Hier bitte nicht bewerben. Aber wer macht dat schon. Frechheit ist das trotzdem!

Einmal laut und herzlich gelacht. Wieder wird ein stupider Hiwi-Büro-Job als Volo verkauft. Nee, als Trainee, nee als PR-Assistenz. Wie jetzt? Danach kann und ist man alles?! Dann bewerbe ich mich vielleicht doch da:

Stellenbezeichnung Volontär/Student als PR-Assistent

Männlich

Grundvoraussetzung:
– pünktlich
– zuverlässig
– Integer
– flexibel
– sicheres und möglichst sehr gutes Deutsch

Tätigkeiten:
– Schreiben von Korrespondenz und Texten nach Diktat, Vorlage oder
selbständig nach Kurzvorgaben
– Verwalten der Adressdatei (access), Drucken von Listen, Etiketten etc.
– Allgemeine Büroarbeiten (Kopieren, Faxen, Kuvertieren, Versenden etc.)
– Evtl. Transport/Ausgabe von Heften der jeweils neuen Ausgabe eines Journals

PC-Kenntnisse:
– Office (word, excel, powerpoint und access)
– Browser (wikipedia, google, xing etc.)
– Bearbeitung von Bildern (z.B. mit Picture Manager)
– Dateiverwaltung (Ablage, Organisation, Suche, Packen etc.)
– Outlook (e-mails abfragen, senden, Anhänge schicken und abspeichern)
– PDFs erstellen
– Umgang mit Druckern, Netzwerk, Telefonanlage

Sonstiges:
– Führerschein

Zeitlicher Umfang:
– Täglich oder nach Absprache / Bedarf
– Teilzeit (15-30 Std./Woche)

Bezahlung:
– 11 EUR/Std. zzgl USt. nach Rechnungsvorlage
– Benzingeld nach Einsatz des Kfz

Hinweise:
– Ruhiger Arbeitsplatz
– Parkmöglichkeit vor dem Büro

Angebotene Beschäftigungsdauer unbefristet, auf Dauer
Wochenarbeitszeit 15 bis 30 Wochenstunden
Der Job ist als Nebenjob geeignet als Student, Werkstudent

Erforderlicher Bildungsabschluss Abitur

Sprachkenntnisse Deutsch (Fliessend/Verhandlungssicher)
Der Job ist für Berufseinsteiger geeignet Volontariat
als Trainee

Allein diese Aufgaben, da schlecke ich mir die Finger nach. Kopieren, Kuvertieren (hochgestochen für in Umschlag stecken, genial) und die ganze Geschichte auch noch selber verteilen. Krass! Aber dafür sitzt man irgendwo in der Pampa („ruhiger Arbeitsplatz“) und darf den Drucker bedienen. Ja, das will ich, das will ich. Oh, ich darf ja gar nicht. Da steht doch tatsächlich so ein nicht näher erklärtes „Männlich“ in der Anzeige. Dann kann es gar nicht heißen „Frau S. bitte zum Diktat“? Schade.

Immerhin ist der „Nebenjob als Student geeignet“. Der Job hat’s also echt drauf. Mehr als der Mensch, der diese Anzeige verbrochen hat.

Ich hau mich weg. So ein schönes Stellenangebot.

© Simone

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Am härtesten ist Allerdings, dass hier eine Selbstständige Tätigkeit als Bürohilfe als Volo verkauft wird. Das ist ja eine Frechheit. Hinzu kommt sogar noch die Tatsache, dass man den Studenten nicht mal Sozialversichern möchte. Aber dann das ganze Volo nennen. Scheinselbstständigkeit wird indirekt auch noch gefördert. Was für eine becknackte Firma steckt da bloß hinter?

Wenn ich morgen gute Laune habe, rufe ich da mal an und frage nach, ob die wissen, was ein Volo ist.

®Rose

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11 Kommentare zu “Hier bitte nicht bewerben. Aber wer macht dat schon. Frechheit ist das trotzdem!

  1. Was mich stört, dass immer mehr Arbeitgeber die Versicherungspflichtigkeit umgehen. Praktika werden exakt so lang/kurz gehalten, dass sie davon nicht betroffen sind. Oder als Studenten-Nebenjob deklarieren.
    Das Krasseste, was ich persönlich erlebt habe: Das Ganze wurde als „ehrenamtliche Tätigkeit“ bezeichnet. Darauf muss man erstmal kommen.

