Fördern und fordern. Fünf Jahre Hartz IV

Meschugge und jenseits jeder Realität. Leben mit der ARGE. Stigmata HartzIV.

Wenn ein Mann wie Herr Gerster im Fernsehen behauptet, Hartz IV sei eine knorke Sache und total super gelaufen; Sei ja schließlich toll für die Menschen, würde doch so viel gefördert, dann kommt mir die Galle hoch. Hier mal ein paar Zeilen Wahrheit über „Fördern“ der Arbeitsagenturen. Da ist mir dann ein Geissler, der ja eigentlich aus dem total anderen Lager kommt, echt lieb. Der sagt: Alles Mist. Daneben dann ein Buschkowski, bei dem versaufen die Hartzler sowieso nur alles. Ja, fördern und fordern, dass ist das A und O. Hipp, hipp hurra, HartzIV.

Gefördert wird mal gar nichts. Als ich damals aus meinem letzten Job rausging, musste ich um die Weiterbildung als PR-Referentin wahrhaft feilschen. Die Bedingung für den berühmt, berüchtigen Bildungsgutschein zum Beispiel war bei meiner ARGE plötzlich: Weisen Sie uns einen Arbeitgeber nach, der sie nach der „Maßnahme“ fest einstellt (das bedeutet für die ARGE ein Arbeitsvertrag über mindestens zwölf Monate, alles andere zählt nicht) und wir sprechen Ihnen den Bildungsgutschein zu. Nun gut. Das muss man sich jetzt nur einmal real „vorstellen“. Wie soll das funktionieren? Welcher Arbeitgeber der Welt macht da mit? Nicht wirklich viele. Letztendlich habe ich es dann aber doch geschafft, mit viel reden und viel nachweisen, dass ich dafür auch qualifiziert bin, an der „Maßnahme“ teilnehmen zu dürfen. Das ganze Theater war mir wirklich zu wider. Als ich aber aus der Maßnahme rauskam, tobte eine Weltwirtschaftskrise und mit der Firma war es aus. Also nix da mit Arbeit. So einfach ist die Geschichte erzählt.

Vorher einmal, da hatte ich noch in einem anderen Kölner Stadtteil gewohnt, da hat mir die ARGE wirklich „Maßnahmen“ hinterher geschmissen, als ich 2004 einmal kurz Arbeitslos geworden war, nach einer Selbständigen Tätigkeit als feste Freie. Da bekamen wir eines Tages einen Brief und sollten alle mal vorbei kommen. Man habe zuviel Budget im Topf über und wir sollten uns doch bitte alle einen Sprachkurs oder ähnliches aussuchen, das Geld müsse verteilt werden. Es war wie im Paradies, sage ich nun mal mit einem weinendem und einem lachendem Auge. Da ich aber damals wieder direkt einen Job hatte, musste ich mir „nix aussuchen“.

Nun bellt also auch noch Roland Koch: Arbeitspflicht für alle Empfänger von HartzIV. Genau. Alle ab in die Grünanlagen und wer nicht hört, dem wird gekürzt. Wahrhaft eine tolle Idee. Wenn Arbeit da wäre, würden sicher sehr viele lieber Arbeiten gehen als sich damit zu demütigen pro Woche zehn Bewerbungen raus zu hauen, pro Monat mehrere Bewerbungsgespräche zu machen und sich dann mit der ARGE über die Übernahme der Bewerbungskosten zu streiten. Und wenn man sich dann mal mit dem Tabu Thema in die Öffentlichkeit wagt, schreiben einem Schlaumeier, es würde einem ja sowieso alles bezahlt. Toll war neulich die Mail eines Menschens, der mir erzählen wollte, man würde von der ARGE ja sogar die Outfits für die Bewerbungen bezahlt bekommen. Und ja, die übernehmen ja auch noch die ganze Miete.

