Ooooch. Jetzt aber mal los hier. Ich muss noch Abkörpern – dazu in der Fortsetzung mehr.

Ähm öhm, so war es wirklich bei Axel Springer und dann noch eine Watschn für die Neidblogger. Und ein fetter Gruß an die erschreckend unflexible Leserschaft dort draußen. Traurig, aber wahr.

Da kommt man also nach Hause und alsbald folgt ein kleiner Infarkt. Ich hatte ja mal locker keinen Rechner dabei, weil bei den Axel Springers ja alles rumstand. Ja, ja, vielleicht auch besser so. Sonst hätte ich vielleicht schon in Berlin irgendwas gesprengt. Aber nun mal von ganz vorne.

Es war ein total toller Tag. Punkt. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die vom Verlag waren supernett. Meine Güte, was waren die nett. Ich kann es nicht anders sagen. Wir kamen an und ein Herr reichte uns Champus und ja, nun schreit hier schon der erste Neid- und Meckerblogger aus den Tiefen des Netzes: Kaufen lassen habt ihr Euch, kaufen lassen habt ihr Euch. Ach, ihr Neidblogger: Haltets die Goschn, sonst gibt’s a Watschn. Aber so richtig. Ich zieh Euch die Hand so heftig über Eure kleinen, hellen Wangen (weil ihr ja nie rausgeht, ihr kleinen Nerds), dass ihr noch drei Tage rote Striemen im Gesicht haben werdet. Bildlich genug? Ich finde es einfach fürchterlich. Vor der Aktion wurde nur gemeckert, jetzt ist Aktion durch, wird weiter gemeckert. Egal wie man es macht, man macht es verkehrt. Alles total doof und schlecht. Ja, genau. Dabei waren für mich am Ende andere Sachen eine gute und schöne Erfahrung an diesem Tag – da rückte das Chaos und die Problematik mit dem Layout in den Hintergrund. Dazu ein paar Abschnitte später mehr. Denn das Layout wurde uns schlicht und einfach vorgegeben. Ebenso die Texte, die alle in großen Debatten bemängeln und verreißen: Diese wurden von Redakteuren in einer Themenauswahl erarbeitet, geschrieben und dem ASV schon eine Woche vorher geschickt.

Ich gebe den vergrämten Meckerbloggern der Nation gleich noch etwas Futter: MEINE GÜTE WAS HATTE ICH EINEN TOLLEN TAG MIT TOLLEN LEUTEN! Es war mir ein Fest, die Herren von http://www.czyslansky.net/ kennen zu lernen. Oder die drei Reizenden Menschen von Amy&Pink. Der großartige Bosch war da, den ich seit Jahren lese und indirekt „kenne“. Ach und damit nicht genug. Alle waren supernett. Ich kann es ja einfach immer nur wie ein Mantra wiederholen. Jetzt kurz zum sachlichen Teil, bevor ich mich in endlosen Beschreibungen von Essen verliere.

Thema Layout: Warum sieht die Scroll Edition aus, wie sie aussieht? So kann man in Bloggingen lesen, dass man ja vielleicht nicht diese doofen Blogger, diese talentfreien, nicht zeitbezogenen Schreiber, an das Layout hätte lassen sollen. Nein, hat man ja gar nicht. Die Welt Kompakt Redaktion hatte dieses Layout schon Tage vor unserer Anreise in Berlin fertig. Es war deren Baby, sie wollten das so fahren. Was macht man, wenn man mit einer Mannschaft von 23 Schreibwütigen den dreizehnten Stock stürmt und es wird einem ein fertiges Layout präsentiert? Man macht gar nichts. Was soll man denn da machen? Wir haben uns gedacht: Ja mei’, dann mach mas halt so. Ja, vielleicht waren wir auch gedoped von Schnittchen, Champus und Currywurst. Keine Ahnung. Auch als Schmiechen und Leonhardt uns sagten, dass ein Großteil der Texte schon drin ist, ja mei, was soll es. Es waren 23 Egos im 13. Stock und jeder wollte seine Geschichte drin behalten. Wir einigten uns darauf: Wenn im Laufe des Tages irgendwas total wichtig Schlimmes auf der Welt passiert, werden wir drauf reagieren. Wir einigten uns auch darauf, die Tagesnachrichten schlicht und einfach in Meldungsform zu verarbeiten. Diese Zeitung sollte nämlich niemals eine stinknormale Zeitung sein.

