Eine Tüte heiße Luft bitte, Herr Steinmeier

Den TV-Betrag gibt es hier zu sehen.

So, dann will ich mal anfangen. Vorab: es war schon eine ulkige Erfahrung, ich würde es wieder machen. Auch wenn mir das Ergebnis aus vielen Gründen nicht gefällt. Ich bin pünktlich in Berlin angekommen und der Fahrer von RTL war auch schon da und hat gewartet. Der war sehr nett und berlinerte so schön. Während wir auf einen anderen Gast warteten, lief auch noch Sebastian Koch (Schauspieler, z. B. Das Leben der Anderen) an uns vorbei und war so gut gelaunt und hatte ein derart hinreißendes Lächeln, dass ich 5 Sekunden spontanverliebt war. Das gehört hier aber nicht hin. *räusper*

Im Studio angekommen, wurden wir in einen Konferenzraum gebeten und konnten uns erstmal untereinander kennen lernen, fragen, wer welches Thema hat, wie man auf ihn gekommen ist usw. Das war ganz nett. Alles sympathische Leute. Es gab zu trinken und leckere Wraps. Dann kamen die Sendungsmacher und die Moderatoren und begrüßten uns. Ich habe mich erschreckt, weil Herr Klöppel mittlerweile so unglaublich graues Haar hat. Maria Gresz macht einen überaus sympathischen Eindruck. Eine tolle Frau. Respekt. Sie hat sofort versucht die Gäste den Fragestellungen zuzuordnen. Die betreuende Redakteurin vom Spiegel, die auch sehr nett war (ja, die waren echt alle nett, kann man nicht anders sagen), erzählte, dass auf den Moderationskarten unsere Lebensläufe und ein Foto von uns sind. Ich habe den gar keines zukommen lassen. Dieses Internet…tstststs. Dann wurde uns gesagt, dieselben Daten hätte sich das Team von Herrn Steinmeier natürlich auch besorgt, wir könnten davon ausgehen, das wir ordentlich gegoogelt worden seien. War mir schon irgendwie klar, aber Paranoiaschübe verursacht das dennoch. OK.

Die Sendung wurde ja in mehrere Bereiche gegliedert (Arbeitslosigkeit, Steuern, SPD etc) und je nach Thema wurde man als Gruppe vom Chefredakteur von Spiegel TV oder vom Nachrichtenchef von RTL in ein Büro gebracht und es wurde gefragt, was man gerne von Herrn Steinmeier wissen wolle. Die Fragen wurden nicht von den Redakteuren geändert, wohl aber gaben sie zu verstehen, dass es schön wäre, wenn sie „emotional“ sind. Wenn da etwas sei, womit man Steinmeier aus der Reserve locken könne. Mal nicht vergessen, bei welchem Sender wir zu Gast sind.

Dann hieß es warten und dann gab es eine Probe, damit Moderation, Regie und Kamera wissen, wo die Fragesteller sitzen und wer wann dran kommt. Dann wieder warten und dann ab in die Maske. Ich habe noch nie soviel Schminke im Gesicht gehabt. Ich musste mit diesem 10-Pfund-Make-Up auch noch nach Hause fahren, weil es nach der Sendung recht schnell hektisch wurde.

Nach der Maske konnten wir ins Studio und uns auf die ungeheuer unbequeme Kulisse setzen. Der Regisseur gab ein kleines warm-up-Programm (das erklärt vielleicht manchen Applaus). Dann hatte Herr Steinmeier noch einen Fototermin. Die Journalisten konnten sich die ganze Show hiernach hinter den Kulissen in einem Extra-Zelt anschauen – ungeschnitten. Die Armen.

Herr Rose hatte die erste Frage an den Minister. Er hat bei Hertie gearbeitet und seinen letzten Arbeitstag gehabt. Ist sein Arbeitsplatz weniger wert als der von Opel? Wieso hat die Regierung hier nicht mehr Unterstützung geleistet? Was auf diese Frage folgte, war symptomatisch für den ganzen Abend: ein Redeschwall, der sich mit jedem Wort weiter von der Frage weg bewegte. Der gute Herr Steinmeier war kaum zu stoppen, sodass man mit der Sendezeit schnell schon zu Beginn im Verzug war. Steinmeier fing dann an, ins Detail zu gehen und wollte persönliche Verhältnisse von dem Hertie-Mitarbeiter wissen. Dann attestierte er ihm auch noch, dass er ja sicherlich schön was gelernt habe und damit mal beim Arbeitsamt schön Druck machen solle. Was für eine Antwort. Herr Rose war ziemlich unzufrieden, wie er mir hinther noch sagte. Wie alle anderen Fragesteller auch. Einer kam sogar nicht dran, weil Herr Steinmeier so schwadronierte. Das Thema Bildung/ Migration wurde gekippt.

