Ich muss was in diesen Blog schreiben. Ich muss was in diesen Blog schreiben.

Los, schreib endlich was in diesen Blog rein, Rose!

 

Ich bin total die faule Tante. Ja, ich gebe es zu. Ich habe nix geschrieben seit dem Desaster mit der Love Parade. Ja, der Ofen war aus. Das Gehirn leer und ich so auf Null Bock Schiene. Muss ja wohl auch mal sein. Manchmal geht eben gar nix mehr. Gar, gar, gar nix mehr.

Schnell eine Geschichte über blöde Bürokratie und so:

Was habe ich zu berichten? Seltsames passiert. Zum Beispiel ist neulich ein Bekannter von mir aus seiner Krankenkasse gefolgen. Weil er studiert und dann plötzlich zu viel verdiente. Da dachte sich die Kasse: Ja, aber sie haben irgendwie zu wenig bezahlt, finden wir. Wir schmeißen sie mal raus. Also stand er plötzlich ohne Versicherung da, dabei hätte doch die Versicherung den Jungen Mann einfach auf  „zahlt seine Versicherung jetzt selber, weil er verdient“ umstellen können. Er ist ja schließlich Student und das ist ja ganz oft total normal, wenn die Studenten zum Beispiel aus der Familienversicherung rausfliegen, weil sie sich auf jenseits der 25 zubewegen. Aber nein, die Geschichte geht noch wirr weiter. Weil die KV den jungen Mann rauswarf dachte sich dann auch die Universität: Ein nicht krankenversicherter Student ist kein Student mehr, hinfort mit ihm. Ist doch total egal, dass er sich gerade mittem im Vordiplom befindet. Wir exmatrikulieren den aus dem Stand heraus. Nun kämpft er seit Wochen um die Wiederaufnahme an der Uni und die Krankenkasse gebärdet sich wie Irre. Vordiplom hin oder her, er stellt nun fest: Exmatrikulieren geht total easy. Wie Briefmarken kaufen. Aber jetzt wieder immatrikuliert werden stellt die Universität vor schwere Probleme. Hoch wie eine Wand ist die Bürokratie und die Zeit galoppiert dahin wie ein besoffenes Pony im Zirkus.

Bisher gibt es in dem Fall keine Einigung. Mich macht ja so Behördenschwachsinn immer latent sauer. Da will ich was werfen.

Schnell ein Blick über den Blogzaun:

Am Ende habe ich noch hier so was total lustiges gefunden. Endlich pöbelt mal noch jemand anderes mit Bravur im Internet rum.  Ich bin entzückt und denke mir: Hach, der Sascha Lobo ist doch eigentlich ganz putzig lustig. Let the Shitstorm roll. Es ist irgendwie eine Antwort auf eine Antwort die auf eine Frage bezüglich des Buches gestellt wurde. Und wie es so hübsch eskaliert. Yeah, ich bin wirklich verliebt in die eine oder andere Formulierung von Lobo. Zack, bumm, auf die Fresse. Am besten finde ich u.a. „willst du mich verarschen, du erlebnisschrottblogger?“. Total geiles Tennis.

Ich werde das Buch von Lobo übrigens nicht lesen, nee, will ich nicht. Nur so am Rande. Was mir aber am Ende als Frage im Gesicht hängen bleibt: Was zum Teufel hat Lobo für Hobbies, dass er 10.000 Euro netto im Monat braucht? Ich will auch ein Reitpony oder Cricket lernen. Ich sollte schnell ein Buch schreiben. Über den Wahnsinn der Neuzeit oder so.

Boah, Internet I love you!

Lest mal rein, ist very funny, da kann man auf den Spielfilm um 20.15 verzichten.

 

©Rose

Advertisements

Neverending Story. Noch mal Scroll Edition, ihr Schnuffis.

Schnell lesen! Luft anhalten! Immer noch diese Scrolling Edition. Die Journalisten haben immer noch nicht fertig.