Die Kritik am Layout ist das eine, was mich aber persönlich fürchterlich auf die Palme bringt, ist der nicht vorhandene Respekt der anderen Bloggerhasen aus diesem Internet. Wie die Geier stürzen sie sich auf die Texte, die mit Herzblut von den Beteiligten geschrieben worden sind. Man kann einen Text nicht gut finden, das ist okay. Man setzt sich aber nicht wie ein Aushilfsgurkenkönig auf einen billigen Stuhl und meint, entscheiden zu können, was eine gute oder schlechte Geschichte ist. Ich verfalle in schlimmstes Rüpelverhalten hier gerade. Das ist nicht gut. Ich hatte mir vorgenommen einen tollen Text zu schreiben. Wie nett der Tag war, wie sehr mich das alles gefreut hat. Wie schön es war, die anderen arbeiten zu sehen und mit ihnen zu arbeiten. Wie nett das Essen war. Ja, genau, dieses tolle Essen. Aber ich höre schon die Unkenrufe, das man uns mit billigem Essen gekauft hat. Anstatt sich mal kurz vom Geschrei “Das ist aber gar gar gar keine Zeitung” zu lösen und sich vielleicht einfach vorzustellen, dass es vielleicht ein Magazin ist. Wie wäre es damit? Keine Phantasie? Schade.

Noch ein paar Sätze zur Nachrichtenlage an diesem denkwürdigen Tag: Es ist in der Welt nichts passiert. Nachrichtentechnisch war es ein ziemlich armer Tag. Ich habe mehrmals dpa und Reuters abgefragt. Ja, so war es. Und es war halt so, dass es nicht so sein sollte. Wir hatten einfach Bock auf was anderes. Natürlich gab es lange Gesichter, als rauskam, die Zeitung ist fertig. Aber mal ganz ehrlich: Hatte ich mir was anderes gedacht? Nein. Aber wir haben dann halt die Texte drin gelassen, die jeder schon geschrieben hatte. Wir hätten alles neu machen können. Aber ja, wir doofen vom ASV mit Schnittchen betäubten Blogger haben dann einfach das gemacht, was am naheliegensten war: Die Geschichten blieben so stehen, wie sie waren. Aus den langen Gesichtern wurden im Laufe des Tages auch wieder fröhliche. Wir tobten um die Tische. Frank Schmiechen nahm sich zum Beispiel für mich die Zeit und arbeitete mit mir meine Texte durch und ich habe mich sehr darüber gefreut, wie er sich über den einen oder anderen Satz sichtlich freute. Das ist eine schöne Sache, zu sehen, dass jemand schmunzelt, wenn er den Text liest, an den man Herzblut verloren hat. That’s it.

