„Den ganzen Tag versuchen wir hier Sie unmenschlich perfekt zu optimieren“.

Äh, Hallo? Hier die neuesten News aus der nichts bringenden Weiterbildung zur Online Redakteurin. Wo fangen wir denn an?

Gestern passierte etwas schier unglaubliches, aber das Leben – wenn es eines der echten ist, hat immer Überraschungen parat. Als ich mit einem unserer Hunde beim Tierarzt war,  zog der liebe Hund den Autoschlüssel aus Frauchens Tasche und drückte dabei hübsch „abschließen“. Während Frauchen dann den Hund aus dem Auto manövrierte, fiel die Wagentür zu und in dem Moment leuchtete das Schlüsselband schön Orange von unter dem Sitz. Im Auto. Super, dachte ich mir, der Tag ist gelaufen. Dann begann eine endlose Odysee, kein Telefon, keine Handtasche, kein Nix – weil alles im Auto – lief ich erstmal zu Fuß 4 Kilometer zum Autohändler. Dieser sorgte dann dafür das ich die 27 Kilometer nach Hause nach Hause kam um dort den Ersatzschlüssel zu suchen, um dann wieder zum 27 Kilometer entfernt geparkten Auto zu gelangen, um es mit dem Ersatzschlüssel zu öffnen. Denn, weder der Autohändler noch ich hatten richtig Lust drauf, den Wagen brutal vom ADAC knacken zu lassen.

Aufgrund dieser zickigen Umstände habe ich es dann irgendwie nicht in dieses sowieso sehr sinnlose Seminar geschafft, da ich bis zum späten Nachmittag mit meiner Auto Odysee beschäftigt war. Nun gut, man muss ja im Leben Prioritäten setzen. Ich fand ich irgendwie fiebrigen Hund zum Arzt bringen und dann zu sehen, dass Auto wieder auf zu bekommen irgendwie wichtiger, als zu einer Weiterbildung zu fahren, bei der ich nichts lerne, weil in der Realität in der ich vorher gearbeitet habe, sowieso alles „anders“ läuft.  Und ja, weil man mir da einfach nichts beibringt. Weil ich es alles schon mal on the Job gemacht habe. Egal.

Heute durfte ich, die Frau Jakobs, dann mal zum Dings, Leitung. Gespräch. Also, lange Rede, kurzer Sinn. Man legte mir zum einen Nahe, es sei besser gewesen, wenn ich das 40.000 Euro Auto hätte knacken lassen (Nachtigal ick hör Dir trapsen, der Leasinggeber hatte da echt kein Bock drauf und dem gehört das Auto ja nun mal und so weiter….) und ja, dann legte man mir nahe, dass mit meinen Haustieren mal zu überdenken. Und der Arbeit. Denn, jajajaja, Arbeitgeber werden das nicht gerne sehen. So Hunde. So Tiere. Da muss man sich ja drum kümmern, und kein Arbeitgeber sieht es gerne, wenn ein Hund 40 Fieber hat und zum Arzt muss. Das passt nicht. Das soll ich mir mal überlegen.

Momentchen, momentchen. Geht es jetzt schon so weit mit der Staatlichen Arbeitnehmer Optimierung das gnadenlos Hobbies, Leidenschaften, Kinder und Haustiere, private Probleme, Unglücksfälle, Krankheiten und anderes herausgestrichen werden? Wofür Leben wir eigentlich? Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben? Diese Leistungsgesellschaft die sich Mc Kinsey like durch jegliche Facette des privaten Daseins optimiert, die kann mich mal echt am Arsch lecken.

Ein Arbeitgeber, der nicht einsehen würde, das ein nicht fahrbares Auto eben nicht fahrbar ist und der kein Verständis dafür hat, dass man Tiere hat, die auch mal krank werden und so, der ist zum einen nicht mein Arbeitgeber und zum anderen schlichtweg ein unmenschliches Arschloch.

Womit wir auch schnell dem Ende zu galoppieren: Frau Jakobs, mit ihren privaten Blogs da, das ist nicht gut. So finden sie nie Arbeit.  Liebes Institut,  go and fuck yourself. Vielleicht mal vorher irgendwo eine Prise Realität einatmen und dann abdanken. Arbeitgeber die den Menschen  in die Tonne kloppen,  sind sicher einiges, aber eines auf gar keinen Fall: MEIN Arbeitgeber.

Menschen haben Familie, Kinder,  Eltern, Geschwister oder auch Hunde und Katzen. Da kann immer was passieren. Menschen sind Menschen und leben nicht nur um irgendwelchen Arbeitgebern zu gefallen. Germany, Du kotzt mich an.

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Ein Kommentar zu “„Den ganzen Tag versuchen wir hier Sie unmenschlich perfekt zu optimieren“.

  1. „Menschen haben Familie, Kinder, Eltern, Geschwister oder auch Hunde und Katzen. Da kann immer was passieren. Menschen sind Menschen und leben nicht nur um irgendwelchen Arbeitgebern zu gefallen.“

    Word!! ❤

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