könnte“. Ich meine, ich sehe, doch, dass viele schon Probleme dabei haben, ein Facebookprofil anzulegen. Oder schreien wegen des Datenschutzes rum, aber What’s App hat dann doch jeder. Diese vielen kleinen Feinheiten. Oder auch die Historie des ollen Internets und der „Community“ da herinnen. Es ist ja dann auch schon irgendwie inzwischen eine Sache, in der zweiten, dritten Dekade und da gibt es schon „Geschichten“ zu erzählen. Und das öffnet auch dann das Verständnis und nimmt den Leuten die Angst.

Oder die interessanten Seiten an zB. dem Gesichtsbuch. Es ist ja nicht nur der Teufel in Person. Es hat auch interessante soziale Aspekte, das Dinge die sich im Internet entwickeln, auch wieder ins reale Leben zurückspielen. Also Menschen dann auch in echt wieder an einen Tisch bringt. Das Internet ist viel mehr und schon mal gar nicht irgendein „Lafi Fari“ Kommunikations oder Verkaufkanal, den man beliebig bei Bedarf an oder ausschalten kann. Es ist immer da und es verändert sich mit jeder Minute. Sharingportale hier. Crowdfunding da. Und so weiter.

Den Leuten in diesem Kurs dieses cräzy Wissen vielleicht in „total echt“ zu vermitteln, also Social Media und to do it in the right way, wäre wirklich so ein grandioser „USP“ für diese Menschen, die angeblich unbedingt Arbeit brauchen, um sich selbst wahrzunehmen. Letztes halte ich sowieso für den letzten Scheiß. Ich bekomme ja Angst wenn ich Sätze höre wie „Ich bin jetzt schon seit einem halben Jahr arbeitslos, ich glaube ich ende ganz schrecklich“. Da will ich meinen Kopf an die Wand schlagen. Die Menschen bekommen ja Angst vor sich selber in der freien Zeit. Das möchte ich irgendwie nicht. Das soll doch bitte keiner haben!

Arbeit ist wichtig, aber sie sollte zu 100% Spaß machen und man sollte sich, seine Talente und Passionen darin einbinden können und dürfen. Aber irgendwie ist das anscheinend so eine ganz verquere Hippie Einstellung die ich mir da angelacht habe. Mist.

Die Revolution im Bildungssektor ist nicht abgesagt, aber ich denke über einen neuen Weg nach. Vielleicht nicht so rumpel die pumpel, eins, zwei, drei Polizei. Ich versuche es jetzt mal anders. Irgendwie so Geheimdienstmäßig mit Autosuggestion und Hypnose.

I will tell you.

Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech.

Kurt Tucholsky

Täräm Täram Täm Täm.

Herrschaften, dies ist eine Kurzmeldung. Die dicke Geschichte folgt alsbald.

Kinder, wir haben uns rar gemacht in den letzten Tagen. Nicolas wird von einem Projekt bei lebendigem Leibe aufgedingst und moi, Rose, wechselt das Heim und gibt sich der absoluten Ideenlosigkeit im Grünen hin.  Die aktuelle poltische K.O. Situation macht mich bräsig. Ich kann da nicht mehr viel zu sagen. Jetzt redet die Angie auch schon nicht mehr mit dem Gabriel, weil der Gabriel irgendwelche ellenlange SMSe an den Spiegel verrät. Schlimme Welt! Alles doof! Und jetzt ist es einfach auch noch fett voll Sommer und alle müssen ganz viel rumschwitzen. Ekelig! Aber egal, ich habe ein Planschbecken, da kann ich meinen Kopf reinstecken.

Aktuell ist schon ‚was los, das Sommerloch tut sich zwar langsam am Horziont auf, aber ich weiß einfach gar nicht mehr, was ich zu dem ganzen Mist, der da draußen abgeht, sagen soll. Meine Meinung sollte ja inzwischen tendenziell klar sein. Aber man kann ja nix mehr sagen in diesem Land. Fragt man im Scherz, wo die RAF sei, wenn man sie mal wieder braucht, brennt gleich die Hütte und man muss schlimme Dinge über sich ergehen lassen.