Scheiße. Ich würde so gerne einfach fröhlich dahertippen, aber bekomme gleich sicher einfach einen schlichten Infarkt. Vielleicht überlege ich mir jetzt einfach, wo ich ein neues Planschbecken herbekomme. Weil meine kleine Stinkekatze Cleopätra meines zerstört hatte, während ich im Schnittchenrausch einen tollen Tag mit großartigen Bloggern und Redakteuren beim Axel Springer Verlag hatte. Es war absolut richtig dort mitzumachen. Vorurteile widerlegen zu lassen, durch echtes Erleben ist einfach das Beste. Punkt. Das hier ist rein emotional gesteuert. Sachlich kann ich nur hinzufügen: Natürlich könnten wir Schmiechen und seinem Team eine RICHTIGE Zeitung stricken. Aber vielleicht bräuchten wir dann zwei, drei Tage. Wir haben darüber am Tag danach gesprochen, Tim Cole (von http://www.czyslansky.net/), und ich. Vielleicht noch mit ein paar guten Bloggern mehr, in Form eines Projektes über drei Tage. Einen Tag als Schreibakademie. Und dann zwei Tage hart durch ziehen. Eine richtige Zeitung machen. Würden wir schaffen. Also, ruft uns an. Wir Bloggerblagen sind bereit. Und auch wenn das Format allen das Lesen vielleicht wirklich schwer gemacht hat: Nicht vergessen, da hat immer einer in eine Geschichte etwas investiert. Zeit, Liebe, Gedanken. Respektiert das. Ihr Neidblogger da draußen.

Ich möchte mich ganz ehrlich am Ende ganz herzlich bei Frank Schmiechen, Mathias Leonhardt und Barbara Brandstetter bedanken. Ganz, ganz doppelt dolle grüße ich hier an dieser Stelle das Volontärenteam, „Team sechs“, die an unserem ersten Tag beim ASV ihren letzten hatten. Es war toll mit Euch zusammen zu arbeiten. Merci.

Wenn ich ein neues Planschbecken habe und meinen Kopf da rein gesteckt habe, dann schreib ich hier noch eine Hommage an das tolle Essen und sowieso. Am Ende serviere ich noch eine nette Geschichte, die mir Schmiechen über den Dänischen Hauskellner schenkte. Der reizende, nette Herr, ist im 40. Jahr beim ASV. Und er sagt zu allen „Du“. Auch zu Helmut Kohl und Gorbatschow. Und alleine für diese kleine Anekdote und das Kompliment „Du bist irgendwie wie Bernd das Brot, Rose“ hat sich meine Reise nach Berlin gelohnt. Am Ende nach Hause zu kommen und so blöde Texte von nicht anwesenden Bloggern (die natürlich alles besser wissen, besser können, das Internet besser kennen, die Leser besser kennen und auch mit Kritik am besten können etc.) zu lesen und heulenden Stammleser, die sich aufregen, 70 Cent „für so einen Scheiß“ ausgegeben zu haben, macht es einem schwer, bei 37 Grad sachlich zu bleiben.  Ja, so ist es. Und dann darf man nicht mal in der Künstlerseele gekränkt sein. Nein, man soll das bitte alles gefälligst schlucken. “Du kannst ja gar nicht mit Kritik umgehen”. Wenn Kritik vernünftig formuliert wäre, sicher eher. Aber es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen “Blind draufhauen” und “Konstruktiver Kritik”.

Als Schlusslicht noch ein Gruß an die Langweiler von Kress und Horizont: Ach ja, stimmt, ihr hattet diesen langweiligen Formatjournalismus ja auch erfunden und habt das Patent drauf. Behaltet es doch. Wenn Euch das so glücklich macht. Es ist eigentlich nicht verwunderlich, hat irgendjemand wirklich geglaubt, es sagt auch nur einer voller Inbrunst: Das ist aber eine tolle Sache. Tolle Texte, tolle Chance. Nein, es wird sich aufgehängt an diesem Layout. Blind wird geschossen, keiner fragt sich, wie und warum das wohl alles so war. Und all die Versuche zu erklären, wie es wirklich gelaufen ist und das wir es auch nicht toll fanden, dass uns das Layout so präsentiert wurde, werden einfach ignoriert. Ja, ich wünsche mir ginge es wie Sebastian v. Bomhard schreibt: Ich war jetzt einen Tag bei Springer, ich bin jetzt immun gegen Kritik.