Ach, wir sind immer noch nicht durch mit der Nummer. Die Nummer namens Scroll Edition. Los kommt, wir reiten das Pferd, bis es tot ist! Nein, Scherz beiseite. Soeben tollen Artikel von dem echten Robert Basic gefunden, der sich enttäuscht darüber äussert, was er auf „Basic Thinking“ so lesen musste. Hut ab! Finde ich super toll. Dann natürlich wieder ein wilder Ritt in den Kommentaren. Wieder ganz vorne mit dabei: Der Oberlehrertyp, der Mann der das Internet am aller, aller, aller dollsten hasst (weil er wohl dolle Angst davor hat), der Schnickes vom Klardeutsch-Blog. Dieser Blog, wo man sich aufwendig anmelden muss, um überhaupt was dazu zu schreiben – genau so macht man es eben nicht, Mister „Ich weiß alles total toll besser und lasse das fett raushängen“. Und so weiter und so fort. An dieser Stelle übrigens freundlichen Dank, dass er sich an mir auch in der Woche nach dem Riesengau (in seinen Augen) noch nicht satt kritisiert hat. Damit aber nicht genug. In der Kommentarfunktion bei Robert haut der Gute weiter drauf:

„Das ganze Elend der deutschen Bloggerszene drückt sich darin aus: Dass die Leser egal sind, solange man sich an der Spitze des Fortschritts sehen kann.“

Armer Mann, hat wohl sonst nix zu tun, seitdem sein Schinken Dumm 3.0 dummerweise sehr zerissen worden ist. Aber er kann ja mal weiter versuchen, bei Readers Digest Zusammenfassungen zu schreiben. Go for it, Schnarchnase of hell!

Und auch geil finde ich den Kommentar, von dem Herrn, der die Scroll Edition als erster so derbe in den Abgrund der Kritik geritten hatte, bevor er mal recherchiert hatte. Hallo? Wie bitte? War es nicht so, dass Journalisten die Götter der lupenreinen Recherche sind und daher besser als der gemeine Blogger, da die Information frisch und abgesichtert auf des Lesers Tisch landet? Haaaalllloooooooo?

Was im Hintergrund der Produkt der “Welt kompakt”-Ausgabe gelaufen ist, wer für das Layout zuständig war, dass es gutes Essen gab und dass die meisten Texte schon vorproduziert waren, wusste ich am Donnerstagmittag, als ich meinen Text schrieb, nicht. Wusste wohl niemand außer denen, die am Projekt beteiligt waren.

Vielleicht mal einfach „recherchieren“? Tipp: Dpa! Die waren nämlich da. Cool, oder? Die haben so einen Ticker, den kann man voll geil abrufen. Und diese verrückten Blogger haben so alle voll die krassen E-Mail Kontakte auf diesen crazy Blogs. Da kann man voll man hinschreiben und rumfragen. Crazy, oder?

Blogger sind teilweise Vollnasen, die sich gegenseitig bekriegen und nicht recherchieren. Journalisten sind teilweise Vollnasen, die nicht recherchieren und sich mit Bloggern bekriegen. Die einen wollen die Macht, die anderen geben sie gerade günstig an der Gaderobe ab.

Ich bin mir natürlich die ganze Zeit total bewusst, dass bloggen subjektiv ist. Das ist der Kern von Bloggen. Im Gegensatz steht dazu der objektive Journalismus. Bloggen ist also schlichtweg eigene Meinung. Sich aber von angeblichen Journalisten schlecht bis nicht recherchiert doof anmachen zu lassen, weil es ihnen einfach nicht in ihr Konzept passt, ist das größte Übel. Es ist Etikettenschwindel.

Und jetzt reiten wir alle ein rosa-farbenes Schwein und haben wieder Spaß am sinnlosen Dasein in der Alltagshölle zwischen Meinung und nicht Meinung und am Ende fällt mir nur ein: Ähm, leckt mich doch einfach am A****.

Ps.: Und hier kommt noch einer nach. Auch von Robert Basic. Das Leid der Macher. Und damit nicht genug. Hier sagt auch mal Frank Schmiechen, was so geht. Ich hoffe, dass ich heute Nacht nicht wieder träume, ich sitze in einem Zug voller Blogger und wir dürfen nie wieder aussteigen und werden in einen Tunnel gefahren, weil draußen alle alles in Brand stecken, weil wir es gewagt haben, von uns als gut und toll empfundene Texte einfach größenwahnsinnig und so, in eine Zeitung, die an dem Tag keine sein sollte, zu drucken. Wir absoluten untalentierten Idioten. Wie bescheuert auch von uns…..Ich brauch mein Riechsalz.

