Vielleicht würde ich gerne beim Vorstellungstermin doch mal meinen Namen tanzen.

Voilà. Habe ich gestern gefunden. Einen Artikel, wie jemand tanzen soll. Im Vorstellungsgespräch. Ich fand die Sache mit dem Tanzen gar nicht wirklich sooo schlimm. Sondern dass sich der studierte Herr in einem Elektronikmarkt bewirbt und seine Astronomiesachen mitbringt, um sein Hobby vorzustellen. Viel schlimmer!

Habe ich sehr, sehr, sehr lange drüber nachgedacht. Also, das geht mir dann doch etwas zu weit. Und eine Woche Vorbereitung. Das macht mir wirklich, wirklich Angst. Klar ich investiere auch Zeit in die Jobsuche, informiere mich über den Arbeitgeber, aber irgendwie nicht mit dem Ziel der Selbstaufgabe. Höchstwahrscheinlich ist das mein Problem, ich mach zwar manche Sachen für mein Leben gern, gehe darin auf, aber ich habe den Hang zur Selbstaufgabe irgendwie … verloren. Höchstwahrscheinlich ein Manko in der Hochleistungsgesellschaft.

Vielleicht habe ich aber auch eine völlig verquere Vorstellung von Arbeit, das Arbeit also etwas ist, was ich gerne tue, etwas was mich erfüllt, und was nebenbei halt auch, von mir aus, einem Arbeitgeber oder, wow, das wäre ja so Traumhaft, mir soviel Geld bringt, dass ich davon Leben kann. Aber nein, nein, nein. Das darf so nicht sein. Will man manchmal glauben.

Tja, und am Ende, am Ende drehen sie durch, diese Chefs und so, und wollen einen tanzen lassen. Ich weiß ja nicht. In meiner letzten Anstellung habe ich ja auch Vorstellungsgespräche führen dürfen.  Ich hatte ja so a bisserl Personalverantwortung und so eine kleines Team aus freien Kreativen. Was auch alles sehr schön war. Sind ja hübsche Dinge bei rausgekommen. Nun ja, zu den Bewerbungsgesprächen: Ich habe immer versucht, den Leuten ihre Privatsphäre zu lassen. Also musste mir keiner von seiner Leidenschaft für Urzeitkrebse oder anderes, wie zum Beispiel, Schwammkopfgoldfischhaltung beichten. Naaaaaaa. Auf gar keinen Fall.

Neulich sagte aber ein guter Freund, Inhaber einer Medienagentur, mit dem ich Teile meiner Ausbildung durchlief, „Wenn man miteinander gut und derbe lachen kann, kann man auch miteinander arbeiten“. Nach kurzem Nachdenken, stimmt diese These. Glaube ich. Ja. Aber, nun ja, man kann ja auch nicht in der Vorstellungsrunde das Gespräch zum derben Lachen geleiten. Oder kann man? Oh ja, das wird mir eine neue Forschungsaufgabe. Vorstellungsgespräche, macht Euch zahlreich an mich ran. Ich werde mal die Theorie des miteinander Lachens testen. Aber nur derbes! Vielleicht fängt auch einer an blöd zu tanzen. Mach ich dann auch mit. Vielleicht tanze ich zum Finale meinen ganzen Namen.

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Wir machen uns nackig. Für jeden Job der Welt. Und die Arbeitgeber schicken sich nicht einmal an, Rückruftermine einzuhalten.

Heute ist ein Tag, da lache ich sogar über Sätze wie diese: Ein Hochhaus sitzt im Keller und häkelt einen Helikopter. Da kommt der Förster und sagt: „Hey, hier ist Angeln verboten!“ Darauf das Hochhaus: „Ich hab` doch gar nichts geklaut!“

Andererseits gibt es mal wieder eine Menge, was mir unter den Nägeln brennt. Einmal die alte Geschichte mit dem Ungleichgewicht in Sachen Bewerbungen. Sehen wir es doch mal so: Der Bewerber muss etliches über sich ergehen lassen. Diskriminierung in Reinform, aber es wird einfach eine hübsche Decke drüber geworfen, die all den Wahnsinn legitimiert, der im Rahmen einer Bewerbung statt findet.

Der Bewerber muss Fristen achten, nach DIN Form genormte Lebensläufe und Anschreiben verschicken, er muss endlos dumme und unverschämte Fragen im Bewerbungsgespräch über sich ergehen lassen. Im Härtefall wird noch Blut abgezapft, angeblich ist das „total berechtigt“ und soll nur helfen zum Beispiel Zuckerkranke richtig in Schichten einzuteilen. So ein Mist. Aber wir machen ja alles mit. Denn wir wollen ja Arbeit. Wir geben etliche von Euros für teure Bewerbungsmappen und das richtige Papier aus. Wir kaufen die hübschesten Umschläge und extra dickes Papier für das Deckblatt. Wir lassen uns an die hundert Euro für genormte Bewerbungsfotos abknöpfen – dabei wissen wir alle längst, dass die Auswahl über Optik mehr als nur diskriminierend sind. Außerdem kommt in diesem Zusammenhang immer wieder der Vergleich mit anderen Ländern auf den Tisch. Warum geht es zum Beispiel, dass man sich in Schweden ganz ohne Bild bewirbt? Warum geht es in den USA? Warum geht es fast auf der ganzen Welt, nur in diesem verrückten Deutschland nicht? Kann keiner sagen. Aber hier ist ja selbst das Blutabnehmen „erlaubt“. Schrecklich. In Schweden kann man sogar zur Not ein Bild schicken, dass einem beim Angeln im Fjord zeigt und das ist kein Grund, einen aus dem Stapel zu werfen.

