Neverending Story. Noch mal Scroll Edition, ihr Schnuffis.

Schnell lesen! Luft anhalten! Immer noch diese Scrolling Edition. Die Journalisten haben immer noch nicht fertig.

Ach, wir sind immer noch nicht durch mit der Nummer. Die Nummer namens Scroll Edition. Los kommt, wir reiten das Pferd, bis es tot ist! Nein, Scherz beiseite. Soeben tollen Artikel von dem echten Robert Basic gefunden, der sich enttäuscht darüber äussert, was er auf „Basic Thinking“ so lesen musste. Hut ab! Finde ich super toll. Dann natürlich wieder ein wilder Ritt in den Kommentaren. Wieder ganz vorne mit dabei: Der Oberlehrertyp, der Mann der das Internet am aller, aller, aller dollsten hasst (weil er wohl dolle Angst davor hat), der Schnickes vom Klardeutsch-Blog. Dieser Blog, wo man sich aufwendig anmelden muss, um überhaupt was dazu zu schreiben – genau so macht man es eben nicht, Mister „Ich weiß alles total toll besser und lasse das fett raushängen“. Und so weiter und so fort. An dieser Stelle übrigens freundlichen Dank, dass er sich an mir auch in der Woche nach dem Riesengau (in seinen Augen) noch nicht satt kritisiert hat. Damit aber nicht genug. In der Kommentarfunktion bei Robert haut der Gute weiter drauf:

„Das ganze Elend der deutschen Bloggerszene drückt sich darin aus: Dass die Leser egal sind, solange man sich an der Spitze des Fortschritts sehen kann.“

Armer Mann, hat wohl sonst nix zu tun, seitdem sein Schinken Dumm 3.0 dummerweise sehr zerissen worden ist. Aber er kann ja mal weiter versuchen, bei Readers Digest Zusammenfassungen zu schreiben. Go for it, Schnarchnase of hell!

Und auch geil finde ich den Kommentar, von dem Herrn, der die Scroll Edition als erster so derbe in den Abgrund der Kritik geritten hatte, bevor er mal recherchiert hatte. Hallo? Wie bitte? War es nicht so, dass Journalisten die Götter der lupenreinen Recherche sind und daher besser als der gemeine Blogger, da die Information frisch und abgesichtert auf des Lesers Tisch landet? Haaaalllloooooooo?

Was im Hintergrund der Produkt der “Welt kompakt”-Ausgabe gelaufen ist, wer für das Layout zuständig war, dass es gutes Essen gab und dass die meisten Texte schon vorproduziert waren, wusste ich am Donnerstagmittag, als ich meinen Text schrieb, nicht. Wusste wohl niemand außer denen, die am Projekt beteiligt waren.

Vielleicht mal einfach „recherchieren“? Tipp: Dpa! Die waren nämlich da. Cool, oder? Die haben so einen Ticker, den kann man voll geil abrufen. Und diese verrückten Blogger haben so alle voll die krassen E-Mail Kontakte auf diesen crazy Blogs. Da kann man voll man hinschreiben und rumfragen. Crazy, oder?

Blogger sind teilweise Vollnasen, die sich gegenseitig bekriegen und nicht recherchieren. Journalisten sind teilweise Vollnasen, die nicht recherchieren und sich mit Bloggern bekriegen. Die einen wollen die Macht, die anderen geben sie gerade günstig an der Gaderobe ab.

Ich bin mir natürlich die ganze Zeit total bewusst, dass bloggen subjektiv ist. Das ist der Kern von Bloggen. Im Gegensatz steht dazu der objektive Journalismus. Bloggen ist also schlichtweg eigene Meinung. Sich aber von angeblichen Journalisten schlecht bis nicht recherchiert doof anmachen zu lassen, weil es ihnen einfach nicht in ihr Konzept passt, ist das größte Übel. Es ist Etikettenschwindel.

Und jetzt reiten wir alle ein rosa-farbenes Schwein und haben wieder Spaß am sinnlosen Dasein in der Alltagshölle zwischen Meinung und nicht Meinung und am Ende fällt mir nur ein: Ähm, leckt mich doch einfach am A****.