Aber so ist das natürlich nicht. Meine Kölner Wohnung kostet über 450 Euro (liegt aber dennoch auf der Schäl Sick und hat auch nur 40qm, also nix tolles. Eher im Gegenteil) und die Arge zahlt davon gerade einmal einen Bruchteil. Den Rest muss ich vom sogenannten Regelsatz bezahlen. Heißt also, habe ich alles bezahlt, was wichtig ist: Miete, Telefon, Strom, Raten, dann bleiben 80 Euro für einen Monat. Davon muss ich dann Essen kaufen und noch die Kosten für Bewerbungsunterlagen sowie die Fahrten zu Gesprächen berappen und ich weiß nicht, ob mir meine Sachbearbeiterin die wieder erstattet. Bisher habe ich für keines der Gespräche in 09 etwas erstattet bekommen. Weil es immer wieder eine Wahnsinnsausrede gibt, warum das nicht geht. Entweder ist die Einladung zu kurzfristig oder die E-Mail nicht eindeutig genug oder sie schafft es nicht innerhalb von einem Werktag einen Brief mit einem Bogen zur Post zu tragen, den ich beim Gespräch gegenzeichnen lassen muss. Es ist natürlich auch unheimlich sexy, einem Arbeitgeber in spe einen achtseitigen Bogen in einer Sprache, die selbst 90% der ARGE Mitarbeiter nicht versteht, auf welchem ein Wust an Infos gefordert wird, vorzulegen. Sitzen die Kreuzchen nicht richtig, gibt es das Geld nicht zurück. Ganz einfach.

Die ARGE arbeitet jenseits jeder Realität. Das man nicht mal akzeptiert, dass ein Arbeitgeber einen Montags für Mittwochs einladen kann, ist die Höhe. Bei der ARGE funktioniert „bewerben“ im Geiste immer noch wie Anno Dazumal. Per Post kommt die Einladung, eine oder zwei Wochen vorher. Sie haben sich dem Status Quo des neuen Informationsalters und der Schnelligkeit von Terminen nicht angepasst. Nein, nicht nur das. Neben den achtseitigen Stigmata Bogen, den man dem potenziellen Arbeitgeber vorlegen soll, muss der Arbeitgeber ja vorher schon schriftlich bestätigen, dass er keine Kosten übernimmt. Das macht auch einen besonders guten Eindruck, wenn man direkt nach Erhalt der Einladung, die schriftliche Bestätigung einfordert, dass keine Fahrtkosten übernommen werden. Dann kommt noch das Tüpfelchen auf dem i. Manch ein Sachbearbeiter bei den ARGEN akzeptiert keine E-Mails, heißt also, der Arbeigeber der Zukunft soll bitte wie 1980 einen Brief zu Post bringen. Der natürlich drei Werktage braucht bis der da ist. Dann ist natürlich, oh was für ein dummer Zufall aber auch, die Anmeldefrist für Bewerbungsgesprächskostenübernahme vorbei. Man kann nicht einen Tag vorher sagen, ich muss da morgen hin. Zumindest bei meinen Sachbearbeitern bei der ARGE Köln gibt es das nicht.

Soviel nur einmal dazu, wie schwierig es ist, mit dieser ARGE. Es ist einer arger Ärger, wenn man plötzlich auf HartzIV angewiesen ist. Nichts geht mehr. Man muss wirklich überlegen, wie man sein Leben gestaltet und es ist nun wirklich nicht so, dass ich total happy darüber bin, dass ich einfach auf nichts anderes Anspruch habe, weil ich keine verdammten 24 Monate Sozialversichterte Vollzeitbeschäftigung hatte, bevor ich die Arbeit drangab, im Glauben: Ich bilde mich jetzt mal etwas weiter, bringe mich auf den neuesten Stand und steige dann wieder ein. Ich brauche sicher nicht lange, bis ich wieder Arbeit habe. Habe ich ja nie lange gebraucht. Niemals zuvor musste ich mehr als fünf Bewerbungen schreiben.  Nix da. Seitdem ist es die Behördenhölle auf Erden. Das hat man davon, wenn man sich Jahr für Jahr als feste Freie in der Medienwelt als Autorin, Assistentin und so weiter durchgeschlagen hatte.

Und es geht mir sicher noch okay, ich kann mit einer Eigenmächtigen Sachbearbeiterin irgendwie klar kommen, ich bin kein dummer Mensch, aber wenn dann so absurde Dinge passieren, wie „Wir kürzen Ihnen die Heizkosten obwohl die Heizkosten gestiegen sind“, dann werd ich ganz heiß im Kopf und drohe zu kollabieren. Das enzieht sich jeder Logik. Es ist an niemandem vorbeigegangen, dass die Energiekosten in den Jahren 2008/2009 enorm gestiegen sind, aber die Anteile für diese Kosten in den Sätzen von HarztIV sind immer noch Fantasiekosten von 2003. Das ist doch meschugge.