In Amerika sind abwechslungsreiche Lebensläufe kein Problem, in Amerika ist jeder Neuanfang ein bejubeltes Ding. Die Amerikaner finden es quasi super, wenn man verschiedene Sachen gemacht hat. Es ist dort kein Manko, nur zwei Jahre irgendwo gewesen zu sein. Ist man in Deutschland „Nur drei Jahre“ bei einer Firma und dann einmal „Nur zwei“ ist man gleich unfähig. Arbeitete man zwischendurch Jahrelang als Selbstständig, kann man sich anhören „Sie sind nicht teamfähig“. Das ist doch grausam. Was soll das?

Der Bewerber muss sich also komplett nackig machen. Der potentielle Arbeitgeber durchleuchtet einen, pardon, bis auf die Unterhose. Man wird in Einzelteile zergoogelt und findet man nur etwas im Internet, was nicht ganz der Nase des gerade googelnden Personalers passt, ist man raus. Ist doch egal, ob man irgendwas gut kann. Man hat irgendwo ein Bild geposted, auf dem man seine Katze küsst oder, oh Gott, die Bilder einer Weihnachtsfeier unter Freunden. Widerlich! Dieser Mensch hat ein Privatleben! Er lebt und atmet und erfreut sich am Dasein! So jemanden kann man für Arbeit ja nicht gebrauchen.

Und vergessen wir bitte nicht den Papier und Zertifikat und Zeugnisswahn in Deutschen Landen! Hier muss man alles nachweisen, bis zur Grundschule am besten. Total Banane. Hat jemand zehn Jahre seinen Job gut gemacht, aber „Nix gelernt“, ergo „Kein Studium“, ist er „Ungelernte Kraft“. Das soll mir mal bitte jemand logisch erklären, wer sich diesen Mist ausgedacht hat. Talent und Neigungen interessieren hier doch überhaupt nicht. Hauptsache man legt einen Stapel Papier vor. Hübsch genormt und die Zeugnisse mit fiesen Schlüsseln hinter den Wörtern. Schrecklich.

Im Gegenzug benehmen sich die potentiellen Arbeitgeber schrecklich. Sie beantworten Bewerbungen gar nicht, schicken die teuren Mappen mit den noch viel teureren Fotos nie zurück, Absagen sind schlampig und selbst mündliche Zusagen sind keinen Pfifferling mehr werd. Es gibt nichts mehr, an das man sich halten kann. Keinen Messwert. Galt früher noch ein Gespräch, welches über eine Stunde ging, als „Fuß in der Tür“, hat es heute keinen Wert mehr. Worte sind nur Schall und Rauch. „Ich rufe Sie Montag an“. Dann sitzt man Montags da und wartet und wartet und wartet. Natürlich ruft niemand an. Und Niemand meldet sich auch am Dienstag. Schreibt man dann eine Mail und bezieht sich auf die Aussagen im Gespräch bekommt man prompt eine Mail, in der einem mitgeteilt wird „Alles anders“. Das ist doch fürchterlich. Wann verstehen die Arbeitgeber oder Personaler endlich, dass hinter einem Mensch, der Arbeit sucht, ein fühlendes Wesen steckt? Ein Mensch mit Idealen, Talenten, Wünschen und Hoffnungen?

Warum muss sich der Bewerber so nackt machen und die Gegenseite hält sich an keine Regeln?

Ein gutes Beispiel für „Schlimme Erfahrung“ ist auch der Text aus dem Blog von Mo Jour. In ihrem Blog „Büro für besondere Maßnahmen“ erzählt sie die aufreibende und traurige Geschichte ihrer persönlichen Arbeitssuche. Sie erzählt von dem grausamen Spiel der Arbeitgeber mit der Hoffnung der Menschen auf Arbeit und sie zeigt anhand von einigen Beispielen die Unzuverlässigkeit der Gegenseite auf. Hier einige Auszüge:

damals hatte ich sogar eine mündliche zusage für eine der drei neu zu besetzenden stellen erhalten. wochen später lag dann doch wieder nur der ungeliebte große umschlag mit nichtssagender standardabsage im briefkasten. haha – reingefallen! auf mündliche absprachen kann man sich doch heutzutage nicht mehr verlassen, du dummerchen!

diesmal waren außer mir nur zwei andere kandidatInnen eingeladen. die derzeitige stelleninhaberin ist eine bekannte von mir. sie wird zum jahresende die stadt verlassen, hatte mir den tipp gegeben, mich zu bewerben und mich sogar ihren vorgesetzten empfohlen – da hatte ich mir realistische chancen ausgerechnet.