  2. Was? Wo war das denn? Wer? Das tät mich interessieren.

    Ich will mich echt gerne dafür einsetzen, dass es auch für ein Volontariat verbindliche Richtlinien gibt. Ich habe an das Bundesministerium für Arbeit geschrieben, wie ich da am besten vorgehen kann. Daraufhin bekam ich einen Brief von jenem Amt, meine Anfrage sei an das Bundesministerium für Wirtschaft und technologie weitergeleitet worden…Hmmm.

    Das kann doch nicht so einreißen! Das macht mich krank!

  3. War kein Volo, das muss man zugeben, aber ein Ganztags-Praktikum über ein halbes Jahr. Früher wurde das auch vergütet, auch das wurde gestrichen.
    War im Medienbereich. Mehr kann ich nicht sagen, bitte um Verständnis !!

  4. Och, so etwas hab ich aber auch schon häufiger gelesen! Gibts echt öfter, dass da unverschämterweise eine Hiwi-Tätigkeit als Volo bezeichnet wird und unter aller Sau vergütet wird. Nur n Dummer findet sich ja leider immer wieder, der es macht.

  5. Mich würde interessieren, was ihr davon haltet:

    1. Was oder wen suchen die da? Schüler, Student, Absolvent?
    2. Würdet ihr euch da bewerben? Warum?
    3. Was zum Teufel ist ein “ CvD „??? (vorletzter Absatz)
    ——————————————
    Volontariat Online-Redaktion bei der xxxxx UG in Köln

    xxxxx ist eins der größten deutschen Online-Star-Magazine und liefert 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche die heißesten, exklusivsten Storys aus der Welt der Stars. Wir suchen Dich wenn Du…

    * gerne schreibst, ein gutes Gefühl für die deutsche Sprache und einen modernen Schreibstil hast,
    * dich für Stars, Lifestyle und Hollywood interessierst,
    * gerne mal durch Zeitschriften wie InTouch, Gala oder OK! blätterst,
    * in einem jungen, engagierten Team arbeiten willst und
    * fließend Deutsch und Englisch sprichst

    Super, wenn Du bereits erste journalistische Erfahrungen hast oder schon mal in einer Redaktion gearbeitet hast. Falls nicht auch nicht schlimm – viel wichtiger ist uns, dass Du mit Spaß und Engagement dabei bist!

    Was machst Du bei Uns?

    * Mitarbeit an der gesamten inhaltlichen Ausgestaltung unseres Lifestyle und Celebrity Portals
    * Screening und Bearbeitung von Bildern und Texten
    * Eigenständige Recherche und Umsetzung von spannenden Stories
    * Bearbeitung und Erstellung von Online-Beiträgen zu allen Themen rund um Stars, Sternchen und ihren Sünden

    Wenn Du gut bist, ist alles möglich – sei verantwortlich für ein eingenes Themengebiet und mach als CvD schon jetzt den Job, den Andere erst in ein paar Jahren machen.

    Interesse? Dann bewirb Dich jetzt! Was brauchen wir von Dir?
    Lebenslauf Zeugnisse alles, was uns sonst noch überzeugen könnte!

    • Kenne ich. Da hat sich eine Freundin auch beworben und sogar einen Tag Probe gearbeitet. Lerneffekt = Null. Unorganisierter Laden von Praktikanten geschmissen, die sich selbst etwas beibringen.
      Ein CvD ist der Chef vom Dienst. Als CvD bist du dann verantwortlich für das Team und seine Ergebnisse. Toll, dass man das als ungelernter Mensch (ohne journalistische Ausbildung) sofort machen „darf“.
      Falls du damit geliebäugelt hast: Lass es bleiben! Das ist auch nicht wirklich tolle journalistische Arbeit oder so. Das macht vielleicht mal zwichendurch Laune, aber beruflich bringt es dir gar nichts. Was soll da nach einem Jahr in deinem Zeugnis stehen? Dann stehste wieder da. Die Anzeige hat auch viel zu viel Blink Blink und „Glamour“ drin. Ist doch nervig. Aber passend zum Thema: mehr Schein als Sein. Da darf jeder ran, Qualifikationen sind nicht nötig.
      Dort nimmst du Meldungen anderer Agenturen und machst entweder copy&paste oder du schreibst die um. Wow. Das kracht!

  6. Wirkte allein schon durch die Rechtschreibfehler unseriös, aber dennoch interessant! – Immerhin hab ich ein Beispiel für die Stellenanzeigeparade beigetragen 😉

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