Und dann sagte ich ab. Wenn die Großmeister der Kommunikation wie Nulpen auftreten.

Nun — in meiner neuen Welt als beratende Kommunikatöse kommt man auch nicht um die Absage herum. Diesmal musste ich auch gar nicht lange auf eine schlecht geschriebene eben solche warten. Nein, im Gegenteil. Ich war diesmal am Zug…

Es trug sich wie folgt zu…

Es war einmal eine der größten Werbeagenturen der Welt und sie suchten jemanden für so called Community Management. Nach einigen Mails mit den Verantwortlichen für den Bereich Social Media lud man mich zu einem Gespräch ein. Beachtet man das Level, auf welchem das Gespräch stattfand, war es das blödeste, was ich jemals geführt habe. 

Eine Katastrophe der ganz besonderen Art. Wie soll ich es sagen, die Werber residierten im langweiligsten Gebäude, das ich jemals in meinem Leben betreten habe. Lieblos und weiß. Ja,ja,ja, kommt mir jetzt nicht alle mit Understatement und das muss so sein, damit man kreativ sein kann. Es sah aus wie eine Legebatterie. Das ist schon für Hühner nicht gut und die Eier schmecken scheiße, wie soll man da also als Mensch kreativ sein? Hach, aber das war eigentlich auch nur ein Nebenkriegsschauplatz, dieser nicht kreative Raum. 

Es ging also um dieses Internet. Naja und da kommt halt die Frage auf, seit wann man denn so drin ist. Also sagte ich brav mein Sätzlein: Ja, seit 1998. Irritierende Blicke bei den Herrschaften aus dem Land der Above The Line Kommunikation. „Aha, Du warst also im Internet drin bevor es das Internet gab“. Stille. Mein Gehirn sagt: Ey, will der mich verkackeiern? 

Daten aufzählend, wann. Seit Frühjahr 1997 ab und zu, seit 1998 mindestens 12 Stunden am Tag. Warum? Compuserve CD im Stern, große Hysterie und zwei zerlegte väterliche Büros bis zu der Erkenntnis: geht nur mit so einem Modem. Und ab 1998 mit Wissenschaftsstandleitung vom Fraunhofer.
Irgendwie fragt man mich leicht dümmlich, was ich denn da so gemacht habe. 1998. Im Internet. Ja, was soll ich da sagen? Das Internet war damals wirklich optisch eine ganz andere Herausforderung. Man brauchte eine Menge Phantasie. Da ich aber das Glück hatte, mit ein paar Sun Microsystems, Renderingfarmen und Wissenschaftlern in einem Gebäude für ein Praktikum eingesperrt zu sein, war das alles nicht so das Ding. Es war wunderbar. Eine Welt aus 3-D Animationen von Fischen, die wegschwammen, wollte man sie berühren und 3-D Ultraschall. Hach, was man so alles schallen kann, wenn man Langweile hat…Oder Achterbahn fahren in der 3-D Cave zur Mittagspause. Damals der heiße Shit, heute schon Standard.

Was machte wir 1998 im Internet? Also, unter uns Kolleginnen aus der Marketingabteilung war es ein Riesengaudi mit seltsamen Namen im Pralinechat latent anzügliche Chats zu führen. Fanden wir damals super komisch. Und Filesharing war damals ganz groß. Wir schleppten die Daten dann immer auf einem ZIP nach Hause. Denn dort war noch das flötende Modem angesagt. Wir trieben uns in Foren rum und surften so durch die Gegend. Was man halt so macht. Im Internet. Aber das habe ich den Herren natürlich nicht erzählt. 

Die Tatsache, dass ich einen Blog hatte, der aber noch Tagebuch hieß, brachte das Gespräch irgendwie noch weiter in seltsame Sphären. Auch dass ich den einen gut zehn Jahre befüllte und den anderen seit nun gut sechs. Wollte man irgendwie nicht so glauben.  Oder man fand es doof. Oder dachte, es ist nicht das richtige Internet. Oder ein anderes. Ich weiß es einfach nicht. Am liebsten hätte ich gesagt: Googelt es doch nach. 

