Wir steuern hier. Ja was denn? Prozesse. International.

Kurzer Rückblick auf das Gespräch mit dem Konzern im Business der Handtelefone.  Mein Gegenüber nannte mir seinen Namen nicht und vollführte mit mir ein Namedropping. Wer kennt wen im Konzern. Seine Vorgesetzten waren mal meine. Schon während ich wartete war es alles komisch. Die Teamassistentin antwortete auf meine Frage, was man denn so mache den ganzen lieben Tag,  sie wären ja eigentlich eine Agentur, die für die Muttergesellschaft arbeitet. Aha.

Im Gespräch habe ich dann mehrmals gefragt, was die Abteilung denn so macht in Sachen Kommunikation. „Ja, wir steuern hier Prozesse“. Ich so: „Hä?“. Was machen die denn hier? Schreiben sie die Mitarbeiterzeitungen? Organisieren die Mitarbeiter-Events? Planen die Roadshows? Tagesgeschäft.

„Wissen Sie, hier geht es im Gegensatz zum Bereich der Assistenz um die Umsetzung“.

Mir war absolut neu, dass die Arbeit als Assistentin nix mit Umsetzung zu tun hat. Ich wurde so langsam sauer. Mein Gegenüber, dessen Namen ich immer noch nicht wusste, aber von dem ich wusste ,das einer meiner ehemaligen Kollegen  sein Chef ist, erzählte mir dann etwas von der Möglichkeit im Bereich der  Events zu arbeiten. Aber was? „Wir steuern hier an die 17 Agenturen, aber wir sind auch nur eine Unterabteilung der  Konzernkommunikation. Können sie ein Telefonat auf Englisch annehmen?“.

Mit meinem Lebenslauf kam er nicht zurecht. Ihm fehlte der „rote Faden“. Ich frage mich, was ein roter Faden ist in seinen Augen. Ich schreibe seitdem ich 15 war, habe zwei deutliche Schwerpunkte: Technik und Kultur, zweites Standbein neue Literatur, einen Blog. Ich war in mehreren großen Firmen. Um nur ein paar Steps zu nennen.

Ich fing an, ihn richtig doof zu finden, er war mehr daran interessiert sich von mir erklären zu lassen, wo man in Köln ausgehen kann. Der Schnuffi war nämlich gerade dabei privat nach Köln ziehen.

Am Ende fragte er mich, wie ich denn einen Journalistenkontakt aufbauen würde. Ich blaffte ihn an, „Na, ich rufe da an und sage ich bin jetzt hier und dann baue ich das auf“. Durch all die Jahre weiß ich schon, wie man mit Journalisten umgeht. Ich war selber mal bei denen im Haifischbecken. „Ja so genau wollte ich es auch nicht wissen“, sagte er da.

Ich wusste schnell, ich würde den Job nicht bekommen. Aber in einer Abteilung für einen Mann zu arbeiten, der sich selber nicht vorstellt, dessen Assistentin nicht weiß, dass sie keine Agentur sind und die einem zur „Information zum Unternehmen“ den Produktkatalog  in die Hand drückt, sollte man auch nichts erwarten.

Wir wollen nicht vergessen: Ich habe  eine Pressesprecherin und  ihr Team sehr lange betreut. Ich habe sie und die Vorstände per Roadshow durch die Länder der Tochtergesellschaften geschickt. Ich habe mal mit der Abteilung eine ganze Hauptversammlung vorbereitetet.

Wir steuern hier Prozesse. Es geht hier aber um die Umsetzung. Arbeit in der Unternehmenskommunikation bedeutet immer Umsetzung,  Mann ohne Namen.

(c) rose

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