Bei allem Theater welches nun im Web 2.0 wegen der Nummer tobt: Es ist immer großartig nette Menschen zu treffen, mit man etwas gemeinsam hat. Und das ist so gewesen. Daher hat sich dieser Tag für mich gelohnt. Menschlich. Wenn das keinem was wert ist, weiß ich auch nicht mehr weiter. Wie arm, wenn man sich nicht über neue, nette Menschen freuen kann. Das ist doch eine schöne Sache. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Obwohl nicht alles perfekt lief, obwohl alles nicht so lief wie manch einer sich erträumte, war es ein netter Tag. Ob mit oder ohne Schnittchen. Und es war vielleicht auch wichtig zu lernen, dass auch beim Axel Springer Verlag ein paar echt nette Menschen arbeiten. Wie zum Beispiel die Volontäre aus Team 6. Und so weiter. Aber wenn man die aktuelle Debatte sieht, scheint das ja alles total egal zu sein. Reizwort springer, alles total schlecht und ja, ausgenutzt haben sie uns und so weiter. Am Ende macht einen das wirklich traurig und wütend. An nichts wird ein gutes Haar gelassen. Das ganze hat einen fürchterlich typisch deutschen Beigeschmack. Meckern bis der Arzt kommt.

Der größte Graben ist zwischen den Bloggern selber. Nicht zwischen Print und online. Und dann liest man zum Finale Abokundenkommentare, die Heldenhaft davon berichten, wie sie vom Aboservice des ASV 70 Cent zurückgefordert haben.  Wie schade das alles ist. Es war nur ein Experiment und alle flippen total aus. Immer draufhauen und es mit dem Mantel namens “Konstruktive Kritik” verkleiden. Dabei ist es nicht mehr als ein hämischer Text. Applaus!

Am Ende ist es wirklich traurig, wie unflexibel und konservativ viele Leser der Welt Kompakt zu sein scheinen. Schade. Letztendlich ist es aber auch so, dass es einigen gefallen hat. Leider ist es immer so, dass meckernde Unken irgendwie Plakativer sind. Das findet Gehör. Alles doof, alles schlecht, haben die total danebengemeiert die Nummer, die haben die Blogger vorgeführt und so weiter. Und dann soll man sich benehmen wie ein menschlicher Eisschrank und so tun, als würde einen das nicht berühren. Hallo? Man hat immerhin mit den Leuten an diesem Ding gearbeitet, auch wenn es etwas anders gelaufen ist, als geplant. Es wurde dennoch darin investiert. Und das könnte man mal etwas respektieren. Aber das kann der Blogger im Schützengraben irgendwie nicht. Und das ist das traurige daran. Der Graben. Zwischen den Bloggern. Zum Finale dann einfachheitshalber behaupten, Blogs sind tot. In einem Blog der für ein paar tausender verscherbelt worden ist. Da wo ich herkomme, ist das ziemlich unreal. Was ist eigentlich schlimmer? Auf einem Blog zu schreiben der für viel Geld verscherbelt worden ist, oder einen Tag für Springer? Ich weiß es am Ende nicht mehr. Ich weiß gar nichts mehr. Vielleicht mache ich einfach das Internet kaputt morgen. Mal abwarten. All die gehässigen Kommentare. So schade.

Da will man Vorgärten umgraben. Jawohl.

Ps.: Die Bildergeschichte folgt alsbald!

Link zu debattierten Geschichte die lange Version von “Die Dörfer”.

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18 thoughts on “Ooooch. Jetzt aber mal los hier. Ich muss noch Abkörpern – dazu in der Fortsetzung mehr.

  1. Pingback: Druckluft at Themenriff

  2. Dass diejenigen, die nicht dabei waren, den Neidkübel ausschütten, war zu erwarten. Und dass die Profis von kress, w&v oder Süddeutsche nicht mit Häme geizen würden, war klar. Verstört hat mich aber ein ganz anderer Kommentar, nämlich ausgerechnet der von Frank Schmiechen, der heute Bilanz des Projekts zog mit dem Satz:

    “Heute erscheint die WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.” (http://tinyurl.com/33e8dap)

    Ich weiß noch nicht, ob ich das nur für schlechten Stil, für schnell mal dahingekritzelte Worte eines unter Zeitdruck Schreibenden halten soll, oder ob er das wirklich so gemeint hat.

