Ein Bier, dann war ich wieder bei mir.

Nun denke ich schon den ganzen Tag über Arbeit nach. Und Menschen. Und Arbeit und Menschen. Am Ende kann ich nur eines daraus ableiten: Starre, Regelfixierte Systeme sind nix für mich. Weil ich ein Mensch bin, der ein Leben hat. Mit Freizeit. Und Hobbies.

Vielleicht wäre es einfach mal besser, wenn sich mehr Unternehmen ernsthaft mit ihren Mitarbeitern „beschäftigen“ würden, anstatt diese nur zu beschäftigen. Prinzipiell bin ich der Auffassung, wenn man jemandem einen Freiraum einräumt – Kind krank, Hund krank, Schwiegermutter krank oder so, Homeoffice, Gleitzeit, Veganischer Freitag oder Steaksschlacht, wie jeder halt mag – dann ist er produktiver. Ja, ja, ich weiß, dass bestreiten immer alle. „Von zu Hause arbeiten, dass erfordert Disziplin“, „Das kann ja nicht jeder, wegen der Disziplin“ und so weiter.

Sowieso haben wir es ja eher mit der Auffasssung zu tun, dass als SPD Gabriel verkünden lies „er nehme sich mal Mittwochnachmittag frei für das Kind“, alle schrien „Der Arsch, Kind oder Karriere!, hier einfach mal den Mittwoch frei zu nehmen, Frechheit“. Da war ich erstaunt. Also ich persönlich fand es schade, dass es nur „der Mittwochnachmittag ist“ und dann fand ich die Reaktionen („Wie kann er nur“) verstörend. Auf der einen Seite propagiert der Stadt Happy Family mit Gleitzeit und Tütü, Arbeitgeber brüsten sich in jeder dritten Reportage zum Thema damit, dass alles super läuft, Teilzeitgleitzeit für die Mütter. Und Väter. Schau ich mich aber in der Kinderreichen Freundeslandschaft um, sehe ich kaum einen, der das wirklich so easy peasy Weichgezeichnet selbst erlebt, eher im Gegenteil.

Firmen, die ihre Mitarbeiter Menschen sein lassen und Teilzeit, Elternzeit und andere Sachen wirklich echt und fair anbieten, durchziehen, zelebrieren und so weiter, sind immer noch sehr wenige. Wenn alle entspannter morgens zur Arbeit kommen (Gleitzeit) bin ich der festen Überzeugung, dass sie mehr schaffe. Und schöner schaffe. Und kreativer sind. Und so weiter.

Und auch mal Arbeit von zu Hause auch machen. Weil Kind krank ist. Oder die Großmutter. Oder die Heizungsmonteure den Keller auseinander schlagen. Das geht alles. Aber so lange wir erleben dürfen, wie alle ausrasten, weil sich der Gabriel mal den halben Mittwoch frei nimmt, weil er die Tochter von der Kita abholt, sind wir weit entfernt von einer fairen, sozialen so called Work Life Balance. Und wenn ich ganz ehrlich bin, die richtig glücklichen Leute in meinem Freundes und Bekanntenkreis, haben sich früher oder später alle selbstständig gemacht, machen alle ihr eigenes Ding, sind ihr eigener Herr, kommen dann ins Büro wenn es ihnen passt, oder machen alles von zu Hause, weil sie bei Mann und Kind oder Katz und Hund sein können. Und daher weiß ich: Es geht auch anders.

 

 

Nahe dem Wahn. Im Wahn. Wahnsinnig. Frau Herman legt nach. Zahlen des Unglücks wurden soeben nach oben korrigiert.

Eva Herman. Wann wird diese Frau endlich entmündigt?

Wir zählen gerade mal tag zwei nach dem Unglück und Frau Eva Herman legt nach. Ja, sie legt einfach nach. Ich bin Fassungslos. Entmündigt diese Frau! Was aber nich viel schlimmer ist, dass es eine Menge Leute gibt, die sich denken „Ja, stimmt, die hat ja recht“. Verfolgt man die Kommentare bei vielen großen Zeitungen, wird einem schlecht. So wünscht einer, dem nächsten CSD ähnliches. Und total super ist auch ein Kommentar bei der SZ. Da wird so argumentiert: Nur weil wir wegen der Krise so eine fürchterliche Masse an jungen Menschen ohne Arbeit haben, konnten die da überhaupt sinnbefreit rumhängen anstatt zu arbeit. Ähm, war es nicht an einem Samstag? Am frühen Abend? Hallo? Kann mal einer das Spießbürgertum zurückpfeifen? Das sind Menschen wegen eklatanter Sicherheitsmängel ums Leben gekommen. Was wäre denn, wenn so eine Sache zB. auf einem dieser Public Viewing Events passiert wäre? Na, das wäre ja dann ganz anders. Jetzt, da bei der Love Parade sind ja nur diese Spaßsüchtigen jungen Menschen, die sowieso total blöde, bescheuert und gefangen im Wertefverfall das Land ramponieren. Pfui. Pfui.