Das ist Hartz IV im fünften Jahr: Größtenteils meschugge. Und das schlimmste ist das Stigma, was Leute dadurch bekommen. Sie rutschen immer mehr raus aus der Gesellschaft. Von fördern und fordern ist da nichts zu merken. Soll ich mal verraten wieviele Stellenangebote mir meine, yeah so they call it, „Fallmanagerin“ gemacht hat? Weil ich ja ihre „Kundin“ bin? Eines in dreizehn Monaten. Während sie mir eine Stelle angeboten hat, habe ich über 200 Stellen selber gesucht, mich selber beworben und die Kosten für die Gespräche irgendwie von meine kleinen Budget abgeknapst. Alles irgendwie. Und da kriege ich dann einfach das Kotzen, wenn Menschen wie Herr Gerster bei Maischberger in der Runde hocken und behaupten: Läuft doch alles super, die Leute werden total toll gefördert und kommen sexy schnell wieder in Arbeit. Für alle gibt es Maßnahmen und wir bieten den Menschen doch jede Menge stellen an. Wir sind doch die Arbeitsagentur. Das ich nicht lache.

It’s meschugge and der liebe Herr Koch aus Hessen sollte mal ein paar Watschn bekommen und uns dann mal die Geschichte von den Jüdischen Spenden erzählen, die ist nämlich ein Beweis dafür, wessen Geistes Kind der Herr Politiker ist. Wie viele andere auch. Nach mir die Sinnflut und sitzen da und erzählen im TV nur Quatsch weil sie von der Realität keinen Plan haben.

Ich schlage mich nun also seit 13 Monaten konstant mit HartzIV herum. Es ist wahrlich kein Spaß. Und ich würde alles lieber als das. Wir wollen eigentlich nur Arbeiten. Aber es gibt angeblich keine. Herr Koch aber möchte alle nun zwangsarbeiten lassen. Bravo! Sollen die Herren Politiker doch bitte mal erst die Jobs ranschaffen, die man braucht um alle unter Zwang arbeiten zu lassen.

Das ist HartzIV. Verbieten und drangsalieren. Nichts mit fördern und fordern. Deutsche-Möchtegern-Korinthenkacker-Beamte drangsalieren Menschen, beschneiden deren Freiheit. Man darf die Stadt zum Beispiel laut Regeln in der Eingliederungsvereinbarung nicht ohne Genehmigung der Fallmanager verlassen, durchleuchten deren Privatleben („Warum hat ihnen die Oma gerade zu Weihnachten 100 Euro überwiesen? Sie wissen, dass dürfen sie nicht) und noch viel mehr. Stellenangebote gibt es keine. Heizkosten werden gekürzt. Mieten nicht real bezahlt. Sinnlose Maßnahmen wie Grünanlagenpflege, Obst sortieren in einem Apfelzüchterbetrieb oder einen Ein Euro Job auf dem Friedhof, da wird dann aus einem Jahr schnell die Hälfte einer Dekade und die betroffene Person ist dann immer noch auf HartzIV.

Stigmata Hartz – HartzIV ist alles andere als fördernd. Es ist ein Wahnsinn. Ich wünsche diesen Wahnsinn keinem. Nicht mal meinem schlimmsten Feind.

©Rose

Ps.: Kleiner Nachtrag. Soeben erscheint bei der SZ online ein schönes Interview mit dem Ökonom Rudolf Hickel zum Thema.

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13 Kommentare zu “Fördern und fordern. Fünf Jahre Hartz IV

  1. Kann nur zustimmen. Vorallem wie man als Hartz IV-Empfänger behandelt wird ist eine Frechheit, sowohl auf dem Arbeitsamt als auch in der öffentlichen Darstellung.

  2. Echt krass, richtige Frechheit. Da bin ich richtig froh, dass ich mich mit meinem Job als Teilzeitkraft grade noch so über Wasser halten kann und nicht Hartz IV beantragen musste.

  3. GIbt es nicht ohnehin schon sowas wie eine Arbeitspflicht? Ich muss mich ja auf alles bewerben, was mein Vermittler mir an „zumutbare“ Jobs schickt und gegebenenfalls annehmen.

    • Ja, die gibt es im Prinzip. Das ist auch die Sache mit den 1-Euro-Jobs. Die muss man machen, sobald die ARGE die für nötig hält. Es gibt zwar diverse Sozialforen die einem auch raten, sich dagegen zu weigern, aber ich weiß nicht. Das ist sicher tricky.

      Ich hab allerdings einen Bekannten, der hatte Glück mit einer 1-Euro-Sanktion: Er landete beim Theater und ist eigentlich ganz glücklich damit. Ob es ihm aber auf Dauer einen echten Job bringen wird, bleibt weiterhin fraglich.