  3. Japp. Der Satz macht mich gerade zusätzlich oder “on the top” ganz verrückt. Das kann der doch nicht Ernst meinen, oder?

    Ach, ich alte Web 2.0 Mimose.

  4. Dieser Schmiechen ist so, laßt ihm den Spaß. Ihr habt das Video wohl nicht gesehen, wo er sagt, er ist sooo erleichtert, dass wir alle bald weg sind. Dann hat er im RL kurz drauf uns allen gegenüber doch gesagt, wie toll er das alles gefunden hat. Mei. Vielleicht ist es sein Humor, lasst ihn doch. Freunde sind wir, glaube ich, nicht geworden.

    Aber wir kommen vom Thema ab: Rose, Dein Text ist gut, besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Vielleicht noch hinzugefügt: “Scroll Edition” war ein blöder Name. Als Bildungsbürger oder Adventuregamer wissen wir alle, was eine Scroll ist: Eine Schriftrolle! Und sowas kommt ohne Heftung aus. Aber egal, dass uns das Layout in die Schuhe geschoben wird, war die sinistre Absicht des perfiden Herrn Schmiechen. *grins*

    Mir hat’s jedenfalls Spaß gemacht, und die Zeitung war nur ein Teil. Der Rest warst Du und all die anderen. Gute Gespräche und viele Anregungen, was will man mehr. Ach ja, und den ganzen Tag zu futtern kriegen, ohne dass man in die Küche muss *gg* ganz zu schweigen von den schloßähnlichen Unterkünften.

  5. wir blogger können austeilen (rose hat das hier doch gerade auf wunderbare weise gezeigt; und das beste: sie hat die richtigen getroffen …), also sollten wir uns über den letzten satz von schmiechens resume wirklich nicht ärgern. dass er froh ist, dass ihr alle wieder weg seid, ist doch klar ;-) jetzt läuft die zeitung wieder so, wie er das gewohnt ist. der heutige artikel in der welt kompakt ist wirklich kein grund zur aufregung.

    die fehler (layout, statisches konzept), die in schmiechens “versuchsanordnung” bereits angelegt waren, seien auf seine falsche (und zu schlechte) meinung von der bloggerlandschaft zurückzuführen. als säßen da nur egozentrische schreibstümper, die eine zeitung nicht von einem blog unterscheiden können. so dachte ich anfangs. wenn ich mir aber die neurosenberichte auf basicthinking und in der gefühlskonserve anschau, dann fürchte ich fast, dass es um die deutsche bloggerszene wirklich so schlimm bestellt ist, wie schmiechen vermutet.
    liebe rose: da war mir dein bericht hier im blog ein innerer reichspartei… – nein, das darf man ja nicht sagen … dann war mir dein posting eine wirkliche große freude ;-)

  6. Pingback: Kleine Blogschau zur Scroll-Edition der Welt « Kulturkampf

  7. Stimmt, in der Bloggerszene wird maßlos viel gemeckert und gelästert. Aber nicht nur da, es scheint eine deutsche Eigenheit zu sein, vor allem das Haar in der Suppe zu sehen, die Mängel, die Unvollkommenheiten zu bekritteln.

    Ich hab bisher nirgends öffentlich gemeckert, fand es aber wirklich KRASS, was den eingeladenen Bloggern geboten wurde! Nämlich eine von der Redaktion schon weitgehend vorgeschriebene Textsammlung und ein vorgegebenes Layout.