PPs.: Ich lehne hiermit offiziell und dankend das Angebot des „Technikspartenjournalisten“ ab, der mir freundlicherweise mit einer „Journalistischen Kritik“ an einem nicht journalistischen Text helfen wollte, wie ich besser schreibe. Kleiner Tipp: Icke schreibe wat mir innen Kopp kommt und dann willet auf das Papier. Einfach so. Rin ins Hirn. Raus auf das Papier. Nennen wir es Kurzgeschichten. Nennen wir es Hirnfürze. Ist mir doch egal. Da geht es selten um die Wichtigkeit der nächsten iphone Apps. Really not, Darling. Kisses, fucking evil unrecherchiert aus dem Bauch raus Rose.

Edit:

In einem sehr guten Film, Stranger than Fiction, sagt die Autorin eines Buches als sie ins Büro kommt folgenden Satz:

„Ich war vor der Tür und war Zigaretten kaufen….Und dann flog es mir zu….Wie?….Wie alles Schreibenswerte geschah es völlig überraschend und ohne Methode“. So, denkt da mal drüber nach.

Edit, nummer zwei:


Der „Technikjournalist“ und ich haben jetzt Frieden gemacht.

Und die anderen?

Schau an, lies durch und so weiter. Hier eine kleine Liste der anderen Geschichten/Blogs über die Scroll Edition, die Liste wurde zusammengestellt von Bosch (Boschblog.de)

You are not alone (ist ja auch Internet hier).

Gib mir Deine Daten ich geb‘ Dir meine.

Lustig. Auf jetzt.de – ich betone es nochmal: Nicht alle da, sind ähm Kinder mit denen ich nicht spielen will – geht die „Facebook ist aber doof und will wissen wo ich wohne Debatte“ immer noch weiter. Also in die dritte Runde, die dritte Woche. Zugegeben: Jetzt wird es total öde. Ja, heute werden die gleichen Argumente abgeballert wie in den vergangenen Wochen. Gähn. Jetzt kann aber mal was Neues passieren. Vielleicht ein neues Skandälchen. You will never know. Das nicht nur ich, ich involviertes Krawallluder, die Sache „beobachte“, kann man in folgendem Blogeintrag lesen. Auf Philibuster.de wird sich auch die Frage gestellt: Ist diese Debatte ein rein Deutsches Problem? Datenschutz ist eine wichtige Sache, aber wie wichtig ist es wirklich zu wissen, was der 08/15 Mensch so surft? Bei jetzt.de geht die Argumentation in die nächste Runde: Ey, Dein Handy ist auch jederzeit zu orten. Sagt der andere: Ja, aber so wie ich kein Facebook gut finde, habe ich auch kein Handy und ich mache das immer aus. Da fällt einem einfach nix mehr ein. Am Ende bleibt immer noch die große Frage: Was macht Facebook denn nun eigentlich mit den Daten? Ist es nicht eigentlich nur ein Fest der Daten für die Werber? Und überhaupt: Steht morgen der Bundesgrenzschutz vor der Türe, weil man seine Meinung mal in dieses Internet geschrieben hat? Ja, so steht es auch bei Philibuster, es habe den Anschein, als habe man bei jetzt.de Problem mit der (wirklich) freien Meinungsäußerung. So what, what war the Thema? Weiß inzwischen auch bei jetzt.de keiner mehr. Da geht die Debatte wieder von vorne los. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Da klatschen die Zuschauer. Apropos Zuschauer: Danke für die insgesamt fast 2000 Besucher (in 48 Stunden), fast 1150 nur über jetzt.de. Danke, das ich dank Google Analytics wissen darf, woher ihr kommt, was ihr klickt, wohin ihr geht. Danke, dass ich weiß was ihr sonst noch alles auf der Seite angeklickt habt. Ich danke der ähm Academy.

Gläsernere Angstquallen gegen Blumen

Immer mitten in die Fresse rein. Cyberbashing von Duckmäusern und Netzschissern..

Kinners, was geht denn hier (und bei jetzt.de) ab? Kollektiver Prügelgangbang?

Und warum? Nur weil meine Blogkollegin etwas gesagt hat, was die Mehrheit äußert ungerne konsumiert: Die Wahrheit!!

Boah, ey Scheiße. Schnell weg. Damit will ich nichts zun tun haben. Husch. Husch. Geh weg da.

Ihr krakelt rum, wie Kleinkinder, weil Rose den Finger mit Anlauf und Arschbomde genau darein gehämmert hat, wo es euch scheinbar am meisten weh tut. Eure heilige Anonymität im Netz. Ja, lasst uns alle über den gläsernen Bürger aufregen.