      Doof ist natürlich nur, wenn von der ARGE keine, wenige oder nur ein Stellenangebot innerhalb von einem Jahr oder so kommt. Wenn man nach Außen so tut, als würde man sich dolle um die Arbeitsbeschaffung kümmern, ist das einfach eine Lüge.

      Wenn es dann aber um Sanktionen geht, oder wenn der 1-Euro-Job kommt, geht alles ganz schnell.

      Das finde ich alles sehr seltsam im Gesamten.

      Rose

  4. Das mit den Vermittlungsangeboten ist ja auch bei der Arbeitsagentur der gleiche Witz. Bin seit September arbeitssuchend gemeldet. Habe bekommen: zwei Vermittlungsvorschläge. Einen direkt beim Gespräch, der zweite irgendwann Ende des Jahres – und der war netterweise unpassend (lies sich durch ein bisserl Logik schnell erkennen, es wurden Expertenkenntnisse vorausgesetzt, die ich nicht besitze). Tja. Soviel zu diesem Thema. *kopfschüttel*

  5. Wer sich beschwert, dass er keine Vermittlungsvorschläge bekommt, dem kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Freut euch. Immerhin habt ihr damit noch die Wahl unter den miesen Jobs.

    Unter den Vorschlägen meines Vermittlers lösen die meisten bei mir nämlich nur Pankikattacken und Beklemmungen aus.

    Ausserdem durfte ich auch schon erleben, dass die „Vorschläge“ eigentlich gar keine sind. Denn das würde ja bedeuten, dass ich einen „Vorschlag“ auch zurückweisen darf.

    Eine Sanktionsdrohung hab ich mir auf diese Weise schon eingefangen.

    • Ich gehe ja bei Stellenvorschlägen ja auch erstmal da von aus, dass die ARGE einem etwas vorschlägt, was irgendwie zum Lebenslauf passt. Du hast natürlich recht – es besteht die Gefahr, dass man einen miesen Job vorgeschlagen bekommt. Mich interessiert nun aber brennend, was denn ein Vorschlag ist, der eigentlich keiner ist.

      Beste Grüße

      Rose

      Ps.: Im Grunde genommen solltem an auch davon ausgehen, dass der Sachbearbeiter sich mit dem Lebenslauf, den Neigungen und den Kenntnissen des „Kunden“ auseinande setzt, aber ich weiß natürlich selber, das ist Humbug. Die Sache ist auch die: Wenn man selber im Monat an die 15 – 20 Bewerbungen raushaut und das nichts gibt, obwhol die Mappen hochwertig sind, die E-Mails astrein (PDF 1A und so weiter) dann kann der Sachbearbeiter ja wohl auch schlecht behaupten, man bemühe sich nicht.

      Alles in allem ist aber die offizielle Darstelleung der ARGE, „Wir fördern den wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt“ eine Lüge. Ich sehe es als sehr fragwürdig an, wenn man zB. eine Diplomierte Sozialpädagogin zwingt als Kassierin bei Kaufhof zu enden, weil man ihr sonst die Leistung kürzt. Oder das Beispiel mit den 1-Euro-Jobs. Aber da gab es ja sogar schon Klagen von den Bundesverfassungsgericht (Ein Ingenieur weigerte sich, einen Straßenreinigerjob anzunehmen). Aber die Kläger haben verloren. Armes Deutschland.

      • Nochmal zu den Vorschlägen, die eigentlich keine sind.

        Ein mögliches Beispiel hast du ja schon genannt, die Sozialpädagogin, die gezwungen wird sich als Kassiererin zu bewerben.

        Und tatsächlich wäre Kassiererin einer meiner persönlichen Alpträume. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, den ganzen Tag im Akkord Geld zu zählen. Gar nicht zu reden vom Supermarktfaktor, der beinhaltet, dass ich da in einem häßlichen Kittel sitze und mich anstarren lassen muss.

        Wenn jeweils aktuell nichts in den Jobbörsen zu finden ist, dann läuft es nunmal automatisch auf sowas oder einen anderen für dich unpassenden Job hinaus. Ganz unabhängig von irgendwelchen Vorschlägen deines Vermittlers. Nur damit du auf deinen (in der EV vereinbarten) Schnitt kommst!

        Die Ironie ist, dass ich meine Sanktionsdrohung nicht mit „Kassiererin“ bekommen habe, sondern in einem Bereich, in dem ich mir sehr wohl vorstellen kann, zu arbeiten.