Maria Gresz setzte sich dann neben mich und leitete in meine Frage ein, ich habe dann nach den 500.000 Jobs in der Kreativwirtschaft gefragt. Wieder: „Mensch, Sie persönlich suchen natürlich schnell was, das kann ich verstehen, aber schauen Sie…blablubblib.“ Irgendwann wusste ich gar nicht mehr, wo der gute Mann jetzt ist. Dann fragte er mich, in welcher Branche ich arbeiten möchte. Ich antwortete PR oder Unternehmenskommunikation, aber da käme man schlecht hinein, weil es da so Mode geworden ist volle Stellen durch Praktikanten zu ersetzen, denen man nichts oder wenig bezahle. Wie wolle er dem entgegen wirken? Seine Reaktion: er forderte mich auf, doch jetzt und hier einen Jobaufruf zu starten. Peter Klöppel unterbrach ihn und fragte nach der Finanzierung dieser Stellen. Nein, Herr Steinmeier wollte mir die Gelegenheit geben, meinen Anufruf zu machen. Ich bat ihn dann, die Frage von Herrn Klöppel zu beantworten, da diese sich mit meinen decken würde und er noch nicht so recht Stellung genommen habe. Dann kam wieder heiße Luft.

Frank Walter Steinmeier hat es, für mich, zu keinem Moment geschafft, mich von irgendeiner Leistung der SPD zu überzeugen. Dabei komme ich aus einem SPD-Umfeld. Das ist so neiderschmetternd. Mir erschwert es die Wahl beträchtlich. Steinmeier hat mir keinen Grund geliefert, ihn zu wählen. Und unabhängig von seiner Person, vermittelt er auch gar kein Bild von der SPD. Der Knaller für mich: als eine Grafik verdeutlicht, dass sich die Mitgliederzahl der SPD halbiert habe, meinte der Kanzlerkandidat nur: „Das ist Vergangenes, ich interesse mich für das jetzt und morgen.“ Wie jetzt vergangen? Die sind nicht mehr da. Das ist aktuell. Das ist Realität. Dieser Kanzlerkandidat macht keinen Wahlkampf. Hinter mir flüstert jemand: Ich glaube, der hat keinen Bock auf den Job.“ Ein Zuschauer sagte „Ihnen fehlt das Feuer, wie beim Schröder. Machense det so.“ Da hat er Recht. Sechs Wochen bis zur Wahl und dann so ein nichtssagender Auftritt.

Warum ich meinen Jobaufruf nicht gestartet habe, werden einige fragen. Es geht um die Politik und die Konzepte von Herrn Steinmeier. Die sollten erklären, wie der Arbeitslosigleit beigekommen werden kann. Was soll das, wenn eine Frau jetzt im TV nach einem Job sucht? Will er das für alle anderen auch so machen? Als ich nach der Sendung zu ihm gehe, um mir aus Spaß ein Autogramm zu holen, spricht er mich darauf an und ich erkläre es ihm genau so. Ich sagte: „Es geht ja um Sie und Ihre Politik.“ Er erwiderte: „Nein, es geht um sie, glauben Sie mir.“ Ich setzte nach: „Nein, es geht doch darum, dass es außer mir noch viele andere in dieser Situation gibt und ich stellvertretend für diese eine Frage geäußerte habe. Was daran zu ändern ist, liegt bei Ihnen.“ Darauf kam nur noch ein knappes: „Ja.“ Immerhin rechne ich es ihm an, dass er sich die Zeit für Fragen noch genommen hat. Angela Merkel sei nach der Sendung schnell verschwunden, sagte man mir.

Ich habe die Sendung noch nicht gesehen, habe aber gehört, dass sie sehr schlecht geschnitten sein soll. Von mir ist nur die erste, allgemeinere Frage drin geblieben und des Ministers Antwort ist beschnitten. Wer Hintergründe aus Journalistensicht möchte, bitte folgenden Link anklicken:

Stefan Niggemeier über das Townhall-Gespräch.