in den schönsten farben hatte ich mir ausgemalt, wie schön das sein könnte, nach all den jahren wieder finanziell unabhängig zu sein und nicht mehr zu diesem blöden hartz-amt zu müssen. wenn zwar auch weiterhin sparsam, so doch selbst über mein geld entscheiden zu können!“

es gab nicht eine einzige frage, in der eindeutig nach für die zu besetzende stelle notwendigen qualifikationen gefragt wurde.

statt dessen spielten sie mit mir spekulatives stehgreiftheater:

„stellen Sie sich vor, Sie kommen an ihrem ersten arbeitstag hierher und niemand ist da. die ganze hoschschule ist leer. wie kommen Sie an die informationen, die Sie brauchen, um Ihre arbeit zu erledigen?“ wie bereits gesagt, man hatte mir weder mitgeteilt, was denn meine arbeit eigentlich sei – noch wie die aufgaben unter den insgesamt drei fakultätssekretärinnen aufgeteilt sind.

ich sagte nicht, dass ich wohl kaum ins gebäude reingekommen wäre, wenn nicht einmal der hausmeister da wäre. ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich dann erst mal hinsetze und in meinem eigenen kalender nachschaue, ob ich mich vielleicht im datum geirrt haben könnte und aus versehen an einem sonntag gekommen bin. erst recht nicht habe ich gesagt, dass ich mir dann erst mal nen kaffee kochen, ne halbe stunde warte, ob noch jemand kommt und – wenn das nicht der fall sei, stinkesauer wieder heimgehen würde. unausgesprochen blieb auch, dass ich es für ausgesprochen unkollegial hielte, mich an meinem ersten arbeitstag ohne einarbeitung so dermaßen auflaufen zu lassen. für mich wäre das ein kündigungsgrund.

„was tun Sie, wenn einer der professoren Sie unangemessen laut und ungerecht vor anderen herunterputzt und niederbrüllt?“ – „wie gehen Sie damit um, wenn eine professorin merkt, dass Sie gerne texten und Ihnen immer öfter solche aufgaben überlässt? zusätzlich?“ – „was machen Sie, wenn dann auch die kollegin merkt, dass Sie das gut machen und neidisch wird, weil Sie bei den professoren so gut dastehen?“

solcherlei fragen ließen mich vermuten, dass es sich bei der ganzen abteilung in der tat um einen ziemlich unkollegialen haufen durchsetzungsunfähiger profilneurotiker und pädagogisch wertloser choleriker handelt. insgesamt hatte ich den eindruck, dass hier nicht eine sekretärin gesucht wurde, sondern eine konfliktmanagerin und mediatorin, die den kommunikationsstau gegen größte widerstände wieder in fluss bringen soll.

„…. und wenn die kollegin Ihnen dann auch noch textaufgaben zuschustert, weil Sie weiß, dass Sie das gut können und sie selbst macht es nicht so gerne?“ – „…. und wenn Sie so viel texten, was ja keine klassische sekretariatsaufgabe wäre – würden Sie dann nicht mehr geld haben wollen?!“ – ja wie jetzt?! ziehen die mir geld ab, wenn ich mal zwei stunden mit niederqualifiziertem fotokopieren zubringen muss?!

„…. es wird niemand mehr da sein, der Sie einarbeiten kann, wenn Sie im januar hier anfangen. wären Sie bereit, im monat vorher ’sich einzubringen‘ (ohne bezahlung versteht sich!) und sich das wichtigste zeigen zu lassen?“

ja. gegen jede überzeugung, dass einarbeitung zur arbeitszeit gehört: ich wäre dazu bereit gewesen, als diese frage im bewerbungsgespräch gestellt wurde. ich wollte die stelle. ich wollte arbeiten.

Die ganze Geschichte könnt ihr unter http://mojour.blogspot.com/2009/11/besondere-manahmen-vii-gehe-zuruck-auf.html#comment-form lesen.

Die Fragen sind ein gutes Beispiel dafür, was man über sich ergehen lassen muss, um Arbeit zu bekommen. Es wird überhaupt nicht mehr Jobrelevant gefragt. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an ein Bewerbungsgespräch vor gut sechs Monaten.

Der Abteilungsleiter dort sagte mir knallhart ins Gesicht, eigentlich habe man mich nur eingeladen, weil ich diese „Schillernden“ Blogs im Internet habe. Da wollte man sich doch mal so jemanden in Echt angucken. Aber eigentlich käme ich gar nicht in Frage und sowieso, wenn ich für ihn arbeiten würde, müsse ich meine privaten Schreibereien sowieso einstellen. Würde er mir dann verbieten. Das war auch ein Schlag ins Gesicht. „Wir haben Sie eingeladen, weil wir sie mal angucken wollten“. Hahaha.

Alles in allem ist alles gerade an allen Fronten wieder fürchterlich. Weihnachten steht vor der Tür, die Geldbörse ist leer, der Stellenmarkt gibt nichts her, was mich und meine Passsion fordert. Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende zu, ich habe über 170 Bewerbungen geschrieben und komme nicht zum Punkt. Ich habe über 15 Bewerbungsgespräche geführt und war dreimal Haarscharf an der Anstellung dran. Dann hat aber irgendwem in der Personalabteilung meine Nase nicht gepasst, meine Augenfarbe und die Tatsache das ich selbstständig denken kann.