        Und zwar hatte ich mich nicht auf einen Bürojob beworben, den mir mein Vermittler „vorgeschlagen“ hatte. Ein Grund für diese Entscheidung war, dass in der Stellenbeschreibung das Thema „Buchhaltung“ sehr im Vordergrund stand.

        Wohlgemerkt habe ich mich auf andere Stellen beworben, die durchaus realistisch waren. Und meinen Schnitt konnte ich auch erfüllen!

        Die Sanktion konnte ich dann glücklicherweise mit sachlichen Gründen abwenden. Aber ich frage mich schon, was passiert wäre, hätte ich mich auf eine vorgeschlagene Kassiererinstelle nicht beworben. „Ich fühl mich da so unwohl“ wäre vermutlich nicht akzeptiert worden.

        ——–
        Mein trauriges Fazit ist, dass man schon in kleinen Entscheidungen völlig entmündigt wird.
        ——–

        Außerdem fehlt die Unterstützung da, wo eigentlich Motivation vorhanden ist. Ich hatte leider noch eine letzte Prüfung ausstehen, dachte mir aber, man könnte sich ja mal auf eine Stelle als Volontärin bewerben. „Volontariat? Sowas haben wir nicht…“ sagt er und guckt nicht mal nach.

        Die Stellen gibts zwar nicht zuhauf, aber es gibt sie!

        An dem Tag bin ich wieder mit der Aushilfsstelle bei Obi nach Hause gegangen. Kassiererin, was sonst.

        „Wie wärs denn damit??“ Ich: „Hm.“ *achselzuck*.
        „Ja, dann druck ich Ihnen das mal aus.“

        ——–
        Und um nochmal auf das Prozedere hinter den Sanktionsdrohungen zu kommen.

        Gehen wir davon aus, ich hab mich gerade auf einen für mich interessanten Job beworben. Und nun ruft mein Vermittler dort an: „Hat sich bei Ihnen eine Frau Müller-Meier-Schmidt beworben?“

        Wen stellt das Unternehmen ein? Die potentielle Sozialbetrügerin oder einen von den 475 anderen Bewerbern? 😉

      • Ähm, der Blog will die Antwort nicht da wo ich sie will. Das hier gehört unter den letzten Beitrag von TIMPETE:

        Ja, da kann ich Dir nur zustimmen. Ich sehe da auch das sehr, sehr große Risiko, was passiert wenn der Sachbearbeiter dort anruft, wo man sich beworben hat. Das sieht ziemlich bescheuert aus. Verkauft man sich doch in der Bewerbung als mündiger, selbstdenkender Bürger und schreibt natürlich auch nicht direkt rein „SGB II“ Empfänger – was aber dann rauskommt, wenn die ARGE mal anruft. Ja, das finde ich auch Besorgnis erregend. Ich weiß gar nicht, ob sich meine Sachbearbeiterin die Mühe macht, dort anzurufen.

        Ich habe auch mal mit einer Personalerin gesprochen, dass die Annahme der ARGE, sie (die ARGE) könnte einfach mal anrufen (beim potentiellen Arbeitgeber) und frage ob Frau oder Herr X sich beworben haben, sei völlig utopisch – vor allem bei selbst zusammen gestellen Bewerbungsadressen. Im Durchschnitt von 200 bis 300 Bewerbungen im Medienbereich kann sich doch kein Personaler all die Namen der Bewerber merken etc.pp.

        Das finde ich ja auch so lächerlich. Klar, bewirbt man sich bei einer von der ARGE vorgeschrieben Stelle, ist dieses Nachtelefonieren vielleicht erfolgreicher, aber macht es einen guten Eindruck? Finde ich eher nicht.

        Das ist ja das ganze Dilemma, bei der HartzIV Sache – man könnte damit leben, ja man könnte damit umgehen, wären da nicht die Seltsamen Aktionen der Sachbearbeiter und die grausamen Vorschriften (wie im Text erwähnt, die Sache mit dem Prodzedre, wann man Kosten für Bewerbungen zurück bekommt – schwierige Geburt, bei meiner ARGE. Sowie das Stigma, diesen acht Seiten Bogen nach dem Gespräch abzugeben…..Man schämt sich doch….) welche je nach ARGE mal schlimmer und mal weniger sind.