Ps.: Und hier kommt noch einer nach. Auch von Robert Basic. Das Leid der Macher. Und damit nicht genug. Hier sagt auch mal Frank Schmiechen, was so geht. Ich hoffe, dass ich heute Nacht nicht wieder träume, ich sitze in einem Zug voller Blogger und wir dürfen nie wieder aussteigen und werden in einen Tunnel gefahren, weil draußen alle alles in Brand stecken, weil wir es gewagt haben, von uns als gut und toll empfundene Texte einfach größenwahnsinnig und so, in eine Zeitung, die an dem Tag keine sein sollte, zu drucken. Wir absoluten untalentierten Idioten. Wie bescheuert auch von uns…..Ich brauch mein Riechsalz.

PPs.: Ich lehne hiermit offiziell und dankend das Angebot des „Technikspartenjournalisten“ ab, der mir freundlicherweise mit einer „Journalistischen Kritik“ an einem nicht journalistischen Text helfen wollte, wie ich besser schreibe. Kleiner Tipp: Icke schreibe wat mir innen Kopp kommt und dann willet auf das Papier. Einfach so. Rin ins Hirn. Raus auf das Papier. Nennen wir es Kurzgeschichten. Nennen wir es Hirnfürze. Ist mir doch egal. Da geht es selten um die Wichtigkeit der nächsten iphone Apps. Really not, Darling. Kisses, fucking evil unrecherchiert aus dem Bauch raus Rose.

Edit:

In einem sehr guten Film, Stranger than Fiction, sagt die Autorin eines Buches als sie ins Büro kommt folgenden Satz:

„Ich war vor der Tür und war Zigaretten kaufen….Und dann flog es mir zu….Wie?….Wie alles Schreibenswerte geschah es völlig überraschend und ohne Methode“. So, denkt da mal drüber nach.

Edit, nummer zwei:


Der „Technikjournalist“ und ich haben jetzt Frieden gemacht.

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11 Kommentare zu “Neverending Story. Noch mal Scroll Edition, ihr Schnuffis.

  1. Es ist eine schräge Debatte. Wer hat eigentlich mal festgelegt, was ein guter, lustiger, toller, trauriger Text ist? Wenn ich lese „Keine Kunst ohne Handwerk“ wird mir ganz schlecht. Typisch deutsch: „Wer das nicht gelernt hat, darf das aber nicht machen“. Jetzt wird auch noch vorgeschrieben, was ein „guter Text“ zu sein hat. Das entscheidet immer noch der Leser. Ich mochte die Scroll Edition. Aber ich mochte auch schon vorher die Texte einiger Teilnehmer. Daher finde ich es sehr unfair, dass einige „Journalisten“ den Schreibern nun jede Qualität absprechen. Das ist unfair. Sie sind halt anders. Sie schreiben anders. Schreiben kann, darf und muss sich verändern. Auch Textformen sind wandelbar. Es geht hier speziell bei Rose gar nicht um „Journalismus“. Sie schreibt schlicht Geschichten. Und das ignorieren die Schreiber von „Klardeutsch“ oder „Basicthinking“.

    Lese ich dann solchen Quark, wie „Man darf nicht erwarten für eine Postkarte einen Literaturnobelpreis zu bekommen“ wird mir übel. Da meint also ein Journalist, der ein sehr schlechtes Buch gemacht hat, zu schreiben: Das ist so unlesbar? Fürchterlich!

    Und ja, ich denke doch, die Welt Redaktion (Schmiechen?) hat den Text der Autorin auch gelesen. Oder? Sind die jetzt auch schlecht, doof und unfähig weil sie den Text ins Blatt gelassen haben? Ich verstehe die ganze Debatte nicht.

    Alle nehmen die Autoren auseinander. Wie unfein alles. Sehr, sehr deutsch.