Apropos schlimme Dinge. Das Internet ist ja eine schlimme, lügende Schlampe. Neulich, da bekam ich Post beim von mir immer noch sehr geliebten jetzt.de. Darin warf man mir vor, was für eine kranke Person ich sei. Auf der einen Seite von EU Bezügen leben, aber dann voll fett so scheiße schreiben, wo denn die (gähn, schon wieder) RAF sei, wenn man sie mal braucht. Welch Schenkelklopfer. Ich also married mit einem EU Abgeordneten in Brüssel. Ich habe lange nicht mehr so gelacht. Aber so entstehen Urban Legends. Ich bin bis jetzt noch nicht gegen dieses wirklich sehr, sehr absurde Gerücht angekommen. Ich hätte dick Lust in die Ardennen zu düsen und ein paar Postkarten an diese Deppen zu schicken, die sich diesen Blödsinn ausgedacht haben. Aber ich habe leider deren Adressen nicht. Die machen einen auf so bequem anonym. Ja, ja, der Deckmantel der Anonymität macht aus dem kleinsten Bürohasen einen wilden World Wide Web Rowdy. Ein Hoch auf die Fantasie gelangweilter Menschen die null Sinn für etwas Sarkasmus mit einem Häppchen Ironie haben. So, Sidekick hier zu Ende.

Jetzt noch Schnell eine Fancy Hot News zum End.  Wir machen bei diesem lustigen Welt Kompakt Experiment mit. Ja, so total bescheuert sind wir. Nein, kurz ein paar Worte dazu:

Wir denken, es ist eine interessante Sache. Andere Bloggermenschen in Echt treffen, ist immer nett. Dann mal das Axel Springer Haus von innen sehen, ist auch nett. Und einen Tag Zeitung machen, ist auch nett. Wir haben uns nicht verkauft, nicht verraten und so weiter. Mehr Worte werden wir dazu nicht verlieren. Die Entscheidung ist nicht schnell gefallen, nein, zwei, drei Tage haben wir überlegt und dann gesagt: Raus mit den Vorurteilen, wir machen einfach mal mit. Viele in Blogginghausen sind einer fiesen Ohnmacht nahe, und es hat eine neue Welle losgetreten. Es geht teilweise darum, welcher Blogger nun wirklich wichtig ist und welcher nicht. Wir waren am Ende soweit zu sagen: Blogger sind voll doof. Ja, nee, doch nicht. ACHTUNG! IRONIESCHALTER BITTE UMLEGEN!!!!* Aber im Eifer des Matches im Worldi Net (wir sparen uns hier wilde Verlinkungen, wir fiesen Nasen) haben wir uns an unsere virtuellen Pinnwände geschrieben:


blogger. das unbekannte wesen. früher nannte man sie nerds, heute heißen sie blogger und rotzen jeden scheiß ins world wide web. lauter vollidioten, die bei der lokalzeitung keinen praktikumsplatz bekommen haben. nennen sich freie journalisten, fordern weltfremde honorare von XXXX pro tag. warum? weil sie blöde sind, beschissen schreiben, keine freunde haben, im dunkeln gegen die wand wichsen.

es ist überhaupt ein wunder, dass es dieses internet noch gibt.

Ach, aber dann dachten wir uns, doch alles gar nicht so schlimm, machen wir die Herdplatte einfach wieder aus, auf der alle gerade sitzen.

In diesem Sinne: Dat wird spannend morgen. Ich versuche, eine möglichst heiße Fotostory mitzubringen. So wie früher in der Bravo.

Tschüssi,

Rose

* Das muss man jetzt so machen, mit Ironieschalter an und aus. Sonst kommt man in Teufelsküche. Es ist wirklich nur ein kleiner, bitterböser Spaß.

Time for Revolution. „Danke für die info und herzliche grüße am“.

Als hätten wir in die Glaskugel geschaut. GW und AM peitschen das Programm gegen die Schwachen einfach mal so durch.

