You are not alone (ist ja auch Internet hier).

Gib mir Deine Daten ich geb‘ Dir meine.

Lustig. Auf jetzt.de – ich betone es nochmal: Nicht alle da, sind ähm Kinder mit denen ich nicht spielen will – geht die „Facebook ist aber doof und will wissen wo ich wohne Debatte“ immer noch weiter. Also in die dritte Runde, die dritte Woche. Zugegeben: Jetzt wird es total öde. Ja, heute werden die gleichen Argumente abgeballert wie in den vergangenen Wochen. Gähn. Jetzt kann aber mal was Neues passieren. Vielleicht ein neues Skandälchen. You will never know. Das nicht nur ich, ich involviertes Krawallluder, die Sache „beobachte“, kann man in folgendem Blogeintrag lesen. Auf Philibuster.de wird sich auch die Frage gestellt: Ist diese Debatte ein rein Deutsches Problem? Datenschutz ist eine wichtige Sache, aber wie wichtig ist es wirklich zu wissen, was der 08/15 Mensch so surft? Bei jetzt.de geht die Argumentation in die nächste Runde: Ey, Dein Handy ist auch jederzeit zu orten. Sagt der andere: Ja, aber so wie ich kein Facebook gut finde, habe ich auch kein Handy und ich mache das immer aus. Da fällt einem einfach nix mehr ein. Am Ende bleibt immer noch die große Frage: Was macht Facebook denn nun eigentlich mit den Daten? Ist es nicht eigentlich nur ein Fest der Daten für die Werber? Und überhaupt: Steht morgen der Bundesgrenzschutz vor der Türe, weil man seine Meinung mal in dieses Internet geschrieben hat? Ja, so steht es auch bei Philibuster, es habe den Anschein, als habe man bei jetzt.de Problem mit der (wirklich) freien Meinungsäußerung. So what, what war the Thema? Weiß inzwischen auch bei jetzt.de keiner mehr. Da geht die Debatte wieder von vorne los. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Da klatschen die Zuschauer. Apropos Zuschauer: Danke für die insgesamt fast 2000 Besucher (in 48 Stunden), fast 1150 nur über jetzt.de. Danke, das ich dank Google Analytics wissen darf, woher ihr kommt, was ihr klickt, wohin ihr geht. Danke, dass ich weiß was ihr sonst noch alles auf der Seite angeklickt habt. Ich danke der ähm Academy.

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6 Kommentare zu “You are not alone (ist ja auch Internet hier).

  1. Danke für die Erwähnung! Man muss wirklich sagen, dass sich unserer Generation doch recht schizophren verhält. Einerseits lässt man sich ohne Murren von Staat und Industrie die Rechte einschränken, aber wenn ein – im Vergleich dazu harmloses – Social Network Daten sammelt ist der Aufschrei groß.

    Mit den Informationen, die Facebook sammelt, kann man vielleicht schöne Werbeprofile erstellen. So what? Das machen Google und Amazon doch auch. Bei jeder Suchanfrage, bei jedem Einkauf. Willkommen im Netz.

    Aber bei wirklich bedenklichen Überwachungsmaßnahmen (digitale Krankenakte, ELENA, Videoüberwachung von öffentlichen Räumen, Vorratsdatenspeicherung etc.) oder Offline-Datensammel-Aktionen wie Payback verhalten sich die jungen Erwachsenen erstaunlich ruhig. Das Feld überlässt man lieber ein paar Nerds mit Piraten-T-Shirt, die müde belächelt werden. Sobald aber die eigene reine Weste befleckt werden könnte, wird protestiert.

    P.S.: Habe Dich gleich mal in unsere Blogroll aufgenommen.

    • Merci für die Blogroll. Freut mich sehr. Und ja: Es ist fürchterlich Schizophren. Ich kann das alles wirklich kaum verstehen. Ich sehe das auch so: Für Werber sind das vielleicht tolle Infos aber Systeme wie Payback sind absolut akzeptiert. Dabei haben die sogar die Postanschrift. Und ja, auch ELENA und die digitale Krankenakte – da schreit keiner auf. Strange Sache gerade.