Ey, wenn ihr alle so viel Schiss vor (Aus)Wirkungen in der Realität habt, dann fucked doch einfach nicht so viel im Netz rum. Selbstdarstellungsdrang versus Existenzangst? Jetzt die neue web-gameshow!!!!

Nichts ist in der Virtualität unsichtbar. Und nichts wird im Netz vergessen. Ich könnte noch mehrere Poesie-Alben darüber füllen, was für eine Idiotie das ist, sich hinter der vermeintlichen Anonymität im Netz zu verstecken, denn sie existiert nicht, aber Poetry Slam-Virtuose Andy Strauß hat es wunderbar zusammengefasst und sagt  es so, wie es ist.

Aber eine Warnung an alle Netzschisser und Wahrheitsphobiker: Big Borther IS watching you. Really. Und Big Sister tratscht es everybody weiter.

Und hier jetzt der Auftritt von Andy:

Nicolas

Und es hört nicht auf.

Heissa, Hoppsa, Donnerstag. Krawall auf allen Kanälen.

Heute schnell ein Blick in die Blog- und Medienwelt. Die kleine Ethnologin hat einen wunderbaren Text zum Thema HartzIV Bashing geschrieben. Ich möchte diesen gerne kurz zitieren und dann verlinken, denn sie spricht mir aus dem Herzen. Was soll ich da mehr sagen? So schreibt die Web-Kollegin u.a:

Gestern morgen auf der Titelseite der SZ die Schlagzeile “Missbrauch von Hartz IV nimmt zu”. In der Online-Ausgabe ist erübrigens weit weniger spektakulär betitelt mit “Missbrauch ja – aber begrenzt“.

Liest man den Artikel bis zum Ende, anstatt nach der Überschrift zu nicken und sich-in-den-Bart-murmeln “Genau, endlich schreiben die das mal so deutlich”, dann wundert man sich über das Fazit, wonach die Bundesagentur für Arbeit davor warnt, die vorher zitierten Zahlen überzubewerten, denn “Leistungsmissbrauch sei “in Relation zu der Anzahl der Hilfebedürftigen und den Gesamtausgaben relativ gering verbreitet”.”

Ja, was denn nun? Liebe SZ, das ist eine eindeutige Irreführung der Leserschaft. Und reiht sich ein in die derzeit von allen Medien quer durch die Republik geschürte Anti-Hartz-IV-Empfänger-Stimmung. Das ist kein guter Journalismus, da muss ich meiner ansonsten sehr geschätzten Tageszeitung einmal scharf widersprechen. Ich finde es unethisch, wenn mit reißerischen Schlagzeilen Stimmung gemacht wird, und dann im zugehörigen Artikel zu lesen ist, dass alles ja eigentlich gar nich so schlimm sei.

Zugleich lesen wir in diesen Tagen sehr viel über die Steuerbetrüger (und hier wiederum lese ich sehr gerne Heribert Prantls Beiträge in der SZ, der u.a. erklärt, warum er es für nicht gerechtfertigt hält, den Begriff des  “Steuersünders” zu verwenden). Interessant wäre vielleicht einmal eine Rechnung, wer den Staat eigentlich mehr kostet – die vermeintlichen Hartz-IV-Betrüger oder die Steuerbetrüger, die den Staat jährlich um hunderte Millionen abzocken

Weiter im Text geht es dann unter anderem mit einem Verweis auf meinen gestrigen Text hier (merci für den Pingback) und die Autorin stellt sich, wie man gleich lesen kann, so einige Fragen. Berechtigte Fragen.

Ja, da drängt sich sehr unschön und andauernd der Verdacht auf, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, dass nämlich den einen, den Hartz-IV-Empfängern, die den Staat ohnehin nur ausnutzen, anstatt arbeiten zu gehen, und das noch mit Freude, dass denen ja nur zugetraut werden kann, zu betrügen. Bei denjenigen, die Steuern hinterziehen, und zwar im großen Stil, dürfte es sich dann eher um die “Besserverdienenden” handeln, deren Interessenvertreter ja inzwischen auch an der Regierung beteiligt sind. Da diese ja in vielen Fällen ehrbaren Berufen nachgehen und etwas für ihr Land leisten (wir denken an Herrn Zumwinkel), ja Gott, Kavaliersdelikte.

Der ganze Artikel ist hier zu lesen.