Es bleibt nur eines: Zu hoffen, dass es 2010 besser wird.

©Rose

In Bewerbungs-Absurdistan regiert schon mal die laute Stimme – Post von den Lesern

Jessica, eine ambitionierte Designerin a.D. hat ein bizarres Vorstellungsgespräch mit einem echten Egomanen hinter sich gebracht. Als „Therapie“ hat sie es aufgeschrieben und uns zukommen lassen. Vielen Dank dafür. Das Ergebnis einer Initiativbewerbung:

Ich bin freiberufliche Designerin im Bereich Messe und Event. Ich wurde von der Personalerin einer Berliner Agentur aus eben diesem Bereich angerufen, die sich auf meine Initiativbewerbung hin meldete. Das Telefonat verlief freundlich-friedlich, der Frage nach dem Gehaltswunsch bzw. Tagessatz wich ich aus, der kurzfristige Kennenlern-Termin wurde gemacht.

Ankunft in der Agentur. Eine sehr, sehr junge unsichere Sekretärin weist mich an zu warten. Der Wartebereich liegt direkt vor den teilverglasten Besprechungsräumen.

Aus eben diesen ertönt cholerisches Geschrei, das eigentlich nur einem Chef zusteht. Es werden Schuldzuweisungen und sehr unreflektierte Kommentare über ein wohl soeben abgeschlossenes Projekt verteilt von diesem „Chef“, es ist alles sehr deutlich zu verstehen an meinem Platz. Ich ahne, dass ich in diesem Moment eigentlich wieder gehen sollte, denn gleich nach einem solchen emotionalen Ausbruch eben diesen“Chef“ zu einem lockeren Kennenlernen zu treffen ist…sagen wir…suboptimal. Ich bleibe.

Das Getöse endet, zwei Damen kommen zerknirscht aus dem Raum, gefolgt von einem stark erröteten „Chef“. Die Personalerin bittet mich in genau jenen Raum hinein. Sehr netter Smalltalk über das Umziehen von Köln nach Berlin, das sie wie ich auch gerade hinter sich hatte. Soweit also alles safe, wir verstehen uns. Dann kommt „Chef“ wieder rein, immer noch sehr errötet, um Freundlichkeit und nötige Geduld offensichtlich bemüht. Ich stelle mich vor,“Chef“ fällt mir ins Wort:

„Waaas, das kann man studieren!?“

Ja nun, ich habe ja ein Diplomzeugnis dieser Universität bekommen. Ich beginne mein Portfolio zu zeigen. „Chef“ unterbricht wieder, er kenne die Branche, er kenne die Agentur, in der ich vorher gearbeitet habe.

„Wissen Sie eigentlich, dass Sie von unserem großen Konkurrenten kommen?“

Was soll ich sagen, die Szene ist nicht groß, natürlich weiß ich es, ich ahne bereits Schlimmes…

„Wissen Sie, was man über Ihre Agentur sagt?“

Ich möchte es gar nicht wissen, es ist ja auch gar nicht mehr „meine“ Agentur. Er erzählt es mir trotzdem, es ist nicht besonders freundlich, ich hatte schon davon gehört, mir ist es aber egal. Er wartet mit verschmitztem Lächeln auf meine Reaktion. Ich zucke mit den Schultern, was soll ich dazu sagen, ich weiß ja, was die Agentur kann und v.a. was ich kann.

„Ist der Spruch denn bis zu Ihnen in alle Abteilungen durchgedrungen, haben Sie davon gehört?“

„Ja, ich habe davon gehört.“

„Und, wie haben DIE reagiert?“

Er wartet wieder auf meine Reaktion, ich sage etwas Neutrales und beobachte die Personalerin, die etwas verunsichert neben „Chef“ sitzt.

Ich fahre einfach fort, mein Portfolio vorzustellen.“Chef“ greift wieder ein:

„Das Projekt, das Sie da zeigen ist ja nur ein Pitch (Wettbewerb), denn den haben wir gewonnen, zeigen Sie mal, das entspricht ja überhaupt nicht der Marke (des Kunden), was Sie da gemacht haben!“

Aha, das ist nur Ihre Meinung…als Beweis genügt Ihm aber, dass wir ja offensichtlich das Projekt nicht gewonnen haben. Weiter. Nächstes Projekt.

„Schau mal (die Personalerin ist gemeint), wie DIE das machen!“

Dann lästert er wieder.