    Da können sie noch so nett gewesen sein und der Event als solcher menschlich noch so bereichernd: es ist doch eine Verarsche, das Ganze als großes Experiment “Blogger machen eine Tageszeitung” zu promoten, sie aber in Wahrheit nur noch ein paar kleine Schnörkel ums schon weitgehend fertig gestellte Werk anbringen zu lassen!

    “Zeitlose Artikel” sind m.E. nicht das, was Blogger bei einem ECHTEN derartigen Experiment (TAGESZEITUNG!!!) gebloggt bzw. zu Papier gebracht hätten, hätten sie selbst das Sagen über den Inhalt gehabt.

    So wirkt es im Ergebnis tatsächlich ziemlich hinterlistig, denn nun sieht es für viele Leser so aus, als könnten Blogger keine Beiträge schreiben, die dem gegebenen Rahmen (Tageszeitung!!!) auch entsprechen. (Womit ich nicht meine, dass es darum gegangen ist, die WELT textlich zu imitieren).

    • Da ist natürlich etwas dran. Ich denke, es liegt daran, dass Springer einen Fehler in der Kommunikation (Tageszeitung) begangen hat. Das ist keine Frage. Jedoch kann und will ich nicht glauben, dass es eine hinterlistig geplante Aktion war. Ich würde das ganze auch nicht als “Verarsche” bezeichnen. Immerhin waren die Texte von uns geschrieben, so ist es ja nicht. Die sind auch größtenteils eins zu eins ins Heft gegangen. Sieht man das ganze als “Magazin” ist es in Summe gar nicht so schlecht. Das Layout ist halt einfach schwierig – aber war ja nicht unsere Idee.

      Ich glaube aber auch inzwischen, das der WELT KOMPAKT Leser sehr konservativ denkt. Aber es gab ja nicht nur Krititk. Es soll ja sogar Leser gegeben haben, denen hat es sehr gut gefallen.

  8. Pingback: Tweets that mention Ooooch. Jetzt aber mal los hier. Ich muss noch Abkörpern – dazu in der Fortsetzung mehr. « Gesellschaft ist kein Trost -- Topsy.com

  9. Neidblogger? Auf was denn, bitte? Ihr habt es verk*ckt! Mit Ansage und vollumfänglich. Epic fail. Natürlich war das abzusehen (Habt ihr euch nicht gefragt, warum ausser ein paar Berliner C-Listern und abgehalfterten Awarenessnutten wie Basic niemand mitspielen wollte, der schon einmal eine Redaktion von ihnen gesehen hat?). Und es interessiert auch wirklich niemanden, ob wie und warum ihr vielleicht was geschafft hättet. In drei Tagen. Oder so.

    Doch, ihr könnt wirklich stolz auf euch sein, Klein Bloggersdorf steht einmal mehr wie chaotischer Haufen infantiler Trottel da (siehe http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/webwelt/article8270467/Blogger-sind-auch-nur-Menschen.html). Aber schön, dass ihr Spass hattet, ihr “Eliteblogger”.

    Ich glaube aber auch inzwischen, das der WELT KOMPAKT Leser sehr konservativ denkt.

    Ach?

    • Das ist wieder einer von diesen super Kommenatern. Es lebe das Web 2.0. Wir haben also verkackt und sind alle C und D und F Blogger.

      Freundlichen Dank auch.

  10. Pingback: Journalisten sind auch nur Menschen | boschblog.de

  11. Ich war nur erschöpft und sehr erleichtert, dass das Ding ohne Verletzungen über die Bühne gegangen ist. Deshalb die Erleichterung… Hat Kraft, Nerven und Nachtschichten gekostet. Dank an alle. Sollte keine Beleidigung sein und war etwas eilig geschrieben.

    • Ach, ich nehme das auch gar nicht übel. Ich habe mir genau so etwas gedacht. Ich bleibe immer noch dabei: Es war für mich ein toller Tag. Und inzwischen sind mir auch die Kommentare und Texte anderer “Blogger” und Journalisten egal, die das Ding zermeckern. Ich mag meine Texte, die in der Ausgabe sind – und das ist das wichtigste. Diese ganzen selbsternannten Kritiker sind mir jetzt dann doch egal.