  2. Ich gehöre zu denen, die sich über die Verwendung ihrer Daten durchaus Gedanken machen.

    Nun bin ich über die Streitfrage nur aus zweiter Hand informiert. Es geht darum, dass man unter Umständen von einem Pseudonym bei Jetzt.de auf einen Realnamen bei Facebook schließen kann?

    Gut, das ist theoretisch vielleicht auch so schon über „normale“ Bookmarks möglich. Wenn ich z. B. ständig zwischen einem anonymen Konto und meinem Amazon-Konto hin und hersurfe, kann man sich per Computer berechnen lassen, dass es sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit um dieselbe Person handelt.

    Aber muss man es den Firmen leichter machen als nötig, an irgendwelche Daten zu kommen? Ich denke nein.

    Abgesehen von den Werbeinteressen irgendeiner Firma wurde auch der allgemeinere Punkt angesprochen, dass man zu seiner Meinung stehen sollte. Solange es um irgendwelche banalen Dinge geht, mag das praktikabel sein.

    Aber z. B. Hartz IV. Soll ich wirklich namentlich! in meinem Blog schreiben, dass ich nicht bereit bin, jede „zumutbare“ Arbeit anzunehmen, dass ich statt dessen selbst entscheiden möchte, wo und für wen ich arbeite? Mein Arbeitsvermittler wird sich vermutlich freuen. Einen mehr, den er auf Null kürzen kann.

    Als nächstes, stelle ich mir vor, steht dann die Bild-Zeitung vor der Tür, gefolgt von der Schlagzeile: „Deutschlands abscheulichste Schmarotzerin“. Am besten noch mit einem Foto von mir.

    Immerhin wurden ja auch die Angehörigen der letzten Verfassungkläger auf der Straße angepöbelt. Ein Indiz dafür, wie hitzig die Stimmung bei dem Thema ist.

    Natürlich ist aufgrund der technischen Möglichkeiten auch ein Pseudonym keine Garantie für Anonymität. Aber zumindest wäre es eine Hürde für den gewöhnlichen Internetnutzer.

    Allgemein gibts sicherlich so manchen, der die Öffentlichkeit seines Namens bereut haben dürfte, ob er nun Salman Rushdie oder Lisa Loch heißt.

    • Naja, ich schreibe ja hier auch offen über das Reizthema „HartzIV“ und da ich bis zum Tag des Stellenangebots im Monat über 30 Bewerbungen geschrieben habe, war meiner Sachbearbeiterin beim Amt schon ziemlich klar, dass ich mich um ernsthafte Arbeit bemühe. Sie hat mir wenigstens in diesem Punkt nie Schwierigkeiten gemacht. Sondern hat mir auch nur Stellen angeboten, die in meinen Bereich hinein fielen.

      Die Bild Zeitung stand bei mir auch noch nicht vor der Tür und so einfach ist das ganze dann auch nicht. Es gibt ja ein paar Rechte, die Bild darf nicht so einfach ein Foto von einem machen lassen, außer Du bist eine Person des öffentlichen Lebens. Da gibt es Regeln. Ich denke nicht, dass ich oder andere Arbeitslose neuerdings „Personen des Öffentlichen Lebens“ sind. Damit hat die Bild also kein Recht einen zu Fotografieren.

      Und ich finde, erst recht wenn es um wichtige Dinge geht, sollte man zu seiner Meinung stehen. Ich erinnere vorsichtig nocheinmal an den Paragrafen der uns eine freie Meinung zugesteht.

      Zum Ende: Und so einfach auf Null kürzen geht nun auch wieder nicht.

      Und ja, mache ich es Firmen einfach, wenn sie eine extra für Facebook eingerichtete Mailadresse bekommen und einen halben Namen?

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