„Ha, das ist auch ein Pitch, das sehe ich gleich, solche absurden Renderings macht man nur für Wettbewerbe! Den haben sie aber sicherlich auch nicht gewonnen!“

Über allen Projekten in meinem Portfolio steht exakt vermerkt, welches Projekt in welchem Rahmen visualisiert wurde und wie weit es umgesetzt wurde. Ich erwähne das auch immer nochmals mündlich und erkläre auch sehr deutlich, was ich genau bearbeitet habe bei jedem Projekt. Es wird deutlich, dass er mein Portfolio gar nicht gelesen hat (was ich aber schon als normal empfinde) und auch nicht zuhören kann oder möchte. Er beginnt wieder, auf „meiner“ Agentur herumzureiten, bei der ich zu dem Zeitpunkt schon einige Monate nicht mehr gearbeitet hatte. Ich zeige inzwischen weitere Projekte, die in einem ganz anderen Rahmen entstanden sind, das bekommt er aber gar nicht mehr mit. Er redet sich in Rage und fängt an von sich und seinen Leistungen zu erzählen und wie er seinen Laden aufgebaut hat „aus dem Nichts“.

Kurz wird nun geklärt, was ich der Agentur alles anbieten kann als Designer. Ich bin dabei sehr deutlich, was ich mache und was ich nicht mache, um spätere Missverständnisse zu vermeiden (speziell bei cholerischen Typen…).“Chef“:

„Ich brauche Leute, die für mich arbeiten und mir zuarbeiten, ich mache die kreativen Konzepte und ich mache die Ansagen,… etc.“

Ich verstehe Ihn schon sehr deutlich, er erzählt aber weiter von sich. Ich fange sehr betont an, meine Mappe wieder einzusammeln und zusammenzupacken, stelle meine Tasche neben mich auf den Stuhl und balle unter dem Tisch die Hände. Es wird die deutliche Geste nicht bemerkt von ihm. Es kristallisiert sich endgültig heraus, dass er kein Teamplayer ist und mehr an meiner alten Agentur und deren Arbeitsweise und Diffamierung interessiert ist, als an mir. Er muss kurz hinaus, um zu telefonieren.

Die Personalerin, die die ganze Zeit keinen Ton gesagt hat, zu mir:

“ Warum sind sie so ehrlich, mit dem was sie machen und was sie nicht machen?“

Ich: „Damit es keine Missverständnisse gibt und sie mich nicht mit etwas beauftragen, das ich ihnen nicht liefern kann.“

Sie schaut mich an wie ein Auto. „Chef“ kommt wieder. Die Personalerin zeigt ihm einige Illustrationen und Zeichnungen von mir, nachdem ich daraufhin gewiesen habe, dass ich auch illustriere. Es kommt keine Reaktion, dann aber „Chef“ plötzlich:

„Was verstehen Sie unter einer guten Bühnen-Architektur?“

Ich erkläre es ihm, es nimmt ihm aber dummerweise den Wind aus den Segeln, denn offensichtlich habe ich ausnahmsweise dieselbe Auffassung wie er. Er ist nun offensichtlich verwirrt und guckt mir gar nicht mehr in die Augen, nachdem er auch vorher im Gespräch meinem Blick immer auswich. Nun geht es um den Tagessatz – ein ganz heikles Thema in Berlin. Ich erläutere meine Vorstellung, das Geschrei geht los:

„Chef“: „Ja, wenn sie ihre Villa in Dahlem abbezahlen wollen, dann müssen sie natürlich solche Tagessätze verlangen…! Und überhaupt, seien sie froh in Berlin zu sein, das ist ja die Stadt momentan, hier ist alles und jeder…was wollen sie denn noch in Köln…(usw.usw.usw.)“

Blablabla.

Die Personalerin: „Eben! Was ich an Berlin so toll finde als Personalerin, ist, dass man hier so tolle Gestalter für die Hälfte von dem bekommt, das man im Westen bezahlen müsste!“

„Chef“: „Also, da habe ich schon bessere Illustratoren gesehen, die machen das für die Hälfte! Oder die machen dann sogar gleich alles!“

Ich denke mir: Wie schön für sie, dann brauchen Sie mich ja gar nicht und ich kann endlich gehen. Wir einigen uns darauf, dass man ja über Preise reden kann.

„Chef“: „Normalerweise lassen wir eh die Leute erstmal bei einem Projekt Probe arbeiten!“

Das bedeutet in Berlin für den Preis eines U-Bahn-Tickets am Tag zu arbeiten. Mir reicht es, ich stehe auf und ziehe meine Jacke an, „Chef“ krakelt einfach weiter, die Personalerin sieht unglücklich aus.

Auf Wiedersehen, ich muss los, das Personal in meiner Dahlemer Villa wartet auf weitere Anweisungen, wir lassen gerade renovieren. Das Paradoxe ist, dass die Agentur so ähnlich wie „Ins Paradies“heisst – tja, wohl adequater wäre „Ins Pech“.

Ich studiere jetzt übrigens wieder – u.a. Management und Teambuilding…

Es ist die Praktikantenwelle. I don’t speak any french. Meine Kenntnisse sind weniger als rudimentär. Also gar nicht vorhanden.

Ich bin verwirrt. Angeblich gibt es wieder weniger Arbeitslose. Aber: Das dicke Ende kommt noch. Immer diese abwechselnden Nachrichten: Krise ja, Krise nein, Krise zu Ende, Krise geht erst noch los. Jetzt, da die Mehrheit der Wähler sich ja für schwarz-gelb entschieden hat, kriegen wir wohl wirklich eine Krise. In allen Facetten. Ich hatte am Sonntagabend,  dem Wahlabend, dem Entscheidungsabend, einen Sozialinfarkt. Mir blieb das Herz stehen.