Nach der Sendung waren die Spiegelredateure entsetzt über Steinmeiers Auftritt. Einhellige Meinung: damit hat er sich keinen Gefallen getan. Die Quoten waren dazu auch noch unterirdisch mit 810 000 Zuschauern. Bei Frau Merkel waren es über 2 Millionen. Ich wage die verhohlene Prognose: And the Kanzlerstuhl goes to Mrs. Merkel.

steinmeier

Wie die Presse das Townhall-Gespräch fand, kann man beispielsweise hier lesen:

* Spiegel

* Süddeutsche

* Welt

* FAZ

* WAZ

* RP

© Simone

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20 Kommentare zu “Eine Tüte heiße Luft bitte, Herr Steinmeier

  1. ´tschuldigung, aber warum hast Du Dir von ihm nach dieser „Leistung“ auch noch ein Autogramm geholt?

    Ansonsten: Guter Text, und danke für die Einblicke, die man als TV Opfer nicht hatte.

  2. tja, das klingt ja sehr banal (Also, nicht das was Du geschrieben hast, sondern der Auftritt des Mannes, welcher…)
    Natürlich ist es schwer in solchen Krisenzeiten das ultimative Patentrezept zu finden, um eine fast schon festsichere Kandidatin vom Sockel zu stoßen. Wer wüßte dafür schon ein gutes Wahlkonzept?

  3. Ich habe zu spät eingeschaltet, so dass ich gerade diesen Teil verpasst habe …
    Sonst habe ich durchgehalten, weil ich dachte, es kommt noch.
    Aber war schon arg anstrengend, der Steinmeier. Dann seine Liebesschwüre für den Mittelstand. „Wirklich, glauben Sie mir, der Mittelstand … „. Vielleicht gibt es die Sendung ja noch irgendwo online oder man könnte Link oder youtube-Video hier reinstellen.

    • Ist für mich keine ketzerische Frage, ich hätte ihr dieselben Fragen gestellt. Wahrscheinlich hätte ich dieselbe Antwort bekommen: keine.

  4. Die Frage von Simone war gut, aber Steinmeier ging es nur um sein Programm bzw. den Wahlkampfslogan, soundsoviele Arbeitsplätze zu schaffen.
    Das zog sich ja durch die gesamte Sendung. Ich denke, die Fragesteller waren die Gewinner der Sendung, Steinmeier der Verlierer.

  5. Hm, inzwischen habe ich mal reingeschaut, also nicht alles gesehen. Seitdem habe ich eine etwas andere Wahrnehmung von dem Auftritt des Kanzlerkandidaten in der Sendung. Er versucht auf das Niveau der Fragesteller einzugehen. Wie soll er die Frage „Warum wurde Opel geholfen und Hertie nicht?“ beantworten? Dahinter stehen doch so viele Interessen, Drahtzieher, Für und Wider, die wir kaum kennen UND Merkel hatte jede weitere Hilfe für schlingernde Unternehmen ABGELEHNT, so daß der einfache Mann über die Klinge springen mußte. Das tut weh und darf auch nicht beschönigt werden, aber man kann auch keinen einzelnen Mann dafür verantwortlich machen.

    Ich stimme Johnny zu. Deine Frage war gut Simone, aber ich fand auch die zwinkernd-aufmunternde Antwort von Steinmeier nett, nach dem Motto „Wirst schon schaffen, Kleines“. Ältere Männer wünschen jungen Frauen immer das Beste 😉

    • Du hast nicht seine ganze Antwort gehört. Es war unglaublicher Redeschwall. Hat er dir seinen Deutschlandplan verständlich erläutert?
      Steinmeier wird ja nicht als Einzelperson verantwortlich gemacht. Er stand als Kanzlerkandidat für seine Partei und deren Programm vor uns.
      Wenn mir jemand sagt „Wir schaffen det schon“, ist das im ersten Moment fein. Aber dann fragt man sich doch konkreter: Wie denn? Wo können wir alle anpacken, welche Weichen können wir stellen?

  6. Ja, man hatte bei diesem „Interview“ sehr das Gefühl, dass einstudierte Floskeln irgendwelcher schlechter Medienberater da runtergerasselt wurden. Gepaart mit auswändig gelernten Phrasen a la „Sie können mir vertrauen“, „Sie können mir glauben“ und „Ich denke da genauso“.

    Sehr, sehr enttäuschend und sehr ernüchternd.

    Wobei da wohl der Politiker austauschbar war.

