Alles neu macht der ähm März.

Relaunsch bei uns hier. In Reinform. Der eine geht, der eine kommt. Wir machen aus uns jetzt ein Magazin.

Simone Sass hat den Blog verlassen. Lange haben wir überlegt: Wie teilen wir der Welt die ganze Sache mit? In welcher Form? Nachdem wir dann einige unschöne Dinge im Netz gefunden haben, fehlte uns kurz der Verstand. Aber wir wollen vernünftig bleiben. Simone ist bereits seit Ende Januar kein Teil mehr dieses Blogs. Sie hat sich mit den Inhalten nicht weiterhin „anfreunden“ können und somit wurde beschlossen: Es wird sich getrennt.

Nach langem hin und her dann auch die Entscheidung: Simones Texte müssen gelöscht werden. Dies geschieht in genau zwei Wochen. Das Löschen ihrer Texte ist keine Böswilligkeit unsererseits sondern – wie wir es per Zufall aus verschiedenen Foren erfahren haben – ihr Wille. Ihr Wille geschehe. Amen. Getreu dem Motto „Geh mit Gott, aber geh!“ ist Simone nun Geschichte, Nicolas die Gegenwart und der Blog ein Magazin. Immer noch mit dem Schwerpunkt Arbeit und Soziales aber wir erlauben uns dann und wann auch mal andere Themen. Und jetzt wird gerelauncht. Alles neu macht der Mai. Und das sogar schon im März.

Nun verhält es sich aber gerade halt so, das Thementechnisch ein Freeze herrscht. Die Medien kloppen sich immer noch wegen HartzIV und wir haben hier inzwischen eingesehen, dass noch eine Glosse mit Seitenhieben gegen Guido und Co. auch keine Lösung sind. Der neue Autor Nicolas ist zudem, zum Glück und Gott sei Dank direkt ins nächste Projekt berufen worden und mischt wieder Fernsehtechnisch mit rum.

Auch der andere, verbliebene Part, hängt jetzt auch nicht total faul zu Hause rum. Moi, Rose, renoviert gerade ein Haus in welches ich zum Sommer hin einziehen werde. Soviel sei verraten. Da der HartzIV Hölle ja bei mir gegen Mai ein Ende gemacht wird, steht mir ein neuer Abschnitt bevor. Mit Arbeit. Und mit Landleben. Etwa Neues also. Das erklärt vielleicht auch für einen Moment den kurzen Stillstand hier im Blog.

Wir haben ja auch noch voll das Leben, es ist ja nicht so, als drehe es sich alles nur um Arbeit, Arbeit, Arbeit bei uns. Wir sind im Übrigen immer noch auf der Suche nach sexy Geschichten aus der Welt der Arbeit. So viel soll gesagt sein. Bitte schickt uns doch weiterhin Kandidaten für die Absagenparade. Das würde uns sehr freuen.

Und wir werden hier weiter viele Geschichten auf die Bühne bringen. Über Arbeit. Über Politik und Soziales. Über alles halt, was das Leben so zu bieten hat. Mit einem besonders wachsamen Auge. Oder auch zweien. Oder vieren. Wie man es halt sieht.

Und nun noch eine kleines Hurra, denn der Nicolas hat heute seinen ersten Tag beim neuen Projekt.

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3 Kommentare zu “Alles neu macht der ähm März.

  1. Hallo Rose,

    ich musste mir in meiner Schulzeit noch den Taschenrechner erkämpfen (ultra: TexasInstruments mit Extraspeicher zum Einschieben) und gehöre der Generation Commodore+ an, welche geringschätzig auf Floppy-Disk schaute und überlegen mit der 1,4 MB Diskette wedelte.

    Zum Faxen bedurfte es bei meiner ersten Arbeitsstelle noch einer besonderen Einweisung für eine (nur 1) besondere Person und die Plattenspeicher hatten die Größe einer Waschmaschine, reziprok proportional zur Speicherkapazität.

    Den Begriff “blog” gab es nicht, der Datenverarbeitungskaufmann war DER job und dem Fach “Organisationslehre”, gehalten von jungen Fachlehrern mit gewichtigem Expertenwissen über das Holeritsystem der Lochkarten und…Basic!, umgab das Flair von Geheimwissen.

    Vor einiger Zeit kaufte ich einen USB-Stick 1 GB für 70 €.
    Letztens kaufte ich einen USB-Stick 8 GB für 14 €.
    Nun schreibe ich vom Laptop aus meine erste blog-Replik und werde diese wireless abschicken, ohne den Vorgang technisch erschöpfend erklären zu können.

    Ich liebe diese Veränderungen in vollem Bewusstsein meiner Endlichkeit!

    Was bleibt, sind offenbar die immergleichen zwischenmenschlichen Differenzen als einzige Konstante in einer sich in DSL-Geschwindigkeit verändernden Welt. Ich bin nicht kompetent, Rose und Simone zu kommentieren. Wäre ich es, stünde es mir nicht zu.

    Respekt vor Eurer Art, mit Arbeitsplatzverlust und Existenzängsten umgegangen zu sein, Danke für Deine Bereitschaft, mit diesem blog weiterzumachen.

    Was bleibt, sind die immergleichen Existenzkämpfe, angefangen bei dem biblischen Schweiss angesichts des Brotessens bis hin zu dem heutigen und auf Eurem blog hinreichend dargestellten Spannungsfeld zwischen in einer globalisierten Wirtschaft auseinanderdriftenden Anforderungen volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Notwendigkeiten.

