Unser Gast Autor Freddy Krüger ist back und schlägt zu. Denn, here we go again mit der sexy Rubrik der Gastautoren.

Jobs klingeln nicht auf dem Fahrrad – Sie haben keinen Daumen. Wenn der Arsch an der Couch festgetackert ist, bewegt sich auch nix. Shake your Booty to the Beat of the Geldmaschinerie

Finanzkrise! Finanzkrise! Trallala und Hoppsassa! Ja ja, das Leben ist schlimm, gemein, fies und natürlich total ungerecht. Besonders zu denen die es gleich dreimal nicht verdienen- zumindest, wenn es nach ihnen geht. Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer. Und die Young Professionals immer älter. Young Professionals? Was soll das eigentlich sein? Quotes aus dem „world wide wahnsinn“:

Schön geredet:
„Als Young Professional haben Sie den Einstieg ins Berufsleben bereits erfolgreich gemeistert. Sie haben einige Jahre Erfahrung in Ihrem Beruf gesammelt und sind fit in Ihrem individuellen Aufgabengebiet.“

Kurz gehalten:
“SAP versteht darunter z.B. ein abgeschlossenes Hochschulstudium und 2-5 Jahre relevanter Berufserfahrung“

Auf den Punkt gebracht:
„Viel Theorie und wenig Praxis. Können viel erzählen, aber mit der Umsetzung fehlt es.“

Jetzt mal so unter uns Gebetsschwestern. „Young Professional“ ist doch schon ein Paradoxon an sich. Entweder Young oder Professional. Beides is’ nicht. Das ist doch wieder eine dieser hanebüchenen und unnützen Wortkonstrukte. Einerseits können die Unternehmen, entsprechende Aspiranten durch das Attribut „Young“ klein und billig halten. Andererseits können hochschulabsolvierte Arbeitslose sich einen auf die Titulierung runterholen, ohne jemals dafür die Arbeitswelt von innen gesehen zu haben. Und mal Tellertaxi spielen während des Studiums zählt da grade mal so überhaupt nicht. Ich meine richtige Arbeit. Mit Abhängig davon sein und deswegen den Stolz mehr als einmal schlucken und allem unschönen Chichi, das dazu gehört.

Aber dafür sind sich die durch und durch idealisierten Damen und Herren in ihrer Weltfremdheit viel zu fein. Man ist ja schließlich Young Professional. Keine Haare am Sack, aber Oben gut gekämmt. Also sortiert man erstmal fröhlich jeden Job aus, der unter dem gefühlten Niveau ist. Was übrig bleibt sind Jobs bei denen die Personaler Tränen in den Augen haben, wenn die Bewerbungen (schön nach Lehrbuch und ohne Seele, geschweige denn Eigenständigkeit) rein flattern. Tears of Joy. Tears of Sorrow.

Da ist die Heul-Arie operngleich, wenn man wieder mal eine Absage bekommen hat. Man selbst fühlte sich doch so dermaßen prädestiniert für diesen Job. Böse Welt aber auch. Geht ja gar nicht. Da kippt man sich doch sofort das nächste pseudosozialkritisierende Buch hinter die Augen und fühlt sich bestätigt: Es liegt nicht an mir, es liegt am System. Ich bin besser als das System, deswegen verstößt es mich. Steht so auch im Buch.

Und weil es ja so ist, muss man glücklicherweise auch nicht auf die Idee kommen an der eigenen Einstellung zu schrauben. Nein, nein. Da meckert man doch lieber über die böse, böse Welt. Stilisiert sich selbst immer mehr zum Opfer und Märtyrer der Finanzkrise hoch und kommt mit seinem fetten Arsch nicht mehr von der Couch hoch. Hurrah, lethargisches Jammern als intellektueller Volkssport. Und das for Everyone. Na ja, zumindest for the Young Professionals. Immer schön in der Wunde pulen, damit sie auch ja immer brav am bluten bleibt. I did it all und auch noch my Way – warum will mich also keiner haben? Warum nur? Genau deswegen.

Schon Großmutter sagte immer: Von Nix, kommt Nix! Recht hat sie, die alte Rübenkocherin. Jobs klingeln nicht auf dem Fahrrad – Sie haben keinen Daumen. Also sollte man nicht darauf warten, dass sie sich bemerkbar machen. Man muss sie suchen. Es gibt sie. Sie sind da draußen. Irgendwo. Man muss sie nur sehen können. Doch dazu sollte man von Zeit zu Zeit die Brillengläser putzen, damit der Staub der eigenen Überheblichkeit mal weggewischt wird. Nur weil man studiert hat, vielleicht sogar noch ein Praktikum daran geheftet hat, ist man noch lange nicht prädestiniert bei Microsoft der neue CEO zu werden.

Sorry Kinners, so läuft das nicht. Man kann nicht einerseits die Finanzkrise als Dreh- und Angelpunkt der eigenen Krise nutzen, ohne dabei die Realität auch daran anzupassen. Gerade in diesen Zeiten ist, muss man damit rechnen, dass der Apfel auch mal sauer ist und man trotzdem reinbeißen muss. Aber bedenke: an Apple a Day keeps the Doctor away. Und besser ’nen sauren Apfel in den man beißen muss, als gar nichts zu Fressen zu haben. Übertriebenen Stolz muss man sich leisten können. Heute teurer denn je.

Ich sage nicht, dass es klappt. Ich sage nicht, dass man kurz- oder mittelfristig einen Job bekommt. Ich sage auch nicht, dass das Leben in der heutigen Situation leicht ist. Aber auch wenn es gerade nicht rosarot ist, bringt Schwarzmalerei erst Recht keine Farbe ins Spiel. Colour your Life. Schmiert Senf an die Decke und fang an euch zu Bewegen. Es wird kein Anderer für euch tun.

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Dieser Text ist von unserem schnuckeligen Gastautor Freddy Krüger, und es war mir ein Fest, diesen Text zu veröffentlichen. Muss ja mal ein anderer Wind wehen. Zack Bumm.

Rose

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