Aber es geht weiter. Auf BILD findet man immer schlimmere Bilder. Muss das sein? Fürchterlich. Immer mehr Wut und Unverständnis mischt sich. I moag nimma. Und nun ergiesst sich die Herdmutter Eva Herman erneut. Das ist wirklich unter aller Sau.

Neueste Meldung: OB Sauerland kündigt für 16h eine Stellungsnahme mit. Warten wir mal ab.

Außerdem: 511 Verletzte, 19 Tote, 1 Person noch in Lebensgefahr.

Frau Herman, noch was zu sagen? So Gottes Strafe? Sonst noch wer? Alle ab ins Arbeitslager oder sowas? Ich bin bereit. Ich schieße zurück.

Sappalot und zugenäht. Eva Hermans strikes back. Luft anhalten. Ruhe bewahren. Nicht zu den Waffen greifen. Obwohl man will. Der Gipfel ist erreicht.

Die Guido Knoppsche Seite der Eva Herman.

(Ja, wir wissen, der hat mit dem Verlag nichts zu tun, es geht hier um die Aufmerksamkeitshaschende, unerträgliche  Art und Weise, wie auch Guido Knopp sie anwendet, wenn er reisserisch, ekelig und Publikumsheischend a la „Hitlers Autos, Hitlers Frauen, Hitlers Hunde“  die Verbrechen der Nazis auf ZDF aufkocht)

Herrschaften, jetzt ist es aber genug. Nicht nur, dass diese depperten Veranstalter samt Politclowns der Stadt Duisburg heute morgen um 12Uhr eine mehr als fragwürdige „Pressekonferenz“ gegeben haben, nein, total ungefragte Personen geben jetzt ihren Senf zur Katastrophe ab. Ganz vorne in der ersten Reihe galoppiert uns Wannabe-Erfolgsromanautorin-Eva-Braun-Hermans. Man bekommt, pardon, das kalte Kotzen.

Die geschasste Tagesschautante schreibt in einem Artikel einfach menschenunwürdig (hier Link über das Google Cache, Original ist inzwischen angeblich gelöscht) über die Ereignisse in Duisburg. Auf der Internetseite ihres eigenen (falsch, doch nicht) Verlages, KOPP, geht die olle Hermanns auf Gefechtstation. Alleine die Überschrift „Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg“ lässt einen würgen. Wir wollen hier jetzt nicht großartig zitieren, weil es einer schlimmsten, ekeligsten und dümmsten Texten ever ist. Frau Hermans, sie sollten jetzt echt mal aufpassen. Das geht mal sogar nicht.

Inzwischen macht die Nummer natürlich die Runde. Auch Stefan Niggemeier schreibt darüber. Und er beendet seinen Text schlicht und einfach. „Ich werde sie dafür verachten“. Für diesen dummen und unanständigen Text, wie er schreibt. Aber auch auf anderen Blogs ist der Text längst angekommen. Oder halt auch beim guten alten Gezwitschere wird gesungen, was das Zeug hält. Jetzt ziehen u.a. die Berliner Morgenpost auch nach. Glückwunsch, Frau Herman. Ganz großes Kino. Last but not least, die taz. Mit dem grandiosen Satz: „Der Bundespräsident und Gott. Darunter macht es Herrman eben nicht“

Noch nicht genug? Mehr?Kleine Kostprobe? Würgen inklusive? Gerne. Bitte. Da:

„Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht. Schließlich ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010 geworden. Und die größte Tanzparty der Welt, die Loveparade, ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres! Stolz heißt es in den Vorankündigungen: »Die maximale Tongesamtleistung auf dem Gelände beträgt 750 000 Watt. Es handelt sich um eins der größten Beschallungssysteme, das je in Europa zum Einsatz kam.«

Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance“.

HIER der Bildbeweis (Bitte anklicken und dann größer machen). Und die ernüchternde Tatsache, es geht noch schlimmer als BILD Zeitung. Glückwunsch, Frau Herman!