    Was bleibt, ist die Angst vor Verlust, so unbestimmt sie auch sein mag, ausreichend, um Menschen dazu zu verleiten, Macht in jeder Form zu mißbrauchen oder schlicht zu vergessen, daß wir alle nicht perfekt sind – das ein Haus nie von einem allein, sondern ausschließlich in Abstimmung mit Vielen gebaut wird und vor allem – immer in Teamarbeit und mit Orientierung an der Sache, nie mit Blick auf den Eigennutz.

    Was bleibt, ist die Langsamkeit, mit der wir alle auf selbstinitiierte Systeme reagieren, als wenn Goethes Zauberlehrling immerwährende Gültigkeit hat.

    Ein Witz im digitalen Zeitalter – die Beständigkeit einer Metapher eines Menschen des 18. und 19. Jahrhunderts bildet die Matrix menschlicher Unzulänglichkeit gegenüber selbst geschaffenen, aus dem Ruder gelaufenen Systemen im 21. Jahrhundert – wirtschaftlich (Globalisierung), ökologisch (Umweltprobleme), gesellschaftlich und politisch (Nationalstaat und/oder Europa, Lobbyismus, theoretische Möglichkeit des Wohlstandes für alle in Form eines bloßen Versprechens – ohne politisch für ausreichende Rahmenbedingungen zur Erlangung desselben für alle zu sorgen – Stichwort Bildung und Chancengleichheit, verbale Spaltung und Festigung der Stati arm und reich sowie digital vernetzt oder eben nicht vernetzt, Verlust der erlebten Anteilnahme in einer virtuellen Kommunikations- und Informationsgesellschaft – hierzu wunderbar: Mick Jaggers Begriff der “useless informations” in “satisfaction” von 1965 -, industriell kontrollierte Uniformität unter dem Logo “Individualismus”, Verteilungsproblematik staatlicher Einnahmen, usw. etc. pp.)

    Noch einmal – trotz Arbeitsplatzverlust und auch ein Stück wegen Eures blogs kann ich auch diese Veränderungen annehmen – auch wenn sie zunächst eine Katharsis bedeuten, nach der – wenn wir uns endlich wieder am Menschen orientieren – nichts mehr so sein wird, wie es war und die – rein persönlich – mir mein ganzes bisheriges Leben bereits jetzt um die Ohren fliegen lässt.

    Was heisst das nun für Menschen wie mich – aussortiert durch Strukturanpassungsmaßnahmen, zum Arbeitsmarktzombie geworden aufgrund Kurzarbeit mit 0 Stunden, weder arbeitslos noch mit Verwendung alsbald einer Beschäftigungsgesellschaft zugeführt und danach dem Arbeitsamt und der Allgemeinheit als politische Manövriermasse überlassen.

    Mit einem Alter über 50, mit dem man erst einmal beweisen muss, zusammenhängende Sätze ohne zu Sabbern bilden zu können und es völlig unerheblich scheint, ob 51 oder 59, von der Lebensleistung ganz zu schweigen.

    Zwei Dinge.

    Das zunächst diese Veränderungen im 21. Jahrhundert nur indirekt mit einem selbst zu tun haben – ich habe selten so intensiv die Dichotomie zwischen individueller Existenz und gesellschaftlicher Verhaftung empfunden als in dieser aktuellen Lebensphase.

    Das es – fast paradox – eine Pflicht zur aktiven Rolle in diesem Lebenstheater jenseits materieller Ergebnisse gibt – gegenüber bloßer Durchhalteparolen (das wird schon wieder, nicht aufgeben, du schaffst das) ist diese Erkenntnis lebendig, da sie auch das Scheitern beinhaltet, das Ausgeliefertsein aber schlicht verweigert.

    Euer blog wird sich verändern, allein wegen Eurer neuen Arbeitsstellen und dem – zumindest textlich – erfrischend spielerischen Umgang mit dem Leben; beneidenswert, ich übe mich gerade darin und stolpere noch etwas unbeholfen in ungewohnte Stimmungen, bin aber mit dem bisher Erreichten ganz zufrieden – die Überwindung depressiver Phasen inbegriffen.

    Ich wünsche Eurem blog eine lange Lebenszeit und einen kreativen Übergang vom therapeutisch notwendigen Ventil hin zu einem lebendigen Magazin, vielleicht auch zu einem konstruktiven Netzwerk als Alternative zu überforderter Bürokratie, Medienpolemik und mutloser Politik.

    Bin gespannt.

    Viele Grüsse
    Andreas

  2. Ich finde es schade, wenn offensichtliche persönliche Differenzen in einem etwas kleinlichen Ton hier öffentlich ausgetragen werden. Was auch immer vorgefallen sein mag – ich als Leserin muss nicht wissen, dass hier anscheindend mehr als nur „Differenzen“ vorlagen, ohne, dass sich die zweite Seite verteidigen kann.

    Meine Meinung.

    Ich finde übrigens nicht, dass gerade thementechnischer „Freeze“ herrscht, wenn ich z.B. lese, dass die liebe Arbeitsministerin nun den Kündigunsschutz quasi kippen möchte: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684369,00.html

    Oder was ist mit dem neuen Verhältnis der SPD zu Hartz IV?

    Oder den derzeit bundesweit durchgeführten Betriebsratswahlen?? Aufstellen lassen! Wählen gehen!!!

    • Dazu kann ich nur sagen: Irgendwie musste man ja mitteilen, dass Simone „ausgestigen“ ist und wir haben es extra außen vor gelassen, was die „andere“ Seite in diversen Foren (Twitter, Bloggerstadt) „so von sich gibt“. Wenn wir das machen würden, hätten wir hier direkt einen Online Krieg 2.0. Es ist eben so, das Simone das alles nicht mehr gepasst hat und sie hat selber entschieden, dass sie nicht mehr mitmacht.

      Rose

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