    Alles schlecht, alles doof, haben wir vorher gewusst, haben wir immer gesagt und das wird so gemacht, wie es gemacht werden muss. Und wer das nicht kann, wer das nicht gelernt hat, der darf das nicht. Keine Kunst ohne Handwerk. Ich lache mich kaputt. Das ist so arm. Schade. Alles.

    Ich sage: Alle immer weiterbloggen. Gegen diesen Mief.

    Danke.

    Micha

  2. Ach Gottchen, spricht Lottchen. Wat’n Sturm im Wasserglas. Ich kenn Dich noch nicht, Rose, aber Du hast so Recht: Es will einfach aus dem Kopf. Ob auf Papier oder in den PC, ist ‚ihm‘ egal. Es lebe das Blog.

  3. @Micha: Was ein guter, schlechter, lustiger oder trauriger Text ist, entscheidet der Leser. Und zwar jeder für sich allein. Gibt Texte, die ich total lustig finde und die andere kalt lassen. Ja, echt. Und auch wenn ich Dir jetzt die Kotztüte reichen muss: Es gibt nunmal bestimmte „Techniken“, mit denen man die erwünschte Wirkung wahrscheinlicher machen kann. Wortwahl, Stil, Perspektive, Textaufbau etc. pp. Und das gilt nicht nur für journalistische Texte.
    Das spricht gar nicht (@rose) gegen den kreativen Gedanken, der einem beim Zigaretten holen zufliegt. Ist halt die Frage, wie man diesen Gedanken später in Worte fasst. Ist viel eher wie singen: Es gibt Leute, die haben einfach eine schöne Stimme, andere nicht. Mit bestimmten Gesangstechniken können die ersten da noch mehr rausholen. Aber ohne schöne Melodie und nen guten Text nutzt Dir auch die längste Gesangsausbildung nix.
    Und garantiert wäre die Welt besser, wenn die Menschen mehr singen würden…

    • @daniel: nochmal, eine woche nach dem ganzen theater: WIr SOLLTEN KEINE JOURNALISTISCHEN TEXTE ABGEBEN UND ICH HABE KEINEN JOURNALISTISCHEN TEXT ABGEGEBEN SONDERN EINE SEHR EIGENWILLIGE ALLTAGSPROSA. Warum hat das in der zweiten Woche nach Axel Springer immer nich keiner verstanden. WIR SOLLTEN NICHT NIEMALS JOURNALISTISCHE TEXTE ABGEBEN. Ich weiß wie man einen journalistischen Text schreibt, aber, ich glaube ich wiederhole mich, sollten wir nicht.

      Meine Fresse.

      • Vielleicht nochmal für alle, fünf Punkte aus der Einladung….

        1. Du sollst werten.
        2. Die Uhr ist Dein Feind.
        3. Der Chefredakteur ist Dein Freund.
        4. Die Themen der Zeit sind Deine Themen.
        5. Schreibe offline wie online: Sei wer Du bist.

        Jetzt mal so langsam okay? Ich kann es nicht mehr hören. Klar, waren das keine Journalistischen Texte, wenn man nach den fünf Punkten Sachen schreibt / raussucht.

      • Ich hab das mit den nicht-journalistischen Texten schon in der ersten Woche verstanden. Die 5 Punkte aus der Einladung kenn ich auch.
        Jetzt aber mal alle tief Luft holen und locker machen: Wo hab ich bitteschön Rose jegliches Können abgesprochen? Wo hab ich denn den Text kritisiert? Zum Blogstopp aufgerufen? Mangelnden Respekt gegenüber Arbeiten anderer gezeigt?
        Ich hatte und habe mein ganzes Berufsleben über mit Sprache und auch viel mit Texten anderer zu tun. Deshalb ist es nicht nur meine Überzeugung, sondern meine Erfahrung, dass man Schreiben im handwerklichen, nicht im kreativen Sinne, lernen und üben kann. Nichts anders wollte ich mit meinem Kommentar ausdrücken, und es überrascht mich, dass ich das nachträglich noch erklären muss und dass das solche Reaktionen hervorruft…

      • @Daniel,

        verzeih, aber ich persönlich bin inzwischen in Woche zwei nach dem „Wagnis“ vielleicht etwas genervt. Ich wollte nicht patzig oder ähnliches sein. Sicher, man kann Schreiben handwerklich lernen, gar keine Frage. Ich bin einfach wirklich etwas …. ja …. wie soll ich es sagen . . . erschrocken über die Debatte die so lange geht. Verzeih mir meinen rüden Ton – war nicht so gemeint.