Meine Güte. Da ist er also nun, der Sommer. Und bevor das große Sommerloch droht und nachdem die NRW-Wahl hinter diesem Land liegt, wird es bittere Wahrheit: Die Regierung, schick und voller Schande vertreten vom Angie AM Merkel und GW Guido Westerwelle. Ich könnte nun einen billigen Schwesterwelle Witz machen, aber auf dieses Niveau will nun auch ich nicht hinunter. Ich könnte an dieser Stelle auch kurz und knapp die Frage stellen: Wo ist die RAF, wenn man sie eigentlich mal braucht? Aber an anderer Stelle wird das dann immer heiß und fettig in Frage gestellt. Da kann man mit Polemik nicht so gut umgehen. Es ist schwierig und schwül in diesen Tagen. Keine Frage. Der Mann im Rollstuhl, Schäuble, der Mann der Geldscheine in Schreibtischschubladen hortete und nie wusste wann und warum es wohin verschwand oder besser gesagt: Wo es herkam, dirigiert nun den Singsang des Abgesangs des Sozialstaats. Das, wovor viele Menschen in diesem Land einfach Angst hatten, wird jetzt Realität. Es wird gekürzt. Es wird da gekürzt, wo sich niemand mehr wehren kann.

Lange war es still auf diesem Blog. Lag es doch daran, dass ich nun wieder in Arbeit bin und auch noch einen Umzug zu organisieren habe. Und während das persönliche Glück eintrifft, kippt die Stimmung im Lande. Oder sollte sie. Ich persönlich bin ja für Revolte, Steine werfen und anderes. Da aber das Steine werfen inzwischen von Funrowdies anektiert wurde, ist das auch nicht mehr so einfach. Man sollte vorsichtig mit seinen Wünschen sein.

Ich frage mich nun, wie sollen diese Menschen eigentlich mit dieser Mietpauschale zurecht kommen? Schon jetzt ist es so, dass nicht einfach alles bezahlt wird. Das ist bis heute in den Medien immer falsch kommuniziert worden. Nur 45 qm pro Person mal den Quadratmeterpreis für Sozialen Wohnungsbau der jeweiligen Stadt. Was real gesehen immer sehr wenig ist. Beispiel Köln: real 12 Euro, Phantasiequadratmeterpreis der ARGE: Irgendwas zwischen 5,70 und 6,00. Jetzt bekommen also alle nur noch eine Pauschale. Let’s built a ghetto. Ist denen „da oben“ in ihren verqueren, von Klimanlagen verbrästen Gehirnen, eigentlich klar was sie sich für eine Quatsch zusammenreimen? Phantasieeinahmen aus Atomstromsteuern und so einem Blödsinn. I like to puke.

Wieso nimmt man ihnen diesen kleinen Betrag der Rentenversicherung weg? Es hieß immer, in früheren Tagen: „Aber meld Dich bloß arbeitslos, wegen der Rente, damit Du da nicht rausfliegst“. Nun ist das auch Schmu von gestern. Auch interessant: Maßnahmen (I HATE THAT WORT!!!!) werden nun „individuell“ entschieden. Noch individueller und noch schwachsinniger als bisher? Also, noch weniger Chancen für Menschen mit Willen zum Wiedereinstieg in die ach so geile Arbeitswelt mit Niedriglöhnen? Ich könnte wirklich ein bisserl in Regenbogenfarben kotzen. Da tänzelt also die Übermutter aus der Hölle, auch bekannt als fancy Zensursula, hinter dem Mikrophon herum und rechtfertigt die Einschnitte bei den „Hartzlern“ mit Schaumschlägerargumenten. Alles was recht ist, liebe Ursi, aber das ist die größte Schande seit …. ach ich weiß es einfach nicht mehr. Seit Kohl ist es ja sowieso sexy, Sparpakete als „Historisch“ darzustellen. Historische Scheiße ist das, mehr kann ich dazu nicht sagen.

Guido, König von Westerwelle, steht nun also neben der säuerlich drein schauenenden Angie AM Merkel. „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, damit muss nun Schluss sein“. Alles klar, Angie, wenn das nächste mal dein Kumpel Ackermann eine fette Party mit der Deutschen Wirtschaft auf Deinem Bürotisch feiert, dann hoffe ich, dass wenigstens der eine oder andere, der die Nase voll hat von diesem Dreck, den Mut hat, eine leere Coladose gegen das Tor des Kanzleramtes zu kicken. So ein Minihauch von Protest. Ich wäre ja auch für große Wellen für Protest, aber bisher sieht es leider nicht danach aus, als wenn jemand mal mitmacht.