Nun also Guido. Oh jee,  hoffentlich grassiert hier in diesem Lande nicht das FDP-Fieber. Das Fieber das allen vermittelt: „Wenn Putzfrauen für 3,50 Euro arbeiten wollen, dann lasst sie doch!“. Ich habe da schon ein bischen Angst vor. Jetzt aber ein Blick auf den Stellenmarkt:  Es passiert überhaupt gar nichts. Nix. Gar nix. Es werden immer nur mehr Praktikantenstellen ausgeschrieben.

Ich würde so gerne im Anschluss an meinen Kulturprojektaushilfsjob was festes haben, aber nö. Ich hatte die Tage ein sehr langes und sehr nettes Gespräch. Vorstellungsgespräch, am Ende kam es dann dicke: Wie es um meine Französische Sprachbegabung so stände. Da steht überhaupt nix, habe ich der Dame gesagt. Unterhalb von rudimentär. Ich war verwirrt, schließlich steht in meinen Unterlagen ja auch nischte mit Französisch und so. Ob ich denn vielleicht bis Ende November noch eben was Französisch lernen könnte. Ich fand das so verrückt. Ich würde das ja gerne versuchen, aber das ist doch schier unmögich. Und ja, wer soll das bitte bezahlen?

Also wieder nix. Aber macht nix. Ich hoffe weiter. Dennoch macht mir der Arbeitsmarkt weiterhin sorgen. Es tut sich nix. Es kommen keine neuen Angebote rein. Nur Praktikanten. Menno.

Wir werden abwarten. Müssen. Was auch sonst?

©Rose

„Ich brauche Sie, ich will mal wieder Urlaub machen…“

Die Würfel sind gefallen. Die Wahlen sind vorüber.  Was steht uns bevor? Sollen Geschichten, wie die folgende immer weitere Fortsetzungen bekommen?

*räusper*

Sehr verehrte Damen und Herren, hier nochmal ein Erlebnis aus meiner früheren Periode. Wo mich ein gewisse „Arroganz“ noch davon abhielt für einen Hungelohn zu arbeiten. Diese Arroganz ist mittlerweile bitterer Erkenntnis meiner Möglichkeiten gewichen. Aber dieses Thema hat sich hier ja fast schon Tod geritten. Dennoch: hiermal das Ergebnis eines meiner ersten Vorstellungsgespräche.

Hierfür musste ich in den Randbezirk einer großen Stadt, deren Wahrzeichen eine schöne alte riesige Kirche ist. Ich habe kein Auto und bin dann mit ÖPNV dorthin gepilgert. Jip, gepilgert. Kerkeling dürfte auf dem Jakobsweg nicht länger unterwegs gewesen sein als ich. Der Bus, dessen einzige Passagierin ich war, spieh mich am Ufer eines großen deutschen, oft besungenen Flusses aus. Was für eine prachtvolle Gegend! Super. Villen wohin das Auge blickte. Ich war natürlich viel zu früh da und schaute mir ein wenig die Gegend an. Könnte ja bald mein Arbeitsumfeld sein, dachte ich. Ich war begeistert. Nee, wat schön! Nach einer halben Stunde Sightseeing machte ich mich auf den Weg zur Agentur. Wo war sie denn? Hmm, irgendwie fehlte die Hausnummer. Ich ging durch das Tor, durch den Garten und versuchte ein Zeichen auf die Agentur zu entdecken. Nix. Auf dem Klingelschild dann der Hinweis: ich war richtig. Ich klingelte und stand unten in einem Flur, der zu einer anderen Wohnung gehörte. Dann stakste ich nach oben (mit meinen damals frisch gekauften und noch nicht eingelaufenen Stiefeletten) und stand in einer Kreuzung aus Privatwohnung und Agentur. Nicht unhübsch, aber anders, als ich erwartete. Ich wurde in einen Raum an einen ovalen Tisch gebeten. Die Chefin entschuldigte sich, sie müsse gerade noch etwas weg arbeiten. Immerhin gab es da zu tun.  Sie rauchte einige Zigaretten dabei weg und ich hatte Zeit mich umzuschauen. Beim Blick auf den Rest der Wohnung fiel mir auf, dass es an Räumlichkeiten fehlt. Es sollten hier 3 Volontäre eingestellt werden. Wohin mit denen? Laptop-Schoß-Treppe? Abwarten.