  4. Liebe Leute, jetzt ist aber mal gut. Wenn die Autorin so gar nix drauf hätte, dann wäre ja zB. folgendes Buch wohl nicht mit einer Geschichte aus ihrer Feder rausgekommen:

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/462236

    Und wäre die gute Frau so schlecht, wie einige Herren der Schöpfung es darstellen, dann wäre ja wohl auch kaum das Blogstipendium der SZ an die junge Frau gegangen.

    Hier kann man sogar einen Mitschnitt finden, mit Literaturkritik am Ende, von einem Kritiker den man hier und da auch kennt:

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/344883

    Jetzt hören wir aber mal auf. Die Dame hat eine Leserschaft. Größer als manch einer wahrhaben möchte. Nicht umsonst schreibt sie seit 2001 auf verschiedenen Websiten.

    Ich bin durch ein Interview in der Zeitschrift Ökotest auf die Autorin aufmerksam geworden und habe rückwirkend viele ihrer Texte bei jetzt.de gelesen – ganz andere Sachen wie auf diesem Blog hier.

    Die junge Frau hat ordentlich den Techno und dessen Subkultur erforscht. Da bringt sie also nun einen Text (der viel debattierte Dörfertext) auf eine prominente Bühne (Welt Kompakt) und wird nur fertig gemacht, es sei „schlechter Stil“.

    Ja, die Herren, vielleicht gefällt es nicht jedem. Aber ebenso viele mögen die Geschichten. Es ist eine Frechheit was sich manche Personen im Internet erlauben, wie Herr Reiter von „Klardeutsch“.

    Mehr als arm.

    Ich denke, das mehrere Redakteure den Texte bei Springer gefiltert und für gut befunden haben. Auch wenn er nicht journalistisch ist. Es ist doch eine schöne Geschichte, mit schönen Bildern.

    Aber ich habe vergessen: Die bei Springer sind ja in den Augen der Herren der Schöpfung auch nur Idioten. Oder noch besser: Man wollte die Autorin, Rose, vorführen. Sicher, so ist es gewesen.

    Rose, schreiben Sie weiter.

    Sie schreiben lustig, anders, innovativ, nicht langweilig, nicht abgegriffen.

    Ihre Maja

  5. @Daniel: Ich finde es ganz schlimm, das so drei, vier, fünf Leute den Text „schlecht finden“ und daher so einen Aufruhr veranstalten. Das hat die Autorin nicht verdient. Etwas mehr Respekt gegenüber den Arbeiten anderer, auch wenn sie nicht gefallen, anders und individuell sind.

    Langweilige Texte gibt es genug auf der Welt.

    Der Autorin jegliches Können abzusprechen, ist eine Frechheit.

    Ich frage mich sowieso, wer wann beschlossen hat, wie man was „richtig schreibt“. Ja, es gibt sicherlich einige Punkte, die man beachten muss. Ich frage mich aber, was an dem Text so schlimm und so fürchterlich ist. Ich finde die Punkte nicht.

    Es ist ein schöner Reisetext. Ja, sehr subjektiv. Eine Lesegeschichte anderer Art.

    Wirklich schade ist, dass in Deutschland immer alles nach Schema F funktionen soll und dann auch nur „sein darf“.

    Kein Platz für anderes und neues.

    Ich denke, ich bin nicht alleine damit: Ich mochte den Dörfertext.

    Es war außerdem noch ein anderer Text von Rose in der Scroll Edition, eine Glosse:

    http://www.welt.de/die-welt/politik/article8269953/Darf-man-stolz-auf-sein-Land-sein.html

    Ganz anderer Stil. Ist aber niemandem aufgefallen.

    Schade, schlimm.

    Gruß,

    Micha

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