  12. Jegliche Kritik an der Sache mit einem “ihr seid ja nur neidisch” abzuwehren, ist aber auch übertrieben.

    • Es geht nicht nur um Neid, es geht darum, dass vorher alle geschrien haben “Da kann man nicht mitmachen, schämt Euch” und nun “Hahaha, seht nur, was für ein Mist daraus gekommen ist”. Jeder wusste es vorher, jeder hätte es besser gemacht und so weiter. Es ist auch für viele völlig unwichtig, wie es wirklich vor Ort war. Da werden Augen und Ohren verschlossen. Selbst die Tatsache, dass einigen von den Teilnehmern der Tag an sich unter “sozialen Aspekten” einfach gefallen hat, wird niedergemacht. Das finde ich alles sehr fürchterlich. Und ja, alles kaputtmeckern und niemandem eine Chance geben geht nicht. Meckern und alles niedermachen ist sehr en vogue. Konstruktive Kritik. Und am Ende den Leuten nicht genönnen, dass man sich einen netten Tag gemacht hat, ist schon a bisserl deppert, oder?

      Als wenn die anderen, die nicht dabei waren, im Vorfeld abgesagt haben, etwas daran geändert hätten vor Ort. Ich hätte gern die anderen Egoshooter gesehen, als gesagt wurde, für jede aktuelle Geschichte geht eine der abgelieferten Sachen aus dem Blatt.

      Wir waren uns schnell einig, dass eines an dem Tag nicht passieren sollte: Streiterei, wessen Text rausgeht. Wir wollten einfach das jeder Text eines Einzlenen drin bleibt. Jeder sollte seine Chance bekommen.

      Toll. Und jetzt sind wir die unprofessionellen C und D Blogger, die es nicht geschafft haben das Blatt zu kippen. Das ist absurd.

  13. Ich hab mich sehr darüber gefreut das die WK sich an sowas überhaupt ran traut. Mir hat die Scroll Edition sehr gefallen, endlich mal was anderes, guter Inhalt für nur 70 Cent.
    Dieses ganze Gemaule fand ich total überflüssig und hab dafür auch kein Verständnis, es war angekündigt und man konnte sich denken das die Zeitung ganz anders wird als sonst. Sollen sie froh sein das die Ausgabe nur 70 Cent gekostet hat und nich beim Aboservice die 70 Cent zurück fordern, echt arm sowas.

    „Heute erscheint die WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.“

    Ich denke mal sie sind froh das alles wieder seinen geregelten routinierten Gang läuft, Schmiechen selber hat es bestimmt gefallen nur lief es für ihn als Redakteur nicht so ruhig wie sonst.
    Ich selber hab auch einen kleinen Artikel über die Scroll Edition geschrieben:

    http://kleintim.wordpress.com/2010/07/01/hilfe-wir-drucken-das-internet/

  14. Eigentlich ist alles gesagt. Für mich war es ein Experiment, und das Ergebnis war interessant: Die Zeitung durfte nicht “so ähnlich” werden wie sonst, nur besser. Daher das merkwürdige Layout. Bei den Seiten, die wir nicht kippen durften, waren wir zu höflich. Die waren ja sooo nett und hatten da soooo viel Arbeit reingesteckt.

    Anyway, vorbei. Aber eines bleibt festzuhalten: Ist Euch auch aufgefallen, wieviele angeblich ach so professionelle Journalisten da draußen glauben, daß wir das Layout gemacht haben? Jeder, der auch nur einmal in seinem Leben in irgendeinem größeren Blatt was veröffentlicht hat, weiß, wieviel Einfluß der Schreiberling auf das Layout hat. Also alles Hochstapler? Naja, eine Ausnahme von der Layoutregel kenne ich: Schülerzeitungen! *grins*

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