    (Schöne Frage übrigens, deren Antwort mich auch sehr interessiert hätte. Und leider keine Antwort. Eigentlich ja auf keine Frage…)

  7. Nein, er hat mir seinen DeutschlandPlan nicht verständlich erläutert. Leider, dann wüßt ich jetzt mehr 😉

    Sicher, er hat mit der Prognose so-und-so-viele neue Jobs (wieviel waren’s nochmal? ich hab die Zahl vergessen ;-)) zu schaffen den Mund zu voll genommen und wird dafür ans Kreuz genagelt, von allen – von den Medien, den anderen Parteien, von uns. Einfach, weil sich jeder die Frage stellt WIE will er das machen??? Er hat keine Antwort darauf (und auf alle anderen Fragen auch nicht wirklich). Das aber als Essenz aus der gesamten Show zu ziehen, ist mir zu einfach.

    Mir ging es darum zu sagen, daß ich den Eindruck hatte, daß er versucht hat auf die Probleme des „kleinen Mannes“ mit Anteilnahme einzugehen. Mit Verständnis zu reagieren, zeigte er mit der Nachfrage nach den Lebensverhältnissen des Mannes. „Sie müssen Frau und Kind versorgen, das Haus abbezahlen usw.“ Ich denke mal, Herr Steinmeier braucht NICHT mehr sein Haus abbezahlen, stattdessen trifft er Entscheidungen deren Auswirkungen wie Perlen an einer Kette dieser „kleine Mann“ dann zu spüren bekommt.
    Da ist es besser Verständnis für denjenigen aufzubringen, der in eine Notsituation gekommen ist – und das ist dann eben auch Wahlkampf. Geht zwar an der eigentlichen Fragestellung völlig vorbei, aber wenn die Leute hinterher das Gefühl haben „die da oben“ verstehen uns und werden das Boot schon schaukeln, führt das oft mehr zum Erfolg als harte Tatsachen.
    Mit diesem Trick hat es in Dt. bei Wahlkämpfen schon öfters funktioniert, aber ob sich die Leute immer noch so verarsch* lassen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

    Und das Steinmeier viel labbert – da is er wahrlich nicht der Einzige!!!!!!!!!!
    Irgendeiner hatte das so gut auf den Punkt gebracht – der redet viel und am Ende bin ich nicht viel schlauer als am Anfang 😉

    • Gerade diese Anteilnahme fand ich nicht angebracht, da er ja nicht Politik für den einzelnen macht. Er kann ja nicht jeden auf den Schoß nehmen und sagen: „Och, das ist wirklich schlimm.“ Durch so etwas bekommt man auch kein Gefühl, dass es schon besser wird, finde ich jedenfalls. Du nennst es ja selbst einen „Trick“. Es ist also im Gegenzug doch besser, jemandem seine Visionen zu vermiteln. Wie hochgestochen ndie auch sein mögen. Wenn wir das Gefühl bekommen hätten: „Hey, mit uns kann man etwas bewegen. Das kriegen wir hin!“, hätte er viel gewonnen.
      Außerdem: Ich habe eigentlich nie so das Gefühl einer „da unten zu sein“ und Herr Steinmeier einer „da oben“.

  8. Mit Sicherheit ist Steinmeier keine Rampensau, kein wirklich guter Redner. Nur Ihr fordert ja auch das Unmögliche: sich persönlich angesprochen fühlen, ohne es direkt zu werden – überzeugt zu werden von seinem Plan, ohne Plattitüden zu verwenden, vielmehr durch genaue Erklärungen ohne dass es langweilig wird. Nah an der Quadratur.
    Simone, es stimmt aber, was Du sagst: den Visionen fehlt noch die Überzeugungskraft. Wir wollen ja alle belogen werden (auch wenn wir etwas anderes sagen), aber wir wollen gut belogen werden (der letzte ehrliche Wahlkampf war 1990 als Lafontaine -oh, Graus- mit 33% gegen die lügenden Landschaften des Kofferschiebers verloren hat – wobei hier im Osten blüht’s gerade wirklich schön, rund um die Platte)

  9. Hm, Du fandst seine Anteilnahme unangebracht. Ich hatte das Gefühl, daß er sich geradezu auf die Verständnisschiene rettete. Er bekam ein persönliches Schicksal präsentiert und konterte mit Vorschlägen, was man oder frau in der entsprechenden Situation machen kann.
    Diese Art der Argumentation bzw. diese Art von Wahlkampf, wenn man es so nennen will, nun mit gut oder schlecht zu bewerten, liegt an jedem selbst. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn mir jemand in einer Notsituation Tipps und Ratschläge gibt, ob ich die nun befolge oder nicht (soll heißen, ob ich ihn nun wähle oder nicht), ist meine Sache 😉

    Du hättest gerne seine Visionen gehört, gepaart mit ganz konkreten Vorschlägen zur Umsetzung dieser. Ich glaube, wie gesagt, ich habe die Sendung nur zum Teil gesehen und sage jetzt einfach mal, dass dann die Sendung falsch aufgemacht war. Wenn er seine Visionen hätte darstellen sollen mit konkreter Umsetzung hätte er ne Wahlkampfrede halten müssen und keine Einzelschicksale präsentiert bekommen sollen.