Nach einer Viertelstunde war die Chefin für mich bereit. Aus einem anderen Raum kam noch jemand hinzu. Beide erklärten, was sie in den nächsten Monaten vorhaben. Die Agentur (das 1-Frau-Unternehmen wie ich jetzt weiß) will sich vergrößern (Ach? Mit drei Volos? Aha!) und in dem Bereich, für den die Agentur tätig ist, die Kapazität im deutschsprachigen Markt werden. Ich bekam den Businessplan erläutert und fand den auch interessant und sah da auch als Laie Potential. Das klang alles sehr interessant. Ich fragte mich nur, wie man das höhere Ziel erreichen möchte, mit 1,5 qualifizierten Mitarbeitern und drei Volos. Ok, so habe ich mir die Frage schnell selbst beantwortet. Es sei so, dass die Volontäre schnell ins Tagesgeschäft eingebunden werden sollen (finde ich super), schnell Verantwortung übernehmen (finde ich super) und die Chefin entlasten (finde ich verständlich und ok) und dafür dann 700Euro brutto dafür erhalten (finde ich ###). Das hat alles kaputt gemacht. Die Zielsetzung und die Arbeit fand ich sehr interessant. Als Schmankerl obendrein kam noch der Spruch von der Agenturleiterin: „Wissen Sie, ich brauche Sie, ich hatte schon so lange keinen Urlaub mehr…“  Na, dann fange ich doch sofort an. Schreiben Sie aber bitte eine Postkarte…pfft.

Wenn man sich vergrößern will, sich profilieren möchte, kann man das doch nicht mit Dumpinglöhnen und Berufsanfängern machen. Doch kann man. Ist ja einfach. Sollte man aber nicht. Pfui! Berufseinsteiger, die man dann alles Lästige wegschaufeln lässt und sich dann erstmal in die Sonne legt. Na logo.

Das war bizarr. Einerseits war die Chefin schon ganz nett und die in Aussicht gestellten Möglichkeiten auch. Aber dann die Klöpse mit Lohn, Arbeitsalltag und dem tollen „Verplapperer“. Da schreckt man dann doch zurück. Und: NEIN, man darf nicht jeden Job annehmen und sich zum A**** machen lassen. Nein, man muss sich nicht unter Wert verkaufen. Nein, das ist nicht arrogant. Nein, das ist nicht naiv. In der Not frisst der Teufel Fliegen. Igitt, sag ich da nur.  Ich kenne zwei andere, die sich dort auch vorgestellt haben und aus denselben Gründen abgelehnt haben. Wer hat den Job genommen? Wer musste dafür noch das fabulöse „aufstockende Hartz IV“ beantragen? NÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ, geht so nicht!!! Macht das nicht, Leute. Die, die ihr das macht, haltet solche Stellen aufrecht. Das ist unfair. Allen gegenüber.

So sehe ich das. Aber: würde ich die Zeit zurück drehen können, ich nähme das Angebot wohl an. Hm, jetzt widerspreche ich mir ganz schön. Stimmt. Ich bin halt hin- und hergerissen. Ich kann was und möchte dafür anständig bezahlt werden. Die Erfahrungen der letzten Monate haben aber auch gezeigt, dass ich nicht wählerisch sein darf, ich quasi in einen solchen schlecht bezahlten Job gezwungen werden könnte. Wenn ich es zuließe. Wie lang noch kann ich Nein sagen? Nach einem Jahr hätte ich die tolle Berufserfahrung und könnte dann endlich auf bessere Positionen hoffen. Noch ein Jahr darben.  Hätte, Könnte, Wollte. Allein die Fahrtkosten hätten mein „Gehalt“ aufgefressen. Umzug hätte sich auch nicht rentiert.

Habt ihr solche Angebote schon auf dem Tisch gehabt? Habt ihr’s gemacht? Warum? Warum nicht?

© Simone

Rödel. Rädel. Rodeldobel. Wenn sich alles überschlägt.

Herrschaften, hier kurz ich auch mal wieder zum Thema. Ich bummelte ein paar Tage mit dem Kopf in Pommerscher Sommerluft um mich auf mein anstehendes Projekt einzustimmen. Yep, ich habe einen Job für knapp drei Monate. Es ist ein Experiment. Aber ein Tolles. Mit viel Inhalt. Und viel Arbeit. Und viel Text. Und Viel Organisation. Und Toll für Kontakte und für Erfahrung im Bereich Kulturevents in Kooperation mit einigen Museen. Das Ding ist eingetütet und ich beginne am Montag als „Honorarkraft“ für drei Monate in der Presseabteilung. Die Presseabteilung bin dann ich. Aber ich nutze die Chance. Und endlich wieder rödeln. Arbeit. Kreativ sein. Und Kontakte. Events im Zeichen der Kultur können nicht schaden.

Weiter geht es.

Seit heute morgen steht nun leider das Telefon nicht mehr still. Ich musste bereits zwei Gespräche für Volos absagen und auch das Angebot einer anderen Stelle musste ich erst ausschlagen. Da ich mich dem Kulturevent für wenig Geld auf Basis einer „Projektaushilfe“ versprochen habe. Und man will ja ehrlich und aufrecht durch das Leben und drei Tage vor Beginn kann man ja auch nicht absagen.

Ich sage nun also immer am Telefon, dass ich da gerade ein Projekt habe, nenne den Namen der Sache und sage dann ganz nett, dass ich erst ab Mitte November wieder kann. Siehe da, alle machen sich Notizen und sagen, aha, ja schade und dann melden wir uns wieder wenn wir bis dahin keinen haben. Der Chef der einen Sache, lies seine Seketärin heute drei Mal bei mir anrufen. Erst war im November etwas zu spät. Ob ich es okayisch fänd, wenn man mich für den zweiten Durchlauf auf den Stapel legt. Ich fand das sehr okayisch. Gegen Abend dann der nächste Anruf der netten Dame des Chefs. Ob ich nicht morgen mal eben vorbei kommen kann, Chefe will mich unbedingt kennen lernen.  Und November wäre auch irgendwie jetzt doch völlig okayisch.