        Ich habe meine Sachbearbeiterin (Arbeitsvermittlerin), ich bin ja auch mit der einen inzwischen insoweit zufrieden weil sie mit eben meinen Frieden lässt (man muss ja zwischen Arbeitsvermittler und Leistungssachbearbeiter trennen, zumindest hier in Köln machen das zwei verschiedene Menschen) und meine Eigenbemühungen akzeptiert und beim letzten Gespräch auch eingesehen hat, wie schwer die Lage wirklich ist. Ich hab sie mal gefragt, ob sie eien Kopie jeder Bewerbung haben möchte. Da hat sie verneint, meine Akte würde sonst platzen – bei 15 Bewerbungen im Monat. Daher kriegt sie halt immer eine Liste als Übersicht. Von daher habe ich da meinen Frieden mit ihr gemacht. Aber was ist, wenn der Obligatorische Sachbearbeiterwechsel stattfindet? Davor habe ich derbe Angst. Dann geht alles wieder von vorne los.

    • Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir keine Vorschläge durchaus lieber sind als unpassende und/oder miese Vorschläge. Ich bin ja durchaus auch selbst in der Lage mich durch die Jobbörse der Arbeitsagentur zu lesen und andere Jobportale aufzusuchen, beschweren tue ich mich also nicht wirklich. 😉

      Mein Beitrag war daher eher eine Zustimmung zum Thema Bemühung seitens der „Anderen“ („Fallmanager“, Sachbearbeiter der Agentur, whatever)

      • Mh. Ich wollte mit meinem erneuten Kommentar ja eigentlich nur sagen, dass es schön wäre, dass wenn die schon Vorschläge machen, dann bitte auch gescheite. Das wäre ja eigentlich so richtig und gut. Aber die Mühe gibt sich ja keiner. Die haben doch vom realen Arbeitsmarkt eigentlich null Ahnung.

        Mich wundert es halt immer, weil wie gesagt, die Jobbörse schaffen wir ja auch selber zu lesen, wenn die einem gar nix oder Müll anbieten. Sich dann aber in der Öffentlichkeit damit brüsten, für super für Arbeit zu Sorgen. Das finde ich halt die Frechheit. Natürlich bin ich auch eher froh über keine Angebote als unpassende. Das ist auf jeden Fall klar. Mich regt halt aber die Darstellung in der Öffentlichkeit auf, welche sich die ARGE erlaubt. Als wenn die da nett und hilfsbereit wären – dem ist ja in der Realität überhaupt nicht so. Ich weiß ja inzwischen mehr über die Sozialgesetze als meine Sachbearbeiterin. Ich fühle mich immer total deppert, wenn die mir wieder erzählt was halt alles „nicht geht“. Ich könnte dann da einen Behlerhungsermon starten, der würde auf keine Kuhhaut gehen. Aber was bringt es denn? Wir sind alle irgendwelche BG Nummer für die und deren Teamleiter drücken die auf Geld sparen. Das ist einfach ein total beschissenes System, was die sich da zurecht gestrickt haben. Leider.

        Hinzu kommt ja auch noch folgende Tatsache: Die richtig guten Jobs stehen ja nicht mal in der Jobbörse der Arbeitsagentur. Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Firmeninhaber, der hat einmal versucht mit der Arbeitsagentur jemanden einzustellen. Er war entsetzt, wen die so alles geschickt haben. Die haben sich überhaupt keine Mühe gemacht, die Anforderungen mit den Qualifikationen der Bewerber abzugleiche. Aber ist das denn nicht das mindeste, frage ich mich dann?

        Manchmal frage ich mich, warum so viele (sorry) unfähige Menschen bei der ARGE sitzen, die von Arbeit keine Ahnung haben. Das finde ich schade.

  6. Ich glaube ja immer noch dass die ARGE eine Außenstelle der Hölle ist. Ich hab zum Glück bisher nur mit der Agentur wgen ALGI zu tun gehabt. Aber das war schon menschlich suboptimiert. Bei South Park würde es in diesem Fall heißen „Ihr Schweine!“
    Aber halt den Kopf oben Rose. Es wird auch wieder besser. Und auch wenn du teilweise ne Runde über die Stränge schlängst, so triffst du den Punkt. Und außerdem hast du eine echt geile Schreibe. Muss viel bei deinen Texten lachen- auch wenn der Inhalt gar nicht zum Lachen ist.
    Bitterböser Zynismus ohne Realitätsverlust. das rockt!

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    Wir freuen uns auf Ihren Besuch,

    ihr Recruitment-Specialist.de Team

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