    Er ist ja kein Bankangestellter der Herrn X einen Bankkredit geben kann, damit dieser in seine Firma investiert.
    Steinmeier kann Gesetze entwerfen und mit den anderen Parteien diese dann zum Wohl oder Wehe des Volkes verabschieden. Er kann mit Wirtschaftsbossen reden und sagen „Macht mal Leute, bei euch großen Firmen geht doch noch was.“ Die könnten dann sagen „Aber Herr Steinmeier so ohne ein kleines Bakschisch geht das aber net. Sie wissen doch… die Krise.“ So ungefähr und mit ein bisschen mehr Schweiß im Angesicht entnehme ich das seiner Rede, die ihr in dem anderen Beitrag verlinkt hab. (Bin also eine fleißige Leserin eures Blogs ;-))

    Und das meinte ich mit „Auswirkungen wie Perlen an einer Kette“. Er kann für Herrn X nur etwas über Gesetze und Verträge mit Wirtschafts- oder Finanzbossen erreichen. Das heißt über zig Umwege und ob die dann bei Herrn X ankommen, kann Steinmeier nicht direkt beeinflussen.

    Und ich empfinde Politiker auch nicht als „die da oben“.
    Das benutzte ich nur als eine Metapher, um sie als eine Gruppe einzugrenzen.
    In Wirklichkeit sind die mir schnuppe. Keiner macht alles richtig, auch wenn diese Gruppierungen das gerne so hätten 😉

  10. Beispiel „Hertie-Mann“: Er hatte klar und deutlich gefragt, warum die Politik Hertie nicht geholfen hat.
    Dazu hat Steinmeier kein Wort gesagt. Also: Frage nicht beantwortet. Allerweltsfloskeln wie „Machen Sie Druck beim Arbeitsamt“ oder Fragen ins Persönliche herein helfen niemandem weiter.
    Dann hatte Simone gefragt, wie er 500 000 Arbeitsplätze in der Kreativbranche schaffen will.
    Acuh darauf keine Antwort. Außer, dass er mit irgendjemandem gesprochen habe, dass dies möglich sei.
    Dann der Mittelstand: Keinerlei Angabe, wie er dem helfen will.
    Völlig daneben der Mann.

    • Sorry, was erwartet Ihr eigentlich von der Politik? Politiker sollen bessere, moralisch gefestigtere Personen sein, die überdies auch noch genau wissen, was sie tun? So ein Quatsch. Ob Steinmeier, Merkel, Westerwelle oder sonst jemand, glaubt Ihr wirklich, irgendeiner von denen hat *den* Plan? Verdammt, ich habe auch keinen. Und damit komme ich wieder bei Steinmeiers Visionen an. Mir gefallen dort die gesteckten -vagen- Ziele, besser als bei jedem anderen. Lieber wäre es mir natürlich auch, er könne sie besser verkaufen. Nur an die Allmacht der Politik mag ich, weiß werauchimmer, nicht mehr glauben. Macht’s doch einfach so. Was hindert Euch?

  11. Simone,
    kannst du mir nochmal sagen auf welcher Minute dein Beitrag läuft? 1 Stunde von dieser Sendung halte ich nicht ohne Hirnschaden aus.

  12. Ah so, jetzt hab ichs- ungefähr auf Minute 5:30 fängts an.

    Fabian, bei allem Vergleich, wer schlechter abschneidet, Steinmeier oder Merkel, halte ich Steinmeier eins vor:
    Beiden Arbeitslosen, dem Hertie-Menschen und Simone antwortet er mit einer Botschaft, die frisch-neoliberal auch von der FDP kommen könnte, nämlich:
    „Vermarkten Sie sich selbst. Sie können ja was. Wenn SIE sich nur genügend anstrengen, dann findet die Arbeitsagentur auch das Passende für Sie“
    Da vollzieht er genau die Individualisierung von Verantwortung „Du bist schuld wenn du keine Arbeit findest“, die sonst die Sozialdemokraten gerne FDP und CDU/CSU vorwerfen. Das finde ich grauenvoll.

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