Ach, es wurde aber einfach alles nicht besser. Nach diesem blah blah blah, ich und das Internet, das Internet und ich, kamen wir dann zum Punkt. Der Aufgabe. Also, die Aufgabe war dann: Bitte bis in 10 Tagen einen funktionierenden Social Media Kanal bauen. Und die Inhalte: Ach ja, da nehmen wir halt das, was wir so schon haben. Haha.

Super Plan. Wir nehmen die Sachen aus der klassischen Werbung und kleben sie ins Internet rein. Genau. Das ist Social Media. So funktioniert das Internet. Absolut.

Das Entsetzen ist mir wohl ins Gesicht gemeißelt. Ja, man wisse, so mache man das nicht. Aber der Kunde wolle es so. Oh cool, Werberklischee #9, direkt gemeinsam über den Kunden meckern. Klischee #5, Hornbrille, liegt seit 24 Minuten achtlos aus dem Tisch. Also ich, ich trage eine Brille, weil ich nix sehe. Und die muss ich immer tragen. Sonst könnte man mir auch einen Wombat mit einer Karnevalsperücke als Gegenüber auftischen und ich würde es nicht merken.

Hach, was fühle ich mich inzwischen unwohl, wie ich da sitze, bei den Königen der Werbung und das alles wirkt so fürchterlich planlos, unkreativ und … nulpig. Ja, ich bin maßlos enttäuscht von deren Auftritt. Dann wird mir noch eine Menge Geld geboten für eine Menge Arbeitsstunden und ich sage höflich, ich muss das noch überdenken und gebe den Herren die Klinke in die Hand. 

Dann schreibe ich den Herren noch eine Mail, da wäre noch die ein oder andere Sache zu klären. Ob denn bitte ein Telefonat am folgenden Tag am Mittag möglich sei. Irgendwann nähern wir uns in Echtzeit der Stunde Null, also dem Tag danach am Mittag. Auf meine E-Mail, ob man telefonieren könne, wurde natürlich nicht geantwortet. 

Wasser auf meine Mühlen! Hatte ich bei dem Termin nicht noch einen Vortrag über die wichtigsten Aspekte der Arbeit „mit Internet“ gesprochen? Schnelligkeit, antworten, immer antworten, immer sofort antworten. Der kleine Vortrag über den Grundrespekt der Kommunikation. Und das nicht zu lange Warten lassen. Blahblahblah. 

Natürlich habe ich auf meine sorgsam formulierte Antwort, in der ich begründe warum ich absage (Kurzum: So funktioniert das nicht, ohne Plan in 10 Tagen), keine Antwort erhalten.  

Aber insgesamt denke ich mir, also, wenn das mein Laden wäre und ich würde so einen großen Namen tragen und meine Mitarbeiter würden einen so nulpigen Auftritt in meinem Laden hinlegen…Bootcamp. Sofort. Alle.

Höchstwahrscheinlich ist das unter anderem das Problem: Social Media ist in good old Germany eine ziemlich puuuuups langweilige Sache, weil da irgendwelche Herren aus den klassischen Bereichen ihr Unwesen treiben. Und sowieso. Dieses Internet. Ist ja Neuland. Nach sechzehn Jahren.

Freitagsgedanken. Zur Absage. Und der unbekannten Funktion bei Xing und Co: ANTWORTEN

Xing und Linkedin, hört doch auf mir jetzt immer die Leute vorzustellen, die bei Firmen arbeiten, die eine Absage zur Absage bekommen haben. Das ist doch grotesk. Bei Xing bin ich mir sowieso manchmal nicht sicher, was es will. Sein will. Sein soll. Auch dort herrscht die Unart der Nichtantwort. Da finde ich das ja noch viel schlimmer, als bei einer E-Mail. Weil man dort ja sogar noch im besten Fall sehen kann, das die Person zB. trotz nicht Antwort auf dem Profil war. Seltsam auch bei den Projektausschreibungen dort. Nur ein Bruchteil schickt sich, eine Antwort zu schicken. So ein Portal suggeriert doch schnelles agieren. Und es poppen überall kleine Nummern auf. Post. Post. Post. Antworten. Antworten. Antworten.

Ich liebe es und freue mich aufrichtig, wenn ich Antworten bekomme. Auch negative. Dürfen sie ruhig sein. Aber nicht noch zusätzlich schlecht zusammen kopiert! Oh no!