„Danke für die info und herzliche grüße am„.

©Rose

Das Thema Arbeit. Ach ja, da war ja was.

Erstmal kurz einer fieser Abwasch zum Thema blah blah und Internet und dann zum Finale: Tales from the Arbeitsamt.

Ja, das liebe Arbeitsamt. Hat es doch bisher für die hottesten Geschichten hier gesorgt. Da bei mir selber gerade nichts mehr ansteht, ausser das ich dem Arbeitsamt gesagt habe: Ich habe Arbeit, gehe ich seit heute wieder auf die Suche nach Geschichten mit und über Arbeit. Nach der großen Hysterie bei jetzt.de muss es ja weitergehen. Ich gemeines Pöbelmädchen, das PR-Heißluftgebläse, macht einfach mit dem ollen Mist hier weiter. Das ist sehr amüsant, dass es einigen Leuten anscheinend so sehr auf den Strich geht, dass sie mir unterstellen direkt aus der Hölle zu kommen. So durfte ich neuerdings lesen, ich würde ja gerne „boshafte Texte über andere Leute schreiben“. Was man im Internet nicht alles so rausbekommt über sich. Ja, ja, ja. Mir war neu, das Glossen über Arbeit, Texte über Rave und Realitätsverlust, Pöbeleien gegen die Junge Union (Hallo? Darf man jetzt nicht mal mehr politisch sein?),  sowie Reportagen über das Arbeitsamt „boshafte Texte über andere Leute sind“. Hallo? Andere Leute? Hat schon mal jemand erklärt, dass wenn man wahlos eine Gruppe durch den Kakao zieht, egal ob Junge Unionler mit Akne, Raver mit Schlafdefizit oder so, dass nur der selber Schuld ist, der sich in der Gruppe wiedererkennt? Kann ich doch nix für. Jajaja, alles so fürchterlich böse und gemein. Schlimme Welt, ruft Eure Muttis an. Ich glaube ich gebe mal kurz ein Runde Beispielboshaftigkeit rein in das Internet:

Ihr kleinen Hoppelhasen da draußen. Wie geht echte Boshaftigkeit? Ein Beispiel.

Geht es eigentlich mit Euren Hirnwindungen jetzt straight dem Zerfall zu? Geht ihr mit dem Wahn an der Leine einmal um den Block? Zuckersüß seid ihr kleinen Realo Heulsusen mit Euren Bigger-Than-Life Masturbationsvorlagen. Die habt ihr Euch aus Langeweile selber auf Backpapier aufgemalt, damit da wenigstens etwas ist, wenn ihr aus dem Fenster schaut. Wie war das noch? Broterwerb ist Euch wichtiger als persönliche Freiheit? Ihr armen Würste, ihr taugt nicht mal für Möhren Untereinander. Get a life, aber schnell, bevor ihr Euch dazu entscheidet den Sozialstaat abzuschaffen. Lasst Euch doch am besten noch die Schweizer Alpen auf den Rücken tätowieren, als Zeichen Eurer wahren Größe.

Das hier war Boshaft. Und dennoch habe ich keine einzige Person persönlich angesprochen. Nur damit ihr mal wisst, was ihr so da herum posaunt, hier in Eurer kleinen aber feinen Hemisphäse mit Euren billigen Nicknames und bescheuerten Hobbies.  Ihr nehmt Euch mit Euren kleinen 08/15 Existenzen echt ganz schön wichtig. Ihr Hoppelhasen. Jetzt aber schnell offline gehen. Der Chef kommt.