Was ist sonst noch los, in diesem von Wahnsinn geschüttelten Land? Da alle gerade ganz kirre sind, wegen der zig Milliarden, die vielleicht in der Schweiz gelagert und bald zurückgeführt werden, rückt das Thema Arbeitsmarkt und Arbeitslose ausnahmsweise mal für diesen Tag auf die hinteren Plätze. Gestern wollte zwar Frau von der Leyen noch gerne mal das Grundgesetz ändern um die die Sache mit den Anträgen für die Grundsicherung aus Spaß noch etwas schwieriger zu machen. Als sei es nicht schon Chaos genug, auf den ARGEN in diesem Land. Nein, anstatt jetzt mal wirklich was „richtig“ zu machen und vielleicht auch mal den Grundsatz „Fördern und fordern“ in der Form zu überdenken, vielleicht doch mehr zu fördern als zu fordern. Dabei steht ja „Fordern“ hier sowieso eher für drangsalieren. Aber das wissen wir ja schon alle. Gestern habe ich mich in diversen Foren herumgetrieben und habe schlimme Erfahrungen gefunden. Am derbsten fand ich die Geschichte einer Frau, deren Mann verstorben war und die Kinder, alle nun Halbwaisen, waren nicht über die ARGE versichert, weil die ARGE die Halbweisenrente als Einkommen sieht und meinte, die Kinder müssten sich selber versichern. Somit kam die Frau auf vielleicht 10 Euro HartzIV Anspruch. Sie fragte nach Hilfe, weil sie einen Job annehmen könnte, also von der ARGE wegkönnte, aber die ARGE verbat auch in diesem Fall kurioser Weise mal wieder die Aufnahme von Arbeit.

Letzteres habe ich sowieso noch nicht verstanden: Wenn Sacharbeiter dem „Kunden“ (das ich nicht lache) verbieten, einen Job anzunehmen. So auch gelesen im Erfahrungsbericht eines Mädchens, welches nach einigen Jahren Suche nach einer Ausbildungsstelle gerne eine Heilpraktikerausbildung machen wollte. Sie schildert in ihren Erfahrungen, wie die Sachbearbeiterin sie drangsalierte. „Von Nichts zum Arzt oder was, das können Sie knicken“. So in etwa, ging es da auf der ARGE ab. Man drohte der jungen Frau mit Zwangsmaßnahmen (Entschuldigung, aber in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Sollte so ein Sprachgebrauch nicht endlich in der Kiste bleiben?) und nebenher, ihr das Kind wegzunehmen und in eine Ganztagsbetreuung zu stecken. Die Junge Frau pochte weiterhin auf den Wunsch, diese Ausbildung zu machen, bot sogar an diese über einen 400 Euro Job zu finanzieren. Da wurde ihr gesagt, der 400 Euro Job sei doch keine Arbeit, eher ein Hobby und zähle nicht. Am Ende drohte man ihr mit Leistungssperre, sollte sie sich nicht der Willkür der Sachbearbeiterin fügen.

Das ist alles in allem nur traurig. Und es gibt hunderte socher Fälle. Aber die Medien geilen sich an einem Mann auf, der seit 36 Jahren keine Arbeit hat und sowieso nie wieder arbeiten kann. Der faulste Arbeitslose Deutschlands wird von der Bild am vierten Tag dieser Woche immer noch an den Pranger gestellt. Schaut man sich die Kommentare auf Bild.de an, kriegt man, ganz einfach gesagt, das Kotzen. Sorry. Das die Bild es mit der Würde eines Menschen noch nie so genau genommen hat, ist ja auch nichts neues.

Manchmal würde ich gerne einfach für alle Superman spielen. Ich weiß auch nicht.

Kurzer Blick in den Spiegel Online Auftritt. Da geht es dann mal wieder um ganz andere Sachen. Es geht um die Studenten, die nicht wissen was sie tun und sich mit total langweiligen und superoptimierten Lebensläufen um ihr Glück bringen. Ja, höher, schneller, weiter, Karriere, Karriere. Das ist das A und O der überoptimierten Studenten der Neuzeit, die aber auch allesamt nicht wissen, was sie mit sich, dem Leben und so weiter, anfangen sollen. Willkommen im Club. Also, tendenziell wissen die dann auch mal, wie der Hammer so hängt, wenn man so superausgebildet in der Luft hängt. Ist ja kein Einzellfall. Wir sitzen alle in einem Boot.

Das soll es erstmal gewesen sein, als erster Blick auf den Tag. Törööööö.

©Rose