Am schönsten sind immer die, wo jemand aus verschiedenen Dokumenten, mit verschiedenen Schriften etwas zusammenkopiert hat. Und dann kommt es so verhutzelt beim Empfänger an. Times New Roman. Etwas Arial Bold. Und immer gerne und total geil: Courier New. Mon Cherie, das ist immer das lustigste. Oder zeigt: Die wenigsten haben Ahnung von Internet.

Ach ja, Daimler macht das ja jetzt so. Während da alle tutt frutti im Urlaub sind, werden einfach alle Mails gelöscht. So ein Schmarrn. Das ist doch der falsche Weg.

Während ich diese Zeilen hier schreibe, fällt die Temperatur auf gefühlte fünf Grad. Morgen sind sicher die Dominosteine in den Regalen. Ich wäre dafür. Macht von mir aus auch einen Weihnachtsmarkt auf.

Die letzte Absage zur Absage.

Irgendwann hat man genug. Dann ist trappatonimäßig die Flasche leer, der Kittel brennt, das Fass läuft über. Es war ein Dienstag oder so, da flatterte nach sechs oder sieben Wochen – nach einer Mitteilung, ich sei in der Zwischenauswahl oder so ein Bimbes, vom Chef persönlich – eine von diesen unsäglichen Absagen, rein. Ich war es leid.

Sehr geehrte Frau Jakobs,
wir kommen zurück auf Ihre Bewerbung und danken Ihnen für das Interesse an einer Mitarbeit in unserer Agentur.
Nach Sichtung der eingegangenen Bewerbungen für die Position „PR-Berater“ müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung nicht berücksichtigen können.
Für Ihren weiteren beruflichen Werdegang wünschen wir Ihnen viel Glück und Erfolg.
Freundliche Grüße / Kind Regards
Fräulein Vorzimmer

Sehr geehrte Frau Vorzimmer,

ich möchte Ihnen freundlich und zeitnah auf Ihre Absage absagen. Ich bin es nämlich leid. Warum sind ausgerechnet die Menschen in diesen Kommunikationsagenturen nicht in der Lage, eine nette Absage zu schreiben? Absagen sind sicherlich eine anstrengende Sache. Menschen wollen Antworten. Ja, so ist das. Und das Beantworten von Briefen, E-Mails ist soziales Brachland. Heute ist es ein Sechser im Lotto, wenn man überhaupt eine Absage bekommt. Schön ist es allerdings nicht, denn eigentlich sind diese jämmerlichen, in schlechtem Deutsch getippten Absagen eine Beleidigung für jeden Bewerber, der sich die Mühe gibt, die individuellsten und lückenlosesten Bewerbungsunterlagen unter der Sonne einzureichen. Da sind schon Leute wahnsinnig geworden, wenn sie sich mit Klemmleisten die Fingernägel abgerissen haben und das letzte Passfoto (vom Fotografen!! Extra gemacht!!)  Blutspritzer abbekommen hat, weil man drei Blätter zuviel reinstopfen wollte.

Sie aber alle machen es sich recht einfach. Sie kopieren ein paar lieblose Sätze zusammen und machen vor der Kaffeepause etwas Copy und Paste.

Da ich das nicht mehr länger ertragen kann, mache ich mich nun als Beraterin selbständig. Meine Beratungsleistung wird sein: Zeig den Menschen, die sich an Dich wenden, egal ob sie einen Job wollen, oder sich beschweren, etwas Respekt. Sei ein bisschen nett. Gib Dir etwas Mühe.

Und schreib gerade, ordentliche Sätze. Vor allem, wenn Du eine Kommunikationsagentur bist, schreib nicht so, als wolltest Du das Finanzamt oder ein Vollstrecker sein.

Mit besten Grüßen,

Rose Jakobs

Die Absage zur Absage vom 4.9

Gestern bekam ich eine Absage. Ach ja, ich bekomme ja oft Absagen. Daher bin ich im lesen von Absagen echt routiniert. Aber gestern, da war ich echt sauer. Da suchen die also jemanden für die Kommunikation, schicken nach acht Wochen einen Zwischenbescheid und hauen dann gestern eine Mail raus, die einfach eines zeigt: Ja, da muss mal jemand hin und denen beibringen, wie man es nicht macht. Man eröffnet niemals Nachrichten, egal wie, negativ. Das ist ja eine Grundregel in der Kommunikation.

