Randnotiz. Was manch einer meint hier zu lesen, ist nicht das, was wir meinen. Verständnisprobleme gratis. Was ihr wollt

Radetzkymarsch für alle Beteiligten und Möchtegernleser und größten Kritiker-Babys: Lest doch mal Zeile für Zeile. Wenn jemand unsere Texte scheiße findet: Egal. Wenn jemand unser Thema nicht mag: Egal. Dann klickt weg. Wenn aber jemand, in einem anderen Forum dann auf einer persönlichen Schiene angefahren kommt, wenn sich das in weitere Bereiche unseres  privaten Lebens einschleicht, dann ist Schluß. Es gibt Grenzen.

Im Übrigen wollten wir noch einmal klarstellen, wir sind nicht:

– Jammerlappen

– faul

– desillusioniert

– alt

– unerfahren

– unmoralisch

– Zensurspießer

– unerzogen

Wir  sind:

– kreativ

– fair

– kritisch

– engagiert

– weltoffen

– auf Arbeitssuche

So wie Millionen andere Menschen in diesem Land und auf dieser Welt auch. Das ist das Hauptthema dieses, unseres Blogs: Arbeit. Suchen. Finden. Hürden nehmen.

Alles in allem wollten wir hier eigentlich ein Intermezzo starten und darüber berichten, wie es ist Arbeit zu finden, nachdem man eine Ausbildung zur PR-Referentin abgeschlossen hat. Und schon einige Jahre gearbeitet hat. Wie es ist, wenn man zwischen den Stühlen hängt und als Bonus eine Wirtschaftskrise das Land erschüttert. Es ging uns eigentlich nie darum, den Kampf der Unterdrückten zu führen. Aber wir werden ja von einigen unermüdlichen Kommentarfuzzis  dazu gemacht. Okay, dann halt so. Ihr wollt es ja nicht anders. Aber wir wollen es ganz anders. Dies sollte eine Plattform werden, für alle die, die Arbeit suchen und dabei Hürden nehmen müssen. Das ist völlig normal, aber gerade herschen extreme Bedingungen. Nicht  die PR-Branche ist partout scheiße, sondern die ganze Wirtschaft liegt gerade am Boden. Vielleicht trifft es die PR- und Werbebranche gerade besonders hart, weil hier in Krisenzeiten immer zuerst gespart wird.

Die Reaktionen auf unseren Blog sind ja der Indikator dafür, dass es hier zu Lande immer noch eine große Gemeinschaft von Leisetretern gibt. Keiner traut sich seine Meinung zu sagen, wenn nur mit dem Rücken zur Kamera. So gesehen gestern bei RTL Punkt 12. Weiß Gott nicht die tollste journalistische Leistung aber dennoch Information. Dort wurde zum Beispiel  die Situation der Akademiker, die zu Dumpinglöhnen arbeiten, beleuchtet. Anstatt mutig in die Kamera zu sprechen, dass man die Arschkarte gezogen hat, wird hübsch anonym geblieben. Das ist ganz super. Bloß nicht mal die Meinung sagen.  Meinung sagen ist voll scheiße. Leute, die ihre Meinung sagen, müssen sich anscheinend einiges gefallen lassen.

Wer seine Meinung sagt kriegt direkt immer ordentlich eins auf die Zwölf. Das Dumme ist: Sagt man seine Meinung und bleibt dabei nicht anonym, steht man also dazu, dann gibt es gleich richtig Ärger. Da wird man  im Spotlight an die Wand gestellt.

Hallo? Dass selbst Akademiker inzwischen für Hungerlöhne arbeiten müssen, aber sie nicht Manns genug sind direkt in die Kamera zu sprechen, weil sie Angst haben erkannt zu werden – wohin soll das führen?

Dieses Land tanzt gerade den Tanz des Teilzeit-Untergangs. Die Wirtschaft liegt am Boden. Darüber wollten wir uns ursprünglich null auslassen. Aber, wenn man über Arbeit schreibt kommt man, besonders in diesen Tagen, nicht am akutellen Geschehen vorbei. Und wenn man heute morgen in die Zeitung schaut, dann verkündet das Institut für Wirschaftforschung direkt mal 1 Million Arbeitslose mehr bis Ende des Jahres. Das kann man dann auch beim Schreiben dieses Blogs nicht außen vor lassen.