Setzen, sechs.

Ich bin irritiert. Jetzt ist der Text wieder „da“. Der Server war auch teilweise überlastet, aber auch in anderen Blogs wird von der Löschung berichtet. Hier der Link zur „Originalseite“. Ist doch nocht zu erreichen. Seltsam.

EDIT: Heute, am 26. April ist der Originaltext erneut nicht zu „klicken“. Entweder ist der Service des Servers wieder down, oder man hat es nun doch gelöscht

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Blogroll zum Thema (mal eben so die ersten rausgegriffen)


Eva Herman lebt noch! Und ein schöner Post zum gefakten BILD Foto:

ficko magazin

Mit einem fröhlichen „Sieg Heil“ gegen Soddom und Gomorrah

Generelle Blogsport

Der Herman Vergleich mit Sodom und Gomorrah

Blasphemieblog

Herman vermutet Gott hinter Massenpanik

Stefan Niggemeier

Eva Hermann meint, es sei Gottes Rache

Evolutionäre Humanisten

Ist Gott an den Toten der Love Parade schuld?

Sienceblogs.de

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Eva Hermann sag: Ihr seid doch selber schuld

Politblogger

Göttliche Rache?

Esowatch

Offener Brief an Frau Herman

live.de

Schöner Text mit nettem Satz „[14:45] Hamari[TAOK]: naja, vermutlich war sie sauer weil sie eine von SEINEN Autobahnen gesperrt haben“

Hamari Blog

© Rose

Gier frisst Hirn!

Loveparade | Deathparade: Tanz auf den Toten – Duisburg fails!

Geschätzte 1,4 bis 2 Millionen Menschen versammelten sich um zu wummernden Bassgebummse mit Hilfe von lustigen Pillchen das Tanzbein zu schwingen. Alles lief nach Plan. Das Hirn war aus. Der Beat war an. Doch aus einem Fußgängerstau in einem Bahnhofstunnel wurde eine Massenpanik. Und die für mindestens 15 Menschen zum Todesurteil.Das alleine ist schon schlimm genug. Tragisch. Schrecklich. Unnötig.

Was diesem scheiß Unglück aber noch die Krone des schlechten Geschmacks ist die Tatsache, das die Party weiterging. Aus angeblicher Angst vor weiteren Panikschüben wurde stur das Programm durchgezogen. Bumm! Bumm! Bumm! Es wurden keine Informationen preisgegeben und nicht einmal die Musik leiser gemacht. Stoisches Ignorieren als Ersatz für einen nicht vorhanden Krisenplan.

Duisburg hätte sich ein Beispiel an Bochum nehmen sollen. Die haben aus Befürchtungen, nicht die Sicherheit gewährleisten zu können, die Ausrichtung der Parade abgelehnt. Aber Duisburg stellt ein Gelände das für 350.000 zur Ausrichtung bereit und ignoriert dabei geflissentlich, dass man mit mehr als einer Mio Partywütiger rechnen muss. Aber selbst bei wesentlich weniger Leuten ist die tatsache, dass es nur einen(!) fucking Zugang gibt ein organisatorisches Desaster. Aber das wurde in Kauf genommen.

Die Verantwortlichen beweisen fehlenden Weitblick, beziehungsweise stellen Konsumgeilheit über Sicherheit der Partycrowd. Same Difference. 6 Männer und 9 Frauen habt ihr auf den Gewissen. Und der Preis für die pietätloseste Partyorganisation ist euch alleine dafür sicher, dass die Party nicht nur weiterging, sondern noch weiter aufgedreht wurde. Duisburg you fail. Fail big time.

In Gedenken an die, die nun nicht mehr auf der Erde feiern können. Man kann für euch nur hoffen, dass Faithless mit den Titel Recht und ihr dort, wo ihr jetzt seit eine gute Party habt.

Faithless – God Is A DJ
Hochgeladen von djoik. – Entdecke weitere Musik Videos.

@Nicolas

Frisch zur Saure Gurkenzeit.

Aus der Mottenkiste

Neulich habe ich dieses amüsante Teil über ein Posting bei Facebook entdeckt. Es stammt von zwei Künstlern, die mir doch im im laufe der Zeit sehr an Herz gewachsen sind. Cybersissy und Babyjane. Ja, das sind zwei der wilden Kreativen, für die ich mal einige Jahre gearbeitet habe. Mein Gott, ist Madonnas Arsch alt.