Auch wen es heißt, bad news are good news, aber wir sind hier ja nicht bei Klaus Kleber.

Gesucht war: PR Referentin, gerne mit Journalistischem Background.  Mit „tiefgehender Social Media Erfahrung, vor allem Blogs und Facebook“.

Ich bin: PR Referentin mit Marketingerfahrung und hänge seit 1998 durchgehend im Internet. Immer. Überall. Und Journalismus, so klassisch, ey habbisch gemacht, vor Internet!

Deren Absage:

Sehr geehrte Frau Jakobs,

wir haben keine guten Nachrichten für Sie.

Nach eingehender Prüfung aller bei uns eingegangenen Unterlagen müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung im Hinblick auf die zu besetzende Stelle nicht berücksichtigen können.

Für Ihre Zukunft und die weitere Suche nach einer beruflichen Herausforderung wünschen wir Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Meine Absage auf die Absage:

Guten Morgen Herr XXXX,

schade, denn dass Sie dringend jemanden für die Kommunikation brauchen ist ganz offensichtlich. So schreibt man keine Absage. Niemals eröffnet man mit „…schlechten Nachrichten“…..

Es ist schon fast wieder amüsant, dass man mit 15 Jahren Berufserfahrung und einem Faible für Online-Medien, welche heute den Takt angeben, „Nicht berücksichtigt werden kann“. Zumal ich auch noch ausgebildete PR-Referentin bin, die eine grundsolide, klassische Journalistische Ausbildung in den Neunzigern erfahren hat.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie die Eierlegende Wollmilchsau finden, die Sie suchen.

Beste Grüße,

Rose Jakobs

Hausinternes gequake featuring „Absagenparade“

Liebe Mädchen und Jungen, räusper.

Wir sind hier gerade irgendwie mal kurz Themenlos. Wir haben unsere Meinung zur FDP und zu HartzIV wie ein Mantra in die Welt hinaus gerufen. Hilfe! We can’t hör it anymore! Natürlich, was macht die Bewerberei? Ich habe eine sehr nette Absage bekommen, die ich mit Wonne gelesen habe. Warum mit Wonne? Ich habe eine Stelle in Aussicht, ab Ende Mai werde ich wieder meiner Passio nachgehen können. Das macht ja nichts, eher macht es alles gut. Dann wird sich hier das Thema etwas verschieben, aber es wird immer noch um Arbeit geben. Keine Frage! Ich erzähle dann, wie es ist, wieder „on the job“ zu sein. Natürlich sind wir immer noch auf der Suche nach Euren Geschichten rund um Arbeit. Bescheuerte Gespräche, freche Absagen. Und weil wir gerade da sind, wo abgesagt wird, präsentiere ich mit einem Frühlingshauch die letzte heißig fette Absage:

Sehr geehrte Frau XXXX,

herzlichen Dank für Ihre Bewerbung als PR-Berater.

Die große Anzahl von Bewerbungen hat die Auswahl nicht leicht gemacht, aber wir haben mittlerweile unsere Entscheidung getroffen. Leider bedeutet das, dass wir vielen anderen ebenfalls sehr guten Kandidaten absagen müssen – und damit auch Ihnen.

So bleibt uns nur, Ihnen alles Gute zu wünschen und ganz fest die Daumen für die weitere Suche zu drücken.

Mit freundlichen Grüßen

Da habe ich nicht schlecht geschaut, fand ich im Vergleich mit anderen, schnodderigen Absagen nett geschrieben und sie kam auch schnell: Drei Wochen nach versenden der Bewerbung kam die Absage. So kann es also auch gehen. Nett und zeitnah.

©Rose

Absagenparade.

Achtung, heiß und fettig. Absagen, Absagen, Absagen.