Apropos Blog. Die ursprüngliche Form des Blogs ist ein Online-Tagebuch. Ein Online Weblog. Unsere Wissenübermutter, Wiki, sagt dazu: „Ein Blog […] ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal.“ Daher ist es völlig normal, dass es in diesem Blog subjektive Erfahrungen, Meinungen und Gedanken zu lesen gibt. Es wäre total ad absudum geführt, wenn es ab jetzt nicht mehr okay ist, in einem Blog über sich und seine Erfahrungen zu schreiben. Denn dafür sind sie da. Wir kennen keinen Blog, in dem der Verfasser es schafft, nie über sich selbst zu schreiben. Selbst die Bild-Blog-Leute stehen mit ihren aufbereiteten Artikeln indirekt für ihre persönliche Einstellung gegenüber der Gesellschaft und der Bild Zeitung.  Wäre es total scheiße, wenn man in Blogs nur über sich selber schreibt, dürfte Sascha Lobo längstens eingepackt haben. Mit ihm viele, viele andere Blogger.

Im Übrigen gibt es auch im Internet Grenzen. Wenn Meinungen nicht gefallen: Okay. Aber man muss sie und ihre Verfasser akzeptieren oder zumindest tolerieren. Amen.

©Rose

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7 Kommentare zu “Randnotiz. Was manch einer meint hier zu lesen, ist nicht das, was wir meinen. Verständnisprobleme gratis. Was ihr wollt

  1. Hust, hmm…klugscheiss on:

    Die Krise in den Medien begann schon lange vor der Wirtschaftskrise. Ich meine 2002-2003 ging´s dann richtig los.

    Leutz mit Beruferfahrung mußten auf einmal wieder Praktika machen, Scheinselbstständige, Ich AGLers ohne Ende. Die Mitarbeiter-Ausbeutung perfektioniert hat dann allerdings die Call-Center-Branche. Sie setze Trends.

    klugscheiss off.

    • Yep, da ist was dran. Die Sache mit den Praktika kommt mir auch bekannt vor. Und zu den Ich Aglern gehörte ich auch um 2004. Und Thema Callcenter: Ich habe mal ne Outboundtruppe für American Express aufgebaut. Alles nur Scheinselbstständige die zu niedrigen Studenlöhnen Kreditkarten verkloppen mussten. Was man nicht alles für Geld nebenher macht…damit die Miete gezahlt werden kann.

      Rose

  2. Hey, ich hab das schon bei studis-online geschrieben, da wurde mein Beitrag aber geloescht; kuemmert euch nicht um diese Trolle und schreibt lieber an eurem Blog weiter 😉 Ich schau jeden Tag, ob’s was Neues gibt.

  3. Haha, das ist ja lustig. Siv spricht mir genau aus der Seele! Kümmert euch nicht um die ganzen Miesmacher hier, ich freue mich auch über jeden neuen Beitrag von euch! Hatte übrigens grade am Do selbst wieder ein Vorstellungsgespräch und warte nun mal wieder erwartungsvoll auf die Rückmeldung.

  4. nun, da ich im urlaub bin und viel zeit habe bin ich hier über den blog gestolpert und mich wundert es doch sehr, dass immer wieder darauf herum geritten wird, dass die medienbranche am boden liegt. ich glaube, dass es eine frage einzelner branchenbereiche ist, denn ich arbeite im bereich online und wir ersticken vor arbeit. ohne große probleme würde mein vorgesetzter gerne noch 3 neue leute einstellen und was ist, er bekommt keinen gescheiten nachwuchs. gut, es ist nicht der bereich der pr aber es entwickeln sich zur zeit so schnell neue berufsbilder im online, da würde ich doch vielleicht an eurer stelle mal überlegen, mich darauf zu konzentrieren. ich mein das gar nicht abwertend, aber schaut doch mal nach content developement oder ähnlichem. im übrigen war ein sehr interessanter bericht in der w&v, falls euch das was sagt, über die entwicklung der klassischen medienberufe im vergleich zu online. nur so ein tip….war glaube ich die vorletzte w&v, kann man bestimmt auch online lesen. nun ja….ich leg mich wieder in die sonne und wünsche euch viel erfolg bei der jobsuche. grüße und so

    • Ich kann nur für mich sprechen, aber ich schaue mich auch in diesem Bereich um. Letztlich geht es in der PR auch gar nicht ohne Online-Arbeit. Ich bin auch jetzt nicht zu 100% auf reinste PR-Arbeit festgenagelt. Ich suche meinen Weg in die Kommunikations- und Medienbranche. Die ist wirklich groß und umfassend. Eine klare Linie sollte man aber vor Augen haben, und nicht aus Verlegenheit „irgendwas“ machen. Wir beobachten beide den Arbeitsmarkt sehr genau und halten Augen und Ohren offen. Natürlich kennen wir W&V. Kann ich den Lesern des Blogs auch nur empfehlen.
      Vielleicht möchtest du uns deinem Chef empfehlen? ; )
      Grüß
      Simone

  5. Schreibt ruhig weiter an euerem Blog-Tagebuch! Mal privat, mal das Zeitgeschehen unter die Lupe genommen, Mund aufgemacht – paßt schon! Und nicht einschüchtern lassen!

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