Verrückte Welt. Erst gar nichts. Dann eine Welle Unsinn. Dann ein Sommerloch. Jetzt habe ich einen Job angenommen, der wenig Geld aber viel Erfahrung bringt und nun steht das Telefon net still, merde au lait. Es ist doch verrückt.

Randnotiztechnisch habe ich noch zu erwähnen, dass ich noch meine Bewerbungen für das Arbeitsamt fertig stellen muss. Letzten Monat hatte ich an die 35 Bewerbungen dort gemeldet, diesen Monat habe ich irgendwie nur vier Stellen gefunden. Jetzt nach Pommerscher Landluft und kurz vor dem neuen Job: Gähnende Leere auf dem Stellenmarkt.

Aber was soll ich sagen? I am feeling easy knorke right now und alles kann nur super werden. Zickezackeheuheuheu.

®Rose

Mal so. Mal so. Eine Kurznotiz. Reservemoment

Herrschaften, heute war eigentlich ein guter Tag.  Ich hatte ein sehr gutes Gespräch für ein Projekt im Winter. Mein Gegenüber sagt direkt zum Anfang: „Warum haben Sie eigentlich keinen Job in einer Agentur? So eine leitende Position und kümmern sich…um ein Waschmittel oder so? Das fragen wir uns hier alle. Jemand mit Ihrer Erfahrung…“. Ich musste nur grinsen und konnte nicht viel anderes sagen als: „Das frage ich mich auch“.

Gerade lümmel ich hier also so herum, im Stellenmarkt nix Neues und im Fernsehen geben sich die schlechten Nachrichten die Hand. Ist gerade wie Staffellauf. Also, die Deutschen shoppen jetzt doch wieder gar nicht mehr, Konsumklima eingebrochen und einige große Zeitungen fragen sich, schafft die Agentur für Arbeit eigentlich die Sache mit dem angekündigten Sturm der Millionen Arbeitslosen im Herbst. Kalendarisch ist das „noch ein paar Mal“ schlafen. Ich glaube, da werden dann alle meschugge. Vielleicht backe ich der Müller-Lüdenscheid vorher noch einen Kuchen.  Ich hab die jetzt einfach lieb. Einfach so. Was soll ich mit der Frau nen Krieg führen. Die macht nur ihre Arbeit. Was soll es. Heidewitzka, Herr Kapitän. Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja, der eine sieht es so. Der andere so. Das war es.

Jetzt akut Sodbrennen bei so much viele verrückte Gedanken und diese schlechten Nachrichten. Aber immer Ruhe bewahren. Auch andere glauben an mich. Das heute morgen war einfach tierisch nett. Waschmittel. Mein eigenes. Sehen wir also: Auch andere denken, ich hätte die Betreuung eines Waschmittels oder so völligst verdient.

Irgendwann zwischen Kopfweh und schlechten Nachrichten bekomme ich eine Absage via E-Mail. Da steht es dann wieder.  Für die Stelle einer Assitentin der Pressestelle, bin ich nicht qualifiziert. Not enough drin gearbeitet in dem Bereich. Hä? War eine Halbtagsstelle und die Aufgabengebiete deckten sich mit den Dingen die ich mal bei nem großen Konzern über zwölf Monate gemacht habe. Außerdem fehlt es mir an Berufserfahrung. (Hallo? Ich war sogar dann mal drei Jahre lang „Head of weiß der Pfirsich was PR Department“). Ich frage mich gerade, ob ich die mal anrufe. Und einfach mal Frage, ob die sich meine Unterlagen überhaupt wirklich angeschaut haben. Es ist wirklich lustig, wenn man auf die Bewerbung für einen Job, den man eigentlich wirklich echt voll schon mal gemacht hat (Assistentin PR) und ein super Zeugnis über die Zeit hat so was als Antwort bekommt. „Leider müssen wir Ihnen mitteilen dass Sie für die Stelle nicht über eine geeignete Qualifikation und ausreichend Berufserfahrung verfügen“. Dabei stand in der Ausschreibung „Qualifikation: Egal“ und „Berufserfahrung: Von Vorteil“. Aha. Ab zu den Akten. Du machst mich nicht fertig, Du kleine Absage. Dich nehm ich mit links. Ab, zack und weg.

So, könnte mir mal jetzt endlich, endlich einer erklären ab wieviel hundert Jahren man denn nun Berufserfahrung hat? Ach, ich reg mich jetzt nicht auf. Ich lausche nun den Schulkindern im Hof, die wo auf verlängerte Ferien wegen Schweinegrippe hoffen. Die spielen heute nämlich Indianer mit einer kleinen Prise Mutter, Vater, Kind.

Gleich Tagesschau, noch mehr Nachrichten. Ob schlecht oder gut. Egal. Ich halte inne. Kopfweh hin oder her. Wo bleibt mein Waschmittel oder so?

® Rose