Just in time erreichte uns folgende Zuschrift, über die Kommentarfunktion. Da dies aber mal wieder ein herrliches Beispiel für Unfreundlichkeit und Inkompetenz am Arbeitsplatz und im Umgang mit Menschen ist, spot on:

Ich habe mich mal bei einer Firma um eine feste Stelle beworben, bei der ich vorher bereits vier Jahre während meines Studiums gearbeitet habe. Das stand natürlich im ersten Satz des Anschreibens, das (sehr gute) Arbeitszeugnis meines direkten Chefs lag bei. Ich habe die Bewerbung persönlich in der Personalabteilung abgegeben.Die Antwort aus der Personalabteiltung laute:
„Sehr geehrte Frau XX,
selbstverständlich können Sie sich um die Stelle als XX bewerben. Voraussetzung ist eine vorherige intensive Mitarbeit bei XX (dem Unternehmen). So wäre es sicherlich sinnvoll, wenn Sie einmal Kontakt zu Herren XX (MEINEM DIREKTEN CHEF, DESSEN ARBEITSZEUGNIS BEILAG!) aufnehmen. Mit ihm können Sie dann über eine intensive und nachhaltige Mitarbeit sprechen.
Sie sehen, allein mit der Bewerbung ist es noch nicht getan.“

Dieses Schreiben fand ich mehr als unverschämt. Die Bewerbung so offensichtlich nicht anzusehen bzw. nichtmal das Anschreiben zu lesen und dann so eine Antwort zu versenden…tsss…
Abgesehen davon hätte ich den Satz „Sie sehen, allein mit einer Bewerbung ist es noch nicht getan“ auch für einen Externen Bewerber unmöglich gefunden. Nach dem Motto „Boa, sind Sie blöd, dass Sie auf die Idee kommen, sich bei uns einfach mal so zu bewerben. „

Any questions, girls und boys? Natürlisch haben wir die nischt, weil wir so oder so inzwischen wissen: Die Irren sind die anderen.

Waidmannsheil aus der Absagenabteilung,

Rose

„Wir leiten das weiter… (an den Mülleimer)“ Input from Outside

Im Dauerlauf des Bewerbungsmarathons bleiben Absagen nicht aus. Glücklich nowadays wer überhaupt ein Schreiben mit einer olchen bekommt. Sollte eine gute Standard-Absage nicht so aussehen, wie es im Antikörperchen-Blog schon vor Jahren formuliert wurde:

  • Anrede
  • Sich artig für das Interesse und die zugeschickten Bewerbungsunterlagen bedanken
  • Tiefstes Bedauern darüber ausdrücken, dass man sich für einen anderen Mitbewerber entschieden hat (und sich dabei hinter dem diffusen Personalpronomen „wir“ verstecken)
  • Optional: Unterstreichen, dass man den Bewerber nicht für unqualifiziert hält
  • Darauf hinweisen, dass sich im Anhang die Bewerbungsunterlagen befinden
  • Dem Bewerber noch einen erfolgreichen Lebensweg wünschen
  • Grußformel

Von Frau *hier bitte Wunschnamen einsetzen* haben wir folgende Absage bekommen, die sie erhalten hat:

„Sehr geehrte Frau XXX,

das Auswahlverfahren zu o.g. Stellenausschreibung ist abgeschlossen.

Die Antragsunterlagen werden an die zuständige Verwaltungsstelle der FUB
weitergeleitet, mit dem Vorschlag, diese Stelle mit einer/m anderen
Kandidatin/Kandidaten zu besetzen.

Sollten Sie einen frankierten Rückumschlag beigelegt haben, schicken wir
Ihre Bewerbungsunterlagen im April 2010 an Sie zurück. Sie können ab dem  1.4.2010 die Bewerbungsunterlagen auch persönlich abholen (2.OG, Raum  224).
Wir bedanken uns für Ihr Interesse an einer Mitarbeit im Lateinamerika-Institut.“

Hier wird nicht mal gesagt, ob man die Bewerbung in welcher Weise auch immer überhaupt mal in Erwäghung gezogen hat. Die landet bei jemanden auf dem Tisch mit der Info: Die Dame nicht. Öhm ja. Bürokratie hin oder her. Für eine Standardabsage mit der „Tut uns leid-Floskel“ wäre ja wohl Zeit gewesen.

Warum ist es für „young professionals“ so schwierig in den Beruf zu kommen? Es kann doch nicht nur an vermeintlich mangelnden Strategien liegen. Einerseits soll man immer ganz genau wissen wo und wie man arbeiten will andererseits aber auch für alles möglich offen sein. Wie das immer miteinander funktionieren soll finde ich gerade heraus.

Weiter geht’s mit Schwung und trotzalledem!

© Simone