Das andere Gespräch.

Wie wir ja alle wissen, hatte ich letzte Woche zwischen dem neuen Job und dem alten zersausten Sommerlotterleben noch schnell ein Vorstellungsgespräch. Es ging ja hoppla hopp. Erst großes hin und her telefoniere ob ich kann, wie ich kann. Es war definitiv klar: Vor mitte November geht nichts mehr. Ich habe mich Ehrenhaft einem Kulturellen Projekt verschrieben und so weiter und so fort.

Aber die Stelle als Pressesprecherin eines Verbandes war ja nun auch nicht so uninteressant. Ich dachte mir, okay wenn die mich sehen wollen, obwohl ich erst später kann, dann ist das Ernst. Geld ist Money und Leben auch. Hä, was? Egal, ich also hin.

Der Verband, den ich ja hier nicht nennen darf, war im meiner Phantasie sexy und retterisch. Aber als ich dort ankam, war es…üsselig. Schmuddelig. Und ich overdressed as hell. Ging ja schließlich um einen Posten als Aushängeschild der ganzen Nummer.

Ich führte ein verwirrendes Gespräch mit drei Leuten. Vorsitzender, dessen Assistent und einer Frau in einem Kittel. Ich schreibe Kittel und ich meine Kittel. So Kittel wie meine Tante sie immer in unserer Bäckerei trug. Ich war verwirrt. Die Dame wurde mir als Teil des Kreativ Teams vorgestellt. Ich war noch mehr verwirrt. Der Chef trug Bermudas. What? Yes! Außerdem sagte er den wirren Satz „Wir machen das mal anders rum, wir fangen damit an, welche Fragen Sie an uns haben!“. Upside down. Bermuda Mann. Kittel Frau.

Dann versuchte man mich dazu zu überreden, den Job den ich noch nicht angefangen hatte, auf Halbzeit zu trimmen. Ich sagte dem Hernn in Bermudas und der Frau im Kittel, das sei unloyal und alles andere als seriös, fair und so weiter. Und so etwas würde ich nicht machen. Entweder man will mich und wartet oder nicht. Ich kann mich nicht zweiteilen. Ich bot an, zu versuchen ab Ende September einen Manntag die Woche „reinzukommen“ um mich einzuarbeiten. Dieses Zugeständnis reichte dem Shorts Mann leider nicht. Ich habe dann gesagt, ich bin ein ehrlicher Mensch und will gerade durch das Leben gehen und sage nicht für einen Job von dem ich nicht weiß, ob ich ihn kriege, den Job im Bereich der Museumsarbeit ab. Ich bin doch nicht blöd.

Er brach das Gespräch abrupt ab und setzte mich mit Hilfe der kreativen Kittel Frau vor die Tür.

© Rose

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5 Kommentare zu “Das andere Gespräch.

  1. Oh, das ist ja ein aprubtes Ende.
    Das Gefühl, overdressed zu sein, kenne ich. Gibt´s auch bei Männern. Und Chef und Bermudas – das geht gar nicht !

  2. Das geht jetzt aber mal gar nicht! Das ist echt so passiert? Erst dich unbedingt haben wollen und als du dann nicht so willst wie die, dich einfach vor die Tür setzen? Krass. Also, ich glaub, ich hätte nachher gedacht, ich hätte das ganze nur geträumt oder so.

  3. Netter Umgang…
    Aber sieh es mal so: wenn deine Meinung schon zu usselig und schmuddelig ging, dann wird es einen Abbruch des anderen Projekts sicherlich nicht verdient gehabt haben.
    Sollen sie doch nen Kittel-Bermuda-Fan einstellen 😉

  4. Davon ganz abgesehen, dass es mit uns eh nicht geklappt hätte, war ich doch von der Art und Weise vor den Kopf gestossen – da ich im Vorgespräch am Telefon ja dreimal gesagt hatte, ab wann ich erst kann und warum. Da war das angeblich okay, aber the Bermuda Man hat dann so rumgehampelt. Total strange. Schade, ich hatte mal ein sehr gutes Bild von eben jenem Verein. Aber in Echt ist das leider ganz, ganz anders. Schade.

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