Ich würde mich jetzt gerne in der Position des „Bad Girls“ suhlen, aber sobald ich mich auch nur einmal im Dreck gedreht habe, bekomme ich dann wieder ein paar halbanonyme Zuschriften von jetztlern und nicht jetzlern, wie frech das alles ist. Ich möchte hier an dieser Stelle ein letztes Mal einen sexy fancy und absolut Gebührenfreien Hinweis geben: Das hier ist das Internet. Und man wird nicht gezwungen, irgendwelche Seiten anzuklicken die man mehr als bescheuert findet. Aber, das bekommen einige nicht hin. Die haben nix besseres zu tun als Content verwirrt von A nach B zu kopieren, Texte zu verfremden, einen zu beschimpfen und auf das Urheberrecht zu scheißen. Apropos Scheiße, die Frage ist ja, wo fängt pöbeln an und wo hört es auf. Und seit wann sind wir hier eigentlich alle so bedacht darauf, dass uns keiner auf die Finger schaut? Ah, wie war da noch die Anonyme Zuschrift auf Platz 1?

„Es gibt Leute, denen ist Broterwerb eben immer noch wichtiger als ihre persönliche Feigheit Freiheit“.

Das finde ich sehr, sehr, sehr traurig. Wer immer noch meint, Arbeit sei das ganze Leben, der tut mir wirklich leid. Natürlich, Arbeit ist wichtig. Wir wollen alle Arbeit haben. Aber es ist nicht genug Arbeit für alle da. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass man das als Arbeit haben sollte, was man kann, wo man sich selbst sein kann. Aber mir wurde in mehreren Zuschriften im Rahmen der Anonymitätsdebatte im Internet geschrieben, das sei nicht so. Es ist wohl immer noch wichtiger, zu kuschen und seine Meinung zu Hause im Brotschrank einzusperren. Weil das erworbene Brot wichtiger ist als die persönliche Freiheit. Es gibt in diesem Land einen schicken Paragraph, der einem Gott sei Dank erlaubt, zu schreiben und zu denken, was man möchte. So einfach ist das.

Das Arbeit ganz wichtig ist, ist mir auch klar. Aber sich für Arbeit komplett zu verdrehen halte ich immer noch für den falschen Weg. Denn wer sich verdreht kann nicht 100% mit Passion geben. Mir ist doch als Chef ein entspannter Mitarbeiter, der 100% geben kann, weil ich ihn „sich selber sein lasse“, wichtiger als ein verschreckter Arbeitnehmer, der sich geschickt durch Etappen lügt und schummelt, weil er denkt, so ist es ehrlicher und einfacher. Das ist sicher eine krasse Meinung, das will ich gar nicht bestreiten. Ich darf sie aber haben. Wir leben in einem freien Land. Die Debatte, die bei jetzt.de von Stapel gelassen worden ist, hat einen schrecklichen Rattenschwanz hinter sich her gezogen. Entweder habe ich das alles einfach gar nicht verstanden oder bin sowieso total doof, weil ich mich erdreiste im Internet einfach so Texte zu schreiben. Wie blöd ist das denn alles. Ja, ja, lauter Egozentriker die ihre Meinung unter wirren Pseudonymen in das WWW blasen aber einem dann vorhalten, wie dreist es doch ist, einfach unter Klarnamen zu sagen: Ey, ihr seid doch alle total deppert. Ihr stellt nach 12 Jahren fest, dass ihr im Internet seit und heult nach absoluter Anonymität, gebt aber alle zwei Stunden irgendwelchen Quatsch bei Google ein. Auch nach diesem Gedankenfurz in mehreren Sätzen kann ich mir absolut sicher sein, das irgendeiner  aus der „Ich fühle mich total angegriffen Gruppe“ einen Teil dieses Texte bei jetzt.de wahlos unter irgendwelche Texte kopieren wird. Applaus.

Jetzt aber endlich zu diesem dollen Text über die Agentur für Arbeit, which I have found. Dear Audience. Read it.

Aber eigentlich wollte ich nur darüber schreiben, dass ich bei jetzt.de seit langem mal wieder eine gute Geschichte gefunden habe. Zum Thema Arbeit. Wurde ja auch mal Zeit. Ich verlinke jetzt ganz frech zu der großartigen Beschreibung eines uns sehr bekannten Vorganges bei der fancy Agentur für Arbeit. Auch bekannt unter dem Decknamen “ Wir nehmen sie hiermit mal aus der Statistik raus“. Ein wirklich sehr toller